Gastbeitrag – Where America’s Day Begins – GUAM

Dies ist der Slogan des Ziels, welches wir Mitte Mai besuchten. Es handelt sich um die Insel Guam mitten im Pazifik. Mitten im Nirgendwo sozusagen. Sie ist die größte Insel der südlichen Marianen und liegt direkt am Marianen Graben, dem tiefsten Punkt der Erde. Da wir uns hier östlich der Datumsgrenze befinden ist Guam das erste US Territorium, an dem die Sonne aufgeht, daher kommt auch der Slogan.

Katrin und ich starteten unseren Urlaub in Hong Kong, wo wir nach 5 Tagen mit United Airlines auf Guam weiterreisen wollten. Mit 22h Verspätung, durch eine defekte Maschine in Hong Kong und einen Umweg über Tokyo landeten wir schlussendlich am Antonio B Won Pat International Airport auf Guam. Mitten in der Nacht, tot müde, konnten wir die Einreise schnell hinter uns bringen und bei Alamo unseren Mietwagen ausfassen. Unglaubliche 45 Minuten nach der Landung saßen wir im Auto am Weg zum Hotel.

Unseren ersten Tag ließen wir  gemütlich angehen und starteten erst mit dem Mittagessen. Die Wettervorhersage für die ganze Woche war regnerisch, so war der Blick aus dem Fenster auch wenig überraschend, es regnete. Der Mai ist auf Guam der Monat mit den wenigsten Regentagen, „nur“ 14 Tage sollte es regnen. So erkundeten wir das Hotel und den angeschlossenen „Wasserpark“. Dieser und auch die Hotel Pools sind für die überwiegend asiatischen Touristen angelegt und glänzen mit praktisch nicht vorhanden Wassertiefen.

Den leicht regnerischen aber dennoch warmen Tag verbrachten wir am Hotelpool und einem kurzen Besuch in der Bucht vorm Hotel, wo wir in Badehose und Bikini heraus stachen. Allgemein muss zu Guam gesagt werden, dass laut Visitor Statistic im Mai knapp 100.000 Japaner und Koreaner Guam besuchten, im Vergleich dazu schafften es nur 142 Europäer auf diese abgelegene Insel.

Mit einer Länge von 48km und einer Breite von 17km ist die Insel eher überschaubar. Hinzu kommt, dass etwa 1/3 der Fläche vom US Militär mit Air Force, Navy und Coast Guard Bases belegt und nicht besuchbar ist. Dennoch ist man hier auf ein Auto angewiesen. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind nicht sehr gut ausgebaut und durch das Klima ist man über jede Klimaanlage froh. Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad bei 85-95% Luftfeuchte bei Tag und Nacht machten unsere Ausflüge etwas anstrengend.

Die folgenden Tage waren entgegen der Vorhersage beinahe regenfrei, so starteten wir unsere Erkundungstour mit einer Runde um die Insel, welche uns ganz in den Süden und an der Ostküste retour wieder Richtung Norden führte. Mit einem Besuch bei der 4m hohen Freiheitsstatue, weiter zum Asan Park mit einem Gedenkstein für die gefallenen Soldaten beim Kampf gegen die Japaner im zweiten Weltkrieg starteten wir die Tour. Weiter ging es zum Hafen mit seinem klaren türkisfarbenem Wasser und der abwechslungsreichen Küste entlang an einigen Aussichtspunkten und Gedenkstätten vorbei zur Umatac Bay, wo wir bei den Überresten des spanischen Fort Nuestra Senora de la Soledad hielten um die Kanonen der damaligen Kolonialisierung zu besichtigen. Hier blieben wir eine Weile, die Aussicht war traumhaft. Die Route führte uns weiter zu den Inarajan Natural Pools, welche bei Flut geflutet werden und bei Ebbe gefüllt bleiben. Hier kann man geschützt vor den Wellen baden gehen. Entlang der Strecke kommt man nun zur Talofofo Bay, ihr Strand soll einer der wenigen mit grünem Sand sein, dieser lies sich leider nur im Schimmer des Wassers erahnen. Dennoch ist die Bucht wunderschön und einen Besuch wert. Vom Aussichtspunkt aus hat man einen tollen Blick über die Bucht und die umliegenden Wälder, wodurch man auch zu den Talofofo Falls kommt. Nun ging es quer über die Insel retour zum Hotel.

Wir besuchten mehrere Strände und genossen den Sonnenuntergang jeden Tag an einem anderen Ort.

Am Tanguison Beach neben einem aufgelassenen Kraftwerk teilt man sich den Strand mit einheimischen Chamorro, welche die Tage und Abende dort bei Lagerfeuer und BBQ genießen. Uns gegenüber waren sie freundlich, obwohl wir auch mal vor ihnen gewarnt wurden, da sie angeblich gerne Autos ausräumen.
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Tags darauf kamen wir wieder hier her, jedoch mit dem Ziel die bekannten Mushroom Rocks am danebenliegenden Hilaan Beach zu besuchen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten den Weg zu finden folgten wir zwei Amerikanern durch den Wald zu diesem einsamen Strand. Am Ende des 1,2km langen Sandstrands erwarteten uns die beeindruckenden Mushroom Rocks. Wie überall auf der Insel wurden wir von klarem türkisen Wasser empfangen. So blieben wir hier und genossen die Einsamkeit am Strand. Nur wir und die beiden Amerikaner waren hier.

Unser Highlight war der Ritidian Beach. Ein Naturschutzgebiet zum Schutz der Fische und Wildtiere der Insel. Einer 10km langen unwegsamen Straße entlang folgend kommt man am Strand an. Dem Weg in den Wald folgend kommen immer wieder kleine Parkplätze, wo man nach etwa 10 Metern direkt am wunderschönen weißen Sandstrand ankommt. Der Strand erstreckt sich Kilometer weit der Küste entlang. Hier kann man im Schatten der Bäume den Tag genießen. Andere Badegäste sind oft 100m und mehr entfernt, so dass man oft alleine ist. Das Wasser ist auch hier glasklar und lädt zum Schnorcheln ein. Ich wurde von diversen Fischen begrüßt, welche man bei uns nur in Aquarien sieht. Durch die Ebbe war Vorsicht geboten um sich bei den Korallen nicht zu verletzen.

Ein Pflichtbesuch stand für uns beim Outback Steakhouse in Tamuning an. Bekannt von diversen USA Besuchen wollten wir auch hier vorbeischauen. Tamuning ist die Touristen Hauptstadt der Insel und der amerikanischste Fleck. Hier sind sämtliche 5 Sterne Hotels, Einkaufszentren mit teuren Läden und den typisch amerikanischen Food Ketten wie eben Outback Steakhouse, TGI Fridays, iHop und natürlich McDonalds. Der Rest der Insel ist im Gegensatz eher ruhig und stressfrei. Hier trifft man auch die einheimischen Chamorro.

Nach 6 Tagen endete unser viel zu kurzer Aufenthalt auf dieser wunderschönen Insel. Wer einsame Strände liebt, ist hier bestens aufgehoben. Sollten wir wieder mal in die Nähe kommen, besuchen wir Guam bestimmt wieder.

Guam hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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