Malaysia – Eine Zugfahrt durch den Dschungel

Reisetage: 11
Kulinarisches Highlight: eine chinesisch traditionelle Tee Zeremonie
Lektion: nimm Hunger mit

 Warum eigentlich nicht…
… von Singapur nach Malaysia reisen. Eigentlich standen diese zwei Länder nicht auf unserer Liste. Bis Alex eines Tages seine SIM Karte für das Telefon in einem Shop in Australien kaufte. Der Mitarbeiter schien sehr angetan zu sein von Alex´ Erzählungen über unsere Reise und ist selbst schon viel gereist. Ich war bei dem Gespräch nicht dabei, aber anscheinend hat dieser Mitarbeiter überzeugend genug von der Zugfahrt durch Malaysia erzählt, dass danach auch Alex einen Zwischenstopp einlegen wollte. Tja, so stimmte auch ich spontan zu. Wir sind froh, diese Entscheidung getroffen zu haben, denn nun haben wir viele interessante Dinge über die Länder erfahren und konnten in die Kultur eintauchen.

Ab über die Grenze und rein in den Dschungel
Morgens um 04:30 Uhr machten wir uns auf die Suche nach einem Taxi, das uns über die Grenze nach Malaysia bringen sollte. Unser Zug durchs Land sollte um 08:00 Uhr starten, somit entschieden wir uns gegen den öffentlichen Bus, um eine mögliche Verspätung zu vermeiden. Im Taxi fuhren wir über die Brücke, die als Grenze zwischen den beiden Ländern fungiert. Wirklich angenehm war es, den Reisepass einfach aus dem Fenster zu zeigen, bei Aus- und Einreise. Nicht einmal unsere Rucksäcke wurden kontrolliert. Da der Stau erst kurz nach uns begann, lagen wir gut in der Zeit. Als wir den Zug bestiegen, freuten wir uns. Die Sitze waren äußerst gemütlich, was für eine Fahrt von 13 Stunden garnicht mal so unwichtig war. Wir starteten in Johor Bahru, dem Ort gleich über der Grenze und fuhren bis in den Norden nach Penang. Somit durchreisten wir die ganze Längsseite Malaysias. Die Fahrt war wunderschön, unendliche Palmenwälder flogen am Fenster vorbei. Da der Zug auf gefühlte 15 Grad herunter gekühlt war, versuchten die Passagiere sich mit allem Möglichen zu zudecken. Ich funktionierte meine Handtücher um zu Decke und Schal. Es war wirklich eisig kalt, irgendwann hilft da auch kein Handtuch mehr nach so vielen Stunden. Zu unserem „Glück“ fiel öfter mal der komplette Strom im Wagon aus, somit auch das Klima. Also hatten wir es manchmal kurz warm. Nach 15 Stunden Zugfahrt inkl. 2 Stunden Verspätung kamen wir hundemüde und mitten in der Nacht in Butterworth an, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. Wir suchten uns ein Taxi zum Hotel und fielen eigentlich nur noch ins Bett.

Die Fähre am nächsten Tag brachte uns für umgerechnet 0,30 Cent nach Georgetown auf die Insel Penang. Das Mekka für Kulinarik Fans. Wir schlenderten ein paar Tage einfach nur durch die Straßen und ließen die Stadt auf uns wirken. An jeder Ecke findet man kleine Essens-Märkte, Stände mit Suppen, selbst gemachten Tees, Reis und Nudeln. Erst abends werden die Straßen voll mit Menschen, wenn die Stände aufmachen und die Straßen erleuchtet sind. Besonders angetan waren wir von der Tom Yam Suppe. Diese wird stundenlang mit Tomaten und Fisch gekocht, bis sie ihren säuerlichen Geschmack bekommt. Alle möglichen Zutaten wie Fisch, Gemüse, Nudeln und Schärfe runden die Suppe ab. Auch geeisten Tee aus der Plastiktüte bekommt man am Markt. Selbst gemacht und sehr erfrischend sind diese chinesischen Tees. In einem unscheinbaren indischen Restaurant schienen wir die einzigen nicht-Inder zu sein und genossen das Beste Curry, das wir jemals hatten. So kosteten wir uns durch Georgetown bevor wir uns aufmachten ins malaysische Hochland.

