Elephants World, Thailand – Where we work for the Elephants and the Elephants not for us!

Befinden: berührt, beeindruckt, mitfühlend & verliebt
Lieblingselefant: Johnny der gierige Teenager
Lektion: Unterschätze niemals einen Elefanten aufgrund seiner Niedlichkeit

Wusstest du, dass ein Elefant…

…ein sehr emotionales Tier ist? Er lebt in einer großen Familie und kann sich selbst nach vielen Jahren an Menschen erinnern. Auch schlechte Erfahrungen vergisst er niemals.
…das größte Gehirn der Säugetiere hat? Er kann viele Kommandos lernen und kommunizieren. Selbst Mais schälen oder malen mit einem Pinsel ist kein Problem.
… 100.000 Muskeln in seinem Rüssel hat? Der Rüssel ist der stärkste Körperteil und kann sogar Menschen ohne besondere Mühen durch die Luft schleudern.
… zwischen 18 und 22 Monate schwanger ist? Erfahrene Elefanten helfen der Mutter bei der Geburt, wenn diese noch unerfahren ist. Durch die Schmerzen bei der Geburt kann es passieren, dass die Mutter ausrastet und auf das Kleine losgeht, die anderen Elefanten schützen das Baby in den ersten Minuten vor der Mutter und beruhigen diese.
… 10% seines Körpergewichts am Tag frisst? Bei einem ausgewachsenen asiatischen Elefanten sind das ca. 150 Kilo. Und Ca. 80 Liter Wasser benötigt er.
… ohne Probleme eine Wassermelone knackt? Seine Kiefer sind sehr stark und er wechselt seine Zähne ganze 6 Mal.
… nicht mit dem Rüssel trinkt? Er nutzt ihn lediglich als Tank und Greifarm. 10 Liter Wasser kann er aufnehmen und steckt den Rüssel zum Trinken in den Mund.
… genauso alt wird wie ein Mensch? 80 Jahre sind keine Seltenheit für die grauen Riesen.
… aus Asien kleiner ist als einer aus Afrika? Auch die Ohren sind viel kleiner und die Hautfarbe ist eher bräunlich/grau mit rosaroten Mustern am Kopf.
… in Thailand einfach „Chang“ genannt wird? Das ist ihr nationaler Name. 

Wie die Elefanten Thailands misshandelt werden

Trekking Camps
Man kann gleich einige Tage auf dem Rücken eines Elefanten den Dschungel Thailands durchwandern. Gemütlich sitzt man den ganzen Tag auf einem Stuhl, der auf den Rücken des Tieres geschnallt wird und genießt die Idylle. Aber was ist das Problem dabei? Der schwächste Körperteil eines Elefanten ist sein Rücken. Er kann maximal 100 Kilogramm im Nacken tragen, ohne dass es ihm schadet. Nun nehmen wir den Holzstuhl für 2 Personen, der bereits ca. 50 Kilo wiegt und meistens sitzen 2-3 Personen auf dem Tier. Der Mahout muss ja auch noch mit drauf. Jeder Elefant hat einen Mahout, der sich um ihn kümmert, ihn trainiert und ihn kennt. Oft sind Mahout und Elefant von Kindesalter an zusammen und aufeinander geprägt. So muss das Tier bei 2 Personen schon mal mindestens 200 Kilo tragen. Die Trekkingtage dauern oft viele Stunden, die Tiere sind erschöpft und meist unterernährt.

Arbeit im Dschungel
Mit dem Gewicht am Rücken verhält es sich hier ähnlich, wie bei den Trekking Camps. Holz, Bambus und andere Materialien aus den Wäldern müssen die Elefanten weite Strecken durch dichtes Geäst transportieren. Sie werden angetrieben und gehetzt, viele Tiere stechen sich in den Wäldern die Augen an Ästen aus oder ziehen sich andere Verletzungen zu. Oft können sie vor Erschöpfung nicht mehr aufstehen. Hilft ihnen niemand, müssen sie sterben.

 

Tanzende Elefanten & Spaziergänge in der Stadt
Junge Elefanten werden viel zu früh von der Mutter getrennt und dazu gedrillt, zu einer Melodie zu tanzen. Dadurch, dass ihnen die Muttermilch fehlt, bleiben die Tiere oft sehr klein. Auch Spaziergänge in der Stadt sind eine Tragödie für die Dickhäuter. Ein Elefantenfuß ist sehr empfindlich, Vibrationen spürt er im Umkreis von 16 Kilometer. Die Sohle ist sehr dünn, somit ist Asphalt viel zu heiß für einen Elefanten und verbrennt ihm die Füße. Elefanten auf den Straßen sind bereits illegal und die Anzahl der Anbieter reduziert sich.

