Bangkok, Thailand – Muay Thai Boxkämpfe & Insekten am Spieß

Aufenthalt: 5 Tage
Skurrilste Mahlzeit: Insekten am Spieß
Lektion: Ein Thailand Besuch ohne Boxkampf ist kein richtiger Thailand Besuch 

Bangkok besticht durch zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Man könnte eine ganze Woche problemlos durch die Stadt schlendern oder im Tuk Tuk fahren und jeden Tag etwas Neues sehen. Es gibt wunderschöne Tempel zu besuchen, viele Möglichkeiten in die thailändische Kultur einzutauchen. Egal ob ein Boxkampf im Rajadamnern Stadium oder ein Skorpion am Spieß in der Khao San Road. Wir nahmen uns von allem ein bisschen und schlossen Bangkok in unsere Herzen. 

Khao San Road – wo man die Sau raus lässt & Insekten isst!


Zweimal besuchten wir die 500 Meter lange Straße der Verrückten, wie ich sie liebevoll nenne. Leuchtreklamen erhellen die Straße, Menschen drängen sich an den Bars. Neben der Straße wird von der klassischen Rückenmassage bis hin zur Fisch Massage alles angeboten. Man sitzt direkt neben der Straße und vielen anderen Leuten und macht eine Massage wohl eher zum Spaß als zur Erholung. Es gibt Gesichtsmasken und Bleeching. Ja genau, Bleeching. Asiaten scheinen ein Problem mit ihrer dunklen Haut zu haben. Uns ist seit Vietnam aufgefallen, dass es überall Gesichtscremes mit „extra whitening“ und bleeching Behandlungen gibt. Ich suchte 2 Länder lang nach einer stink normalen Bodylotion. Tja, anscheinend ist es tatsächlich so, man will, was man nicht hat und das, was man hat, will man nicht. Verkehrte Welt. Dutzende Fetzenstandeln (ein bisschen österreichische Mundart muss sein) reihen sich nebeneinander. Eine Bar versucht die andere mit ihrer Musik zu übertrumpfen. Junge Kellnerinnen stehen vor den Bars und versuchen mit Tanz und süßen Worten Kundschaft zu locken. Das diese Kellnerinnen nicht immer weiblich sind ist keine Besonderheit. Die sogenannten „Lady Boys“ findet man abends in vielen Straßen Bangkoks, und ehrlich gesagt sind diese oft noch hübscher als die tatsächlichen Frauen. Man erkennt sie jedoch leicht an ihrem Prinzessinnen Gehabe. Hat man sich erst mal Mut angetrunken, kann es weiter zu den bekannten Snacks gehen. Skorpione am Spieß werden alle paar Minuten am Tablett vorbei getragen, aber das richtige Menü gibt’s am Stand. Gras Hüpfer, Made, Käfer und Kakerlake gehören zum Standard. Die richtig verrückten Spieße beinhalten kleine Schlangen, Geckos und Spinnen. Wir feierten in dieser Straße meinen Geburtstag und ließen nichts anbrennen. Wir verkosteten mit ein paar Argentiniern und eine Holländerin Skorpione, Käfer und Gras Hüpfer, schmeckte allesamt eigentlich nur salzig und alt. Das schlimmste dabei war die Überwindung. An dieser Stelle muss ich einen Dank an unsere Freunde aussprechen (die Betroffenen wissen Bescheid), dank eurer Aufgaben auf der Reise wissen wir nun, dass Maden nach Chips und Skorpione nach alter Socke schmecken. Wer würde dieses Wissen schon missen wollen. Ich hatte unglaublichen Spaß in der Khao San Road. Wir lernten lustige Menschen kennen und lachten viel. Bricht man nach ein paar Stunde Alkohol, schräger Menschen und skurrilen Angeboten wieder auf richtig Hotel, kann man sich noch einen schmackhaften Snack mitnehmen. Es werden Wraps, Bananen Pancakes und Suppen der Extraklasse angeboten. Ein perfekter Abschluss eines verrückten, ausgelassenen abends.

Prunkvolle Tempel & ein Besuch in der Massage Schule


Wer es etwas ruhiger will, kann den ganzen Tag die Tempel der Stadt bewundern. Obwohl sich auch hier einiges tut. Im Grand Palace tummelten sich die asiatischen Touristen. Der Ansturm im Tempelareal war enorm. Da alle Tempel relativ nah beieinanderstehen, wirkte der Weg hindurch wie ein Labyrinth vorbei an goldenen Säulen, spitzen Türmen und alten Steinfiguren. Man muss nicht unbedingt religiös sein, um die Schönheit zu betrachten. Die Liebe zum Detail macht einen sprachlos. Neben dem Tempelareal befindet sich der königliche Palast, bewacht von Soldaten und großen Steinelefanten. Auch im Wat Pho kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Der Tempel befindet sich neben dem großen Palast und zeigt einen der bekanntesten Buddha Figuren. Der liegende Buddha ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch und liegt majestätisch in einer langen Halle. Sein Gold lässt den Raum erleuchten. Man findet fast keinen Platz, um ihn ganz auf die Linse zu bekommen. Auch in dieser Anlage erwarten einen viele beeindruckende Figuren, Türme und Tempel. Mächtige Buddha Figuren aufgebaut in großen Hallen, deren Wandmalereien von der buddhistischen Geschichte erzählen. Der Buddhismus erfreut sich großem Respekt, so sind sogar Tätowierungen des Buddhas in Thailand gesetzlich verboten. Beim Wat Pho befindet sich eine Massage Schule, wo frisch ausgebildeten Masseure ihre Praxis sammeln. Da gerade unerträgliche Mittagssonne herunterknallte, entschieden wir uns für eine klassische Thai Massage und wurden nicht enttäuscht. In einem großen Raum wurden wir behandelt. Man liegt auf großen Massage Betten, wo teilweise 3 Leute nebeneinanderliegen. Es war für uns beide die schmerzhafteste Massage seit langem, eine Stunde lang wurden wir gedehnt, geknetet und verdreht. Die Thai Massage ist bekannt für ihre tiefe Wirkung. Der Druck der Masseure ging weit hinein in die Muskeln. Wir fühlten uns danach wie neu geboren. Für mich ist die Thai Massage eine der besten Heilmassagen überhaupt.