Saftig grüne Tee Plantagen in den Cameron Highlands
Einige Stunden reisten wir im Bus durch das kurvige Hochland bis wir schließlich im kleinen Tanah Rata landeten. Die Stadt ist Ausgangspunkt vieler Wanderungen, Ausflüge zu Farmen und Plantagen. Dank des milden Klimas kann hier vieles angebaut werden. Es gibt Blumen-, Erdbeer-, Honig- und Teefarmen. Wobei der Tee Hauptgrund für unseren Besuch war. Unsere Airbnb Hosts und gebürtige Chinesen luden uns gleich am ersten Abend zu einer traditionellen Tee Zeremonie ein. Sie ließen uns eintauchen in die Welt des Tees´s und zeigten uns, wie man ihn richtig trinkt. Begeistert bin ich davon, dass es grundsätzlich nur eine einzige Teesorte gibt. Abhängig davon, wie die Teeblätter behandelt werden gewinnt man daraus weißen, grünen und schwarzen Tee. Alle anderen Tees sind im Prinzip ein Mix aus dem richtigen Tee und Zusätzen. In einem speziellen Teegeschirr durften wir die Tees riechen und schmecken. Je älter ein Tee, desto besser die Qualität. Wir durften einen 10 Jahre alten Tee verkosten und waren beeindruckt vom einzigartigen Aroma. Die Chinesen zelebrieren den Tee, bereiten ihn aufwendig zu, holen das Beste Aroma aus ihm heraus. In Malaysia trinkt man Tee übrigens mit Milch, was garnicht mal so schlecht schmeckt. Das gilt jedoch für Malaysia, nicht für China! Wir verbrachten einen gemütlichen Abend, lauschten den Klängen Charen´s original chinesischer Guqin, die sie für uns spielte. Ein Harfen-ähnliches Instrument.

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug in die Tee Plantagen. Steil hinauf brachte uns der Geländewagen mitten in die Plantagen. Tee, soweit das Auge reicht. Erntende Arbeiter standen zwischen den Büschen, über die Schultern werden die Teeblätter in einen großen Behälter geschmissen, den sie auf dem Rücken tragen. Wir besuchten eine Teefabrik und konnten ein paar Einblicke in die Verarbeitung des weltweit beliebten Getränks und auch Heilmittel gewinnen. Im Mossy-Forest machten wir unseren letzten Spaziergang. Der Dschungel erinnert an „Avatar“ und „Herr der Ringe“. Das Moos ist überall, dicke Moosballen sind auf den Bäumen zu finden. Die Moosschicht am Boden dieses Waldes ist bis zu 4 Meter dick. Entsprechend weich durchwandert man dieses Gebiet. Wir genossen den kurzen und doch ereignisreichen Aufenthalt im Hochland Malaysia´s.

Kuala Lumpur – wo man die höchsten Zwillingstürme der Welt findet
In Kuala Lumpur ließen wir uns in einem Apartment nieder. Dieses befand sich im 20. Stock eines Hochhauses. Das Highlight war jedoch der Pool im 37. Stock mit Blick über die Skyline. Wow. Wir waren sprachlos, als wir das erste Mal durch die Lifttür hinaus zur Pool-Anlage traten. Eigentlich waren wir beim zweiten und dritten Mal immer noch sprachlos. Man fühlt sich wie der König der Welt, wenn man gemütlich im Pool sitzt und über die Dächer dieser Großstadt hinwegblickt. Die Petronas Towers standen direkt vor uns. Dies sind die derzeit höchsten Zwillingstürme der Welt und erreichen eine Höhe von 452 Metern. Natürlich haben wir diese persönlich besucht. Kaum zu glauben, dass solche Giganten von Menschen Hand erschaffen werden. Kuala Lumpur ist eine geschäftige Stadt. Es herrscht reger Verkehr, man spürt das typische Großstadtflair. Es gibt viele Parks, sogar einen Stadtwald. Einen wild verwachsenen Teil des Dschungels mitten in der Stadt. Das Klima war tropisch heiß und jeden Tag abends gab es einen starken Regenguss. In der Unterkunft genossen wir den Ausblick und verarbeiteten die letzten Wochen. Wir nutzten den Aufenthalt in Kuala Lumpur um uns etwas auszuruhen und Kraft zu tanken für die kommenden Länder.

Nun haben wir unser 11. Land bereist und sind bereit für die letzten Monate. Als nächstes geht es nach Vietnam, wir freuen uns auf das Land der (für uns) besten Suppe der Welt und sind gespannt, was das Land zu bieten hat.

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