Merkmale eines misshandelten Elefanten
Mahouts benutzen Haken, um die Tiere zu lenken. Sie kratzen mit dem Haken am Ohr und weisen den Elefant in eine Richtung. Der Haken tut dem Tier nicht weiter weh, durch das Kratzen spürt er lediglich ein Kitzeln und weiß so, in welche Richtung er gehen soll. Viele Tiere haben jedoch zerfetzte, gespaltene Ohren oder gar Löcher im Kopf von brutalen Mahouts. Die meisten Elefanten, die gerettet werden, sind unterernährt. Man kann Rippen und Wirbelsäule sehen, die Tiere brauchen sehr lange, um sich zu erholen. Sehr kranke oder schwache Tiere legen sich nicht hin zum Schlafen, sie könnten nicht mehr alleine aufstehen und das wäre ihr Todesurteil. Sehr kleine Elefanten zeigen, dass sie bereits als Baby von der Mutter getrennt wurden und nicht genug Muttermilch bekamen. Sie werden nie ganz ausgewachsen sein.

Helfen statt Reiten, aber wie?
Uns war klar, wir möchten uns auf der Reise für misshandelte Tiere einsetzen. Wir wussten bereits von Thailand, dass es viele Probleme mit misshandelten Elefanten gibt.

Wir haben lange gesucht und viele Leute gefragt, wo man denn WIRKLICH etwas Gutes für die sanften Riesen tun kann. Es gibt viele Camps, die sich als Waisenhäuser brüsten und dann bei näherer Recherche findet man heraus, dass man reiten und mit den Elefanten wandern kann. Wir wollten jedoch nicht reiten, egoistisch sein, unsere Bedürfnisse in den Vordergrund stellen. wir wollten helfen. Futter zubereiten, vieles über die Tiere lernen und ihnen respektvoll nahekommen, ohne sie zu belasten. Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie weit er geht um seine Wünsche und Träume zu erfüllen. Man sollte jedoch nie die eigene Verantwortung und die Konsequenzen für die Tiere vergessen. Es ist sehr wichtig, sich genauestens zu erkundigen und nicht einfach ein Camp ohne jegliche Recherche zu besuchen. Für uns ging ein großer Traum in Erfüllung als wir Elephants World entdeckten. 3 Tage lang waren wir Teil einer großen Familie aus geretteten Elefanten und Menschen, die die Welt ein kleines Stück verbessern wollen.

 

Was ist Elephants World?
Das Schutzgebiet wurde 2008 mit 3 geretteten Elefanten eröffnet, mittlerweile (Mai 2016) leben hier 27 Tiere. Elephants World arbeitet eng mit der thailändischen Polizei zusammen. Die Tiere werden zu hohen Preisen aus Trekking Camps, Arbeitscamps und von der Straße gekauft und dürfen ihren Lebensabend im Camp verbringen. Da die meisten Tiere nie in freier Wildbahn lebten, können sie nicht mehr ausgewildert werden. Ein Elefant findet nicht immer neuen Anschluss in eine Familie, wenn er erstmal von seiner getrennt wurde. Somit würde er vereinsamen, von anderen Herden verstoßen, sich im Dschungel nicht zurechtfinden und sterben. Für einen Elefanten bezahlt man je nach Alter und Zustand bis zu 25.000 Euro, es verhält sich skurriler Weise wie mit Autos. Man bezahlt eine stolze Summe, um das Camp zu besuchen. Von Ein Tages-Touren bis zu einem Monat Volunteering gibt es ein breites Angebot. 180 Euro kostete uns der 3tägige Besuch. Inkludiert waren Übernachtung in einer schönen Bambushütte, 3-mal Thai Buffet am Tag, Snacks und Trinkwasser. Auch ein paar Kuscheleinheiten mit den freundlichen Hunden im Camp sind inklusive. Die Hunde sind teils gerettet oder zugelaufen und werden herzlich von Elephants World aufgenommen. Wenn man hinter die Kulissen blickt, erkennt man, welche Beträge hier täglich verschlungen werden. Von den Eintrittsgeldern und Spenden der Besucher, wie auch von den Beiträgen der Volunteers wird immer wieder neues Land gekauft und das Schutzgebiet vergrößert. Das Futter wird gekauft und natürlich die Elefanten. Strom, Wasser und Fahrzeuge zählen zu den Nebenkosten. Das, was wir an Erkenntnissen, Einblicken und Nähe zu den Tieren zurückbekamen lässt die Summe im Nachhinein lächerlich wirken. Die Elefanten müssen nicht mehr arbeiten, werden gesund gepflegt, mit guter Nahrung versorgt, gewaschen und aufgepäppelt. Sie werden maximal von den Mahouts geritten, es gibt keine Trekks. Es gibt viel Platz zum Bewegen, einen Fluss zum Baden und ein großes Matschloch für das tägliche Matschbad. Bei einer großen Station bekommen die Dickhäuter ihre Mahlzeiten, bei einer weiteren wird Spezialnahrung zubereitet. Im Health Center werden die Elefanten untersucht, Verletzungen und Wunden behandelt. Mais, Melonen und vieles mehr wird im Camp selbst angebaut und geerntet. Reis, und Lebensmittel, die nicht selbst angebaut werden können, werden von den ansässigen Bauern gekauft.

