Foodblog, Indonesien – Zwischen Sambal, Bakso Ayam & Bali Kopi

Zuallererst möchte ich mich bei Alex und Martina dafür bedanken einen kleinen Gastbeitrag verfassen zu dürfen – und über was könnte ich am Besten berichten, wenn nicht über Essen und Trinken à zwei meiner Lieblingsbeschäftigungen. Natürlich machte ich mir Gedanken, wie und was ich denn jetzt genau berichten soll. Entscheidung: einfach drauf los!

Bevor wir nach Indonesien bzw. Bali/Lombok/Gili aufbrachen, hatte ich gewisse Erwartungen an das Essen und Trinken. Ich stellte mir viele neue verschiedene Geschmäcker vor, war mir durch einige Recherchen aber bewusst, dass auch westliche Gerichte die indonesische Küche beeinflussen. Bei unseren ersten kulinarischen Berührungen stellten sich jedoch gleich ein paar Unterschiede heraus.

Getränke
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Begonnen haben wir mit einem Willkommens-Drink in unserer ersten Unterkunft, deswegen möchte ich als Erstes auf die Getränke eingehen. Wir bekamen einen frischgepressten Fruchtsaft mit Eiswürfeln à bei ~30°C und einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von 110% einfach perfekt. Frische Wassermelone gemixt mit Ananas – einfach genial! Generell werden überall frischgepresste Fruchtsäfte angeboten: Ananas, Zitrone, Papaya, Wassermelone, Orange usw. Diese gönnten wir uns oft, da man ein Glas bereits ab umgerechnet 1,50€ bekam und sie einfach gut schmeckten. Beim Kaffee zum Frühstück waren wir zuerst etwas skeptisch: Pulverkaffee – aufgegossen mit heißem Wasser. Aber wenn man erst einmal den Dreh raushat (langsam trinken und NICHT umrühren) schmeckt der „Bali Kopi“ extreeem gut! Was für uns (Alex, Peter und mich) natürlich auch wichtig war: GUTES BIER. Wir wurden auch hier nicht enttäuscht. Das balinesische Bier der Marke BINTANG ist ähnlich wie ein Märzen und hat uns wirklich sehr gut geschmeckt. Jedoch ist das Bier nicht ganz so günstig wie erwartet: für 0,62 Liter bezahlt man circa 2,20€. Man muss aber dazusagen, dass man diesen Betrag im Supermarkt als auch im Restaurant bezahlt hat – was wiederum günstig ist. Verdursten wird man auf Bali mit Sicherheit nicht!

Frühstück
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Unsere erste Berührung mit der indonesischen Küche hatten wir gleich am 1. Morgen beim Frühstück. Wir hatten in unserer ersten Unterkunft die Möglichkeit, Frühstück zu bestellen und haben diese dankend angenommen. Einige von uns bestellten ein „Balinesisches Frühstück“, andere Bananen-Pancakes. Ein Balinese-breakfast stellte sich zusammen aus: Reis, Nudeln, viel Gemüse, frittiertes Ei und eine Art Tofu-Küchlein. Das Ganze wird mit einer Art pikanter Sauce vermischt. Darüber wurden knusprige Sojabohnen gestreut. Zusätzlich ist noch ein wenig „Sambal“ dabei, dass das Ganze seeehr würzig macht. Sambal ist eine typisch indonesische Gewürzmischung bestehend aus kleinen frischen Chilischoten, Zwiebeln, Knoblauch, Öl und Salz, die im Mörser so lange zerrieben werden bis sie eine cremige Paste ergeben. Diese Sauce war ebenfalls in manchen Restaurants in verschiedenen Schärfegraden erhältlich: grünes Sambal = würzig, rotes Sambal = scharf, schwarzes Sambal = mit den Worten des Kellners „the crazy shit“. Ein bei uns zu Hause absolut unübliches Frühstück…  Jedoch war es sehr schmackhaft und wurde noch das ein oder andere Mal bestellt. Die Pancakes wurden mit frischen Bananen zubereitet – somit hielt ich mich von Pancakes fern… Aber ich ließ mir sagen, dass diese auch sehr gut waren.

Vorspeisen

Die tägliche Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigten unseren Hunger. Anstatt der zu Hause üblichen 3 Mahlzeiten haben wir oft nur 2 Mahlzeiten zu uns genommen + eher einen Snack. Das Mittag- bzw. Abendessen war demnach unsere Hauptmahlzeit. Hier wurde dann richtig zugeschlagen: Vorspeise, Hauptspeise und manchmal sogar noch eine Nachspeise. In Indonesien bzw. auf Bali sind viele verschiedene Vorspeisen erhältlich. Typische Vorspeisen wie Frühlingsrollen (vegetarisch oder mit Hühnchen) mit Saucen (Sojasaucen mit Chili, Erdnusssaucen, süßsauer oder Sambal), Suppen in verschiedensten Variationen (Shrimps, Nudeln, Gemüse, Hühnchen) oder Reispapier Rollen gefüllt mit Shrimps und Gemüse – alles gekostet, alles für super befunden, wobei ich mir die Reispapier Rollen ein wenig besser vorgestellt habe. Aber auch westliche Variationen waren erhältlich: Bruschetta (auf Weißbrot oder Süßkartoffeln angerichtete angeschwitzte Zwiebel, Knoblauch und Tomaten), Chicken Wings mit Sweet-Chili-Sauce oder frittiertes Hühnchen. Natürlich wurde auch das verkostet – und schmeckte super. Die Sweet-Chili-Sauce schmeckt im Land des Sambals natürlich besonders gut – vor allem für Personen die