Goood Mooorning Vietnaaam!

Ein Tag in Vietnam, ein Tag voller Gefühle. Das Leben in diesem Land zieht einen geradezu in seinen Bann. Sei es das laute Getöse der Motorbikes, die geprägten Gesichter der Menschen oder der Geruch von frischem Phó. Natürlich ist jeder Tag anders und zeitlich nicht immer gleich. Ich möchte euch ein Beispiel geben, wie uns unser Gehirn an einem Reisetag auf Trapp hält. So ein Tag eines Backpackers, wie wir welche sind, wird begleitet von vielen verschiedenen Gefühlen und Gedanken.

Nun lasse ich euch an einem ganz gewöhnlich außergewöhnlichen Tag in Vietnam teilhaben.

 07:30 Uhr – 09:00 Uhr
Der Wecker läutet, erst mal wird ignoriert bis einer von uns endlich die Kraft aufbringt, ihn auf Schlummern zu stellen. 3 Mal mindestens. Ich kriege endlich meine Augen auf und raffe mich auf Richtung Badezimmer. Ein erster Blick schweift nach draußen über die Dachterrassen der Stadt. Es ist etwas bedeckt, das heißt es wird wieder drückend schwül in Vietnam. Während Alex seine Morgendusche nimmt, mache ich mich bereit fürs Frühstück.

09:00 Uhr – 10:00 Uhr
Gemeinsam schlendern wir in den Frühstücksraum des Hotels, wo sich bereits ein paar andere Reisende befinden. Bei einer Tasse Tee und Kaffee beginnen wir unseren neuen Reisetag. Das Frühstück ist wieder sehr schmackhaft heute, es gibt Omelett mit viel Gemüse, dazu ein heißes Brötchen, frisch gepressten Ananas-Saft und einen großen Obstteller. Wir nehmen uns für das Frühstück viel Zeit und schätzen die Gastfreundschaft sehr. Gedanklich machen wir uns bereit für einen neuen Tag voller Eindrücke. Nach einem netten Tratsch mit den anderen Reisenden am Tisch überlegen wir uns unser heutiges Programm. Sightseeing oder doch eher spontan? Nach dem Frühstück geht’s noch mal kurz ins Zimmer um uns fertig zu machen. Wir hören bereits das laute Getöse der Mopeds auf den Straßen. Der Tagesrucksack wird gepackt mit genügend Wasser, Kamera und etwas Geld. Die Müdigkeit hat sich in Neugier verwandelt. Eine Sonnenbrille könnte nicht schaden heute. Es kann losgehen.

10:00 Uhr – 17:00 Uhr
Die Ruhe vom Frühstück ist vergessen, wir befinden uns mitten im Leben Vietnams. Wir machen uns auf den Weg, schlängeln uns vorbei an Imbisswägen und sind nach jeder überquerten Straße ein bisschen stolz auf uns. Es gibt in vielen Städten mehr Mopeds als Autos und nicht gerade viele Regeln. Geraten wird einfach loszugehen, die Fahrer berechnen dich mit ein. Stehen bleiben solltest du wohl besser nicht. Anhand der Busse lässt sich erkennen, wie viel kleiner die Vietnamesen sind als wir Europäer. Man hat kaum Platz für die Knie, die Sitze gleichen einem Kindersitz. Die ersten Schweißperlen stehen auf der Stirn, die Luft ist feucht und heiß. Beeindruckt verbringen wir den Tag, beobachtend. Viele Unterschiede zu uns lassen sich erkennen. Der Alltag ist ein ganz anderer. Wir sehen tolle Gebäude, Kreativität, praktische Lösungen. Es macht uns Spaß mit Einheimischen zu plaudern, zu verhandeln oder ihnen einfach zu zusehen. Verwundert stellen wir immer wieder fest, wie einfach man leben kann. Welche einfachen Lösungen es doch eigentlich gibt. Wir freuen uns über die Frau mit ihrem mobilen Imbiss auf den Schultern. Immer wieder breitet sie ihre Spieße und Reisrollen an einem anderen Platz aus. Mit den mitgebrachten Plastik-Hockern sieht das Ganze gleich gemütlich aus. Erfreut oder verwundert machen wir unsere Erfahrungen und saugen die Eindrücke dankbar in uns auf.