 

Unsere Unterstützung im Camp
„Where we work for the Elephants and the Elephants not for us!“

Dies ist der Leitspruch von Elephants World und nach diesem richtig sich alles. Volunteers kümmern sich um Mahlzeiten, Pflege, Wäsche, Sauberkeit und Organisation der Tagesbesucher. Je nachdem, wie lang ein Volunteer bereits hier ist, werden die Aufgaben verteilt. Manche führen Gruppen durch das Camp, andere bereiten Mahlzeiten zu. Wir waren in den 3 tagen Besucher und übernahmen einige verschiedene Aufgaben und Aktivitäten. Am Morgen bereiteten wir in der Gruppe für jeden Elefanten seinen eigenen Futterkorb zu. Darin befanden sich Mais, Bananen, Melonen, Mangos und Wurzelgemüse. Es gibt auch ältere Tiere ohne Zähne oder kranke, diese benötigen eine spezielle Nahrung. Für manch eine wie Tang Mo müssen die Bananen geschält werden, weil sie Verdauungsprobleme hat, für einen älteren gibt es Reisbällchen mit Kürbis. In einem großen Wok wird sticky Rice zubereitet. Damit der Reis auch sticky „klebrig“ wird, muss ständig gerührt werden. Und da es sich nicht um Menschenportionen handelt, braucht es schon ein paar Leute zum Rühren. Ist der Reis mit den Kürbis Stückchen klebrig genug wird weiter gerührt, bis er kühl genug ist um Bällchen zu formen. Diese werden in Vitaminzusätzen gerollt. Die Elefanten warten meist bereits hungrig vor der Hütte ehe sie mit ihren dicken Rüsseln nach dem Futter greifen. Wir liebten es, die Elefanten zu füttern. Erst recht Johnny. Der junge Elefant ist verspielt und gierig. Jedes Mal, wenn sein Rüssel leer war ließ er ihn mit einer Wucht auf den Boden neben uns fallen und signalisierte uns „ich will mehr, jetzt!“. Unser Futterkorb war als erster leer. Beim Matschbad konnten wir den kleinen Elefanten zusehen, wie sie sich vergnügten und gegenseitig aus dem Matschloch halfen. Die Elefanten bewerfen sich liebend gerne mit Staub und Matsch, das hält kühl und lästige Insekten fern. Gemütlich lassen sich die Dickhäuter im Wasser nieder, setzen sich hin, tauchen manchmal sogar ganz ab. Sie lieben es im Fluss geschrubbt zu werden. Mit einem Besen und einem Eimer ging es ab ins kühle Nass zwischen den Riesen. Was für ein Erlebnis. Die dicke Haut eines Elefanten fühlt sich ganz ledrig an, borstiges Elefantenhaar am ganzen Körper. Mit dem Rüssel spritzen die Elefanten Wasser um sich. Wir schrubbten was das Zeug hielt, machten Wasserschlachten mit den Mahouts und gönnten uns eine Abkühlung. Manchmal wollen die Elefanten gar nicht aus dem Wasser und ignorieren erstmal jegliche Kommandos. Sie sind wie Kinder. Abends konnten wir die Mahouts begleiten und die Elefanten zu ihrem Schlafplatz bringen, der etwas abseits des Camps liegt. Am Weg gab es noch ein wenig Geäst zum Knabbern. Gemütlich trotteten die sanften Riesen neben uns her, sie verbreiteten Ruhe und Gemütlichkeit. Ich fühlte mich winzig klein, als ich in einen der Elefantenspuren trat. So bestand unser Volunteering aus Futter zubereiten, Füttern, Waschen und beobachten. Wir lernten mehr als wir erwarteten und unser neues Wissen lässt uns die Tiere von einer neuen Perspektive betrachten.

 

Warum braucht man in einem Schutzgebiet Mahouts?
Im Camp kommen Elefanten aus verschiedenen Lagern, mit verschiedenen Geschichten zusammen. Manche sind sehr schwer erziehbar oder verstört und brauchen besondere Aufmerksamkeit. Andernfalls würden sich die Tiere bekämpfen und es würde Chaos herrschen. Darum hat auch hier jedes Tier einen Mahout, der für ihn da ist. Was auf Bildern vielleicht abschreckend wirken mag, sind Ketten und Bänder um die Hälse der Elefanten. Die roten Bänder signalisieren Volunteers und Besuchern, dass das Tier schwer erziehbar ist, und man sich nicht ohne Mahout nähern sollte. Die Ketten liegen lediglich um die Hälse und werden bei den Mahlzeiten und Schlafplätzen verwendet, da sich die Tiere hier ebenfalls bekämpfen würden. Für mich war wichtig, alles was mir seltsam vorkam, zu hinterfragen. Nun kann ich einiges besser verstehen und akzeptieren. Elefanten sind gewaltige, starke Tiere. Sie können einen Menschen im Nu töten. Man sollte niemals einen Elefanten unterschätzen oder ihm den Rücken zudrehen. Sie sind sensibel und unberechenbar. Ohne Mahouts würde solch eine Harmonie wie bei Elephants World nicht funktionieren. So leben wie in freier Wildbahn ohne Regeln und Erziehung können die Tiere nun mal nicht. Dafür müssten sie frei und in ihren eigenen Familien sein. Was sie aber können, ist gesundwerden, sich erholen und ein all inklusive Leben genießen. Und das tun sie tatsächlich. Kein Elefant kam mir unglücklich oder ängstlich vor. Die meisten sind verspielt und neugierig und sehr mit ihren Mahouts verbunden.

Möchtest auch du den Elefanten Thailands nachhaltig und respektvoll näherkommen?
Hier die Elephants World Homepage für nähere Informationen 

Unser Fazit
Wir fühlten uns von der ersten Sekunde an willkommen. Alle Mitglieder freuen sich über Helfer und helfen beim ersten Zurechtfinden. An einem Tag zeigte uns ein Mitglied bei einer Fahrrad Tour das umliegende Dorf und einen Tempel in einer Höhle, in der immer noch Mönche beten. Einen anderen Tag ließen wir uns ein paar Kilometer flussabwärts am Fluss Kwai treiben und genossen die Natur. Am letzten Abend wurde eine buddhistische Zeremonie veranstaltet. Es wurde gebetet und gedankt. Alle Mitglieder und Besucher versammelten sich. Die Zeremonie war sehr emotional und schön. Wir bekamen gelbe Armbänder von den Mitgliedern mit Wüschen. „Good health, good luck, good living“. Die Bänder blieben eine Woche auf unseren Armen, da ansonsten das Gegenteil der Wünsche passiert. Aus irgendeinem Grund haben wir großen Respekt vor dieser Zeremonie und generell vorm Buddhismus.

Es bleibt zu sagen, dass Elephants World eine der besten Erfahrungen auf der gesamten Reise war. Jeder der nach Thailand reist, sollte einen Stopp nicht missen. Man wird auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, lernt respektvoller gegenüber der Tierwelt zu sein und kann sein Wissen enorm erweitern. Man tut nicht nur Gutes für die Tiere, sondern auch gegen das Böse. Wir erlebten diese Tage voll Respekt, Mitgefühl und Liebe für die Elefanten. Die Tiere sind nicht nur groß und dick und haben einen lustigen Rüssel. Sie sind intelligent und emotional und werden dich niemals vergessen. Auch wir werden die grauen Riesen nicht vergessen und sind dankbar für alles, was wir über sie lernen durften.

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