Der Damnoen Floating Market


Einen halben Tag verbrachten wir beim bekannten schwimmenden Markt Damnoen außerhalb der Stadt. Mit einem Minivan fuhren wir eineinhalb Stunden bis zum Touristenmekka. Der Markt wird angepriesen mit seinen bunten Booten, gefüllt mit frischem Obst und Gemüse. Die Verkäufer säumen den Kanal, man kann eintauchen in das typische Marktleben am Wasser. Dort angekommen war jedoch alles ernüchternd. Alles war ausgerichtet auf den Tourismus. Stände über Stände am Ufer, massenhaft Touristen-Gruppen wurden in Boote gepfercht, die dann ein paar Meter zwischen den Uferständen auf und abgeschoben wurden. Die Standbetreiber haben einen langen Stock mit einem Haken am Ende, mit dem versuchen sie die Boote zu sich zu ziehen und die Besucher zum Kauf zu animieren. Man trifft auf einige Schlagen und Affen, die zum Fotografieren angeboten werden. Nur bewegen sich die Tiere kaum noch, wer weiß welche Drogen diese in sich haben. Es ist interessant dem extremen Trubel zu beobachten, den Leuten zu zusehen, wie sie gekonnt mit ihren Booten durch die Kanäle paddeln. Jedoch gelassen durch die Gassen spazieren und das idyllische Marktleben genießen, diese Zeiten sind wohl vorbei. Ich würde für das nächste Mal einen anderen und nicht unbedingt den bekanntesten Markt aussuchen. Man braucht gute Nerven, um hier relaxed zu bleiben.

Die hitzigen Muay Thai Boxkämpfe im Rajadamnern Stadium


Einen besonderen Teil der Thai Kultur lernten wir am letzten Abend kennen. Die Thai Boxkämpfe im Rajadamnern Stadium. 4 Tage die Woche geht hier die Post ab. Es gibt 9 Kämpfe zu je 5 Runden, Dauer 3 Minuten. Je nach Gewichtsklasse auch 2 Minuten. Es wird traditionelle Trommelmusik gespielt. Die Kämpfer kommen in den Ring, machen ihre letzten Aufwärmungen und ein Ritual, bei dem sie unter anderem beten und danken. Sie werden von ihrem Team motiviert, ihre Muskeln aufgewärmt. Wir saßen in der 2. Klasse zwischen all den wettenden Einheimischen, während sich die restlichen europäischen Besucher in der ersten Klasse langweilten. Man hat zwar vielleicht den besseren Blick und ist näher am Geschehen, doch bei uns war pure Stimmung. Die Leute schrien durcheinander, wetteten was das Zeug hielt, sogar Wetten per Telefon gab es, obwohl die Kämpfe an diesem Abend nicht unbedingt zu den wichtigen gehörten. 4-5 Telefone klemmen auf einem Klemmbrett und der Wettmensch spricht ununterbrochen in alle gleichzeitig was denn nun gerade passiert.

Die Kämpfe waren meist recht aggressive. In der ersten Runde wurde sich abgecheckt, die Taktik beobachtet. Ab der zweiten Runde ging es schon zur Sache. Beim Thaiboxen wird mit Händen und Füßen gekämpft. Wir fieberten mit, einige Kämpfe gingen bis ins Knock-Out. Es gab Platzwunden am Kopf und eine blutige Nase. Wie gesagt ist dieser Sport sehr extrem, sehr aggressive. Kämpfer werden hoch respektiert, in Thailand ist es eine große Ehre Thai Boxer zu sein. Sogar Kämpfer, die nicht älter als 12 Jahre waren, gaben alles im Ring. Doch nach jedem Kampf umarmten sich die Kämpfer und zeigten sich Respekt. Auch bei einem Knock-Out wurde nicht unbedingt gejubelt. Man merkte, dass der Sport und die Taktik im Fokus liegen.

Wir sind froh, im Stadium gewesen zu sein und somit einen weiteren wichtigen Teil der Kultur des Landes kennen gelernt zu haben, auch wenn dieser etwas brutal wirken mag.

5 Tage in Bangkok sind nun zu Ende. Wir haben vieles erlebt, hatten Spaß und genossen die verrückte Stadt. Auch trafen wir eine alte Freundin wieder, die wir auf Kuba kennen gelernt haben und schlenderten mit ihr einige Stunden durch den größten Markt der Stadt. Ich zähle Bangkok zu meinen Lieblingsstädten. Die Menschen sind (bis auf einige forsche Taxifahrer) fröhlich, gut gelaunt und wir nutzten viele Möglichkeiten, der Kultur nahe zu kommen. Es ist für jeden was dabei, um Bangkok unvergesslich zu machen.

 

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