Leck mich Gewissen – heute bin ich mein eigener Held

Der heutige westliche Lifestyle besteht aus aktiver Freizeitgestaltung, einem festen sozialen Umfeld, das täglich mindestens via Whats App und Facebook gepflegt wird und vielen Aufgaben über den Tag verteilt. Immerhin sind wir gut organisiert und wollen alles unter einen Hut bringen, dass schaffen schließlich alle und wir wollen doch kein schlechtes Gewissen haben, nicht wahr? Bullshit!

Wir sagen ständig Ja zu allem, auch unterbewusst. Ja, wir sind immer und überall erreichbar. Ja, wir wollen über alle Geschehnisse in der Umgebung informiert sein. Ja, wir möchten am besten alles erledigen, bevor wir uns Zeit für uns selbst nehmen, denn sonst können wir ohnehin nicht abschalten. Ja, wir stellen uns hinten an, bis all unsere Aufgaben erledigt sind und dann hoffentlich auch das Smartphone nicht mehr piepst.

Was wäre aber, wenn wir zu all diesen vermeintlichen Pflichten einfach mal laut und deutlich NEIN sagen und uns ab und zu vor den vollgestopften Kalender drängeln, der uns schon mehr unter Kontrolle hält als wir ihn?

Alex und ich waren einige Tage in Kopenhagen unterwegs. Ich habe Nein zum dauernden Erreichbar sein gesagt. Ich habe mein Smartphone 4 Tage lang zu Hause gelassen. Und es hat nichts gefehlt (Auch auf unserer Weltreise bliebt das Smartphone ein ganzes Jahr lang zu Hause). Kein Blick aufs Display, ob es eine Whats App Nachricht gibt, kein Klingeln, wenn´s gerade eigentlich gar nicht passt. Ich brauchte nicht einmal die Uhr am Telefon. Meistens sage ich auch Nein zu den Nachrichten. Ich sage Nein zum negativen Einfluss der Medien und informiere mich gezielt über das, was mich interessiert und ergiebig für mich ist. Ich sage Nein zu Hetze, zu vielen Lügen und wenn etwas wirklich Wichtiges passiert, erfahre ich es ohnehin irgendwie. Es tut auch gut, einfach mal Nein zum Tagesplan zu sagen. Gerade heute habe ich ausnahmsweise einen ganzen Tag unter der Woche frei und habe mir schon gestern eine Mega to-do Liste vorbereitet. Früh aufstehen, Wäsche waschen, das Badezimmer putzen, Sport, 2-3 Blogs schreiben, kochen und alles am besten noch vorm Abend fertigbringen, dann kann ich auch noch entspannen. Nein. Heute drängle ich mich wiedermal vor. Ich bin aufgestanden, als ich ausgeschlafen war, frühstückte dann erstmal gemütlich. Ich schreibe heute maximal 1-2 Artikel, diese dafür voll Freude und Motivation. Ich freu mich auf eine Runde Radfahren, heute ist das perfekte Wetter draußen und die Wäsche kann auch noch einen Tag warten.

Und dann, dann freue ich mich, dass ich heute mein eigener Held bin. Denn die Zeit vergeht heute langsamer als sonst, ich bin zufrieden und mein freier Tag ist wirklich einer geworden.

Wir hetzen uns selbst viel zu viel durch unsere Tage. Und niemand wird es uns danken. Sei auch du zwischendurch dein eigener Held und sag ruhigen Gewissens ab und zu einfach mal lächelnd NEIN.

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