17:00 Uhr – 19:00 Uhr
Hungrig und müde machen wir uns auf die Suche nach unserem Abendessen. Meine Füße sind schmutzig vom Staub, die Kleidung muffelt, ich schwitze den ganzen Tag. Irgendwann haben wir uns an unser verschwitztes Dasein gewöhnt, mehr oder weniger. Wir studieren mehrere Speisekarten von Restaurants, denn unter den billigen verstecken sich auch manchmal teure. Wenn nichts dabei ist holen wir uns ein Sandwich vom Straßenstand. Wir lieben den Duft vietnamesischer Mahlzeiten. Es riecht nach Kräutern, Suppe und gebratenem Reis. Wir suchen uns einen Platz, von dem aus wir das Treiben beobachten und trotzdem in Ruhe essen können. Ein kühles Bier ist nach so einem langen Tag besonders gut. Vietnam ist so interessant, unglaublich wie viel man an so einem Tag erleben kann. Ich bin gespannt auf Alex´ Eindrücke. Gemeinsam lassen wir alles auf uns wirken, freuen uns über das gute Essen, lassen den Tag Revue passieren. Ich glaube mein Wasser wird leer, nach dem Essen müssen wir noch welches kaufen. Sollen wir heute noch etwas unternehmen? Vielleicht einen Nachtmarkt besuchen oder auf einen Drink gehen? Wir sind müde und entscheiden uns heute Abend im Hotel zu bleiben.

19:00 Uhr – 21:00 Uhr
Nach einer erfrischend kalten Dusche beschäftigen wir uns ein wenig mit der Reiseplanung, der Organisation und unserem Blog. Ich mache mir Notizen über den heutigen Tag. Meine wirren Gedanken bringe ich zu Papier, verschaffe mir einen Überblick über die Eindrücke. Alex sichert seine Fotos, überlegt, wie denn das nächste Album aussehen könnte, welche Motive er besonders mochte heute und was er alles einfangen konnte. Es tut gut, den Tag mit solchen Dingen oder Gedanken zu beenden und frei zu sein für den nächsten Tag. Was natürlich nicht immer funktioniert, auch fiese Schweinehund-Gedanken kommen schon mal auf, dann wird die Arbeit verschoben und einfach ein Film geschaut. Oder in unserem Fall ein paar Folgen Scrubs. Aber um ehrlich zu sein, manchmal kommt so ein Schweinehund doch ganz gelegen, geht es nicht jedem so? Vielleicht sollte ich ihm einen Namen geben. Wir sprechen noch gemütlich über die nächsten Ziele, über die Reise im Allgemeinen und über neue Bekanntschaften.

21:00 Uhr – 23:00 Uhr
Auch über ein paar Stunden ohne Weltreise-Gedanken freuen wir uns. Beim Karten Spielen oder Buch lesen können wir abschalten und uns entspannen. Wir lachen miteinander, genießen die Zweisamkeit. Wir nehmen uns abends gerne Zeit für uns. Auch die Stille beim Lesen kann Balsam für die Seele sein. An manchen Tagen nehmen wir uns mehr Zeit für uns selbst oder kommunizieren zwischen durch mit zu Hause. Der Abend hilft uns runterzukommen und gibt uns eine kleine Pause. Und irgendwie fühlen wir uns in all den verschiedenen Hotels und Airbnb Unterkünften mittlerweile schon ein bisschen, als würden wir heimkommen. Heimkommen in unser Reich der Ruhe.

23:00 Uhr – 07:30 Uhr
Müde und voller erlebter Momente legen wir uns in unser Bett und werden den Schlaf nutzen, alles so gut es geht zu verarbeiten. Ich merke wie sich mein Körper entspannt, der Nacken erholt sich vom Rucksack, die Klima versorgt uns die ganze Nacht mit frischer Luft. Wenn kein Stromausfall ist, oder die Klimaanlage von selbst plötzlich auf -15 schaltet. Wir sind beide neugierig auf den nächsten Tag.

07:30 Uhr
Und wieder heißt es: GOOOD MOOORNING VIETNAAAM!!!!! Auf, in einen neuen Tag!

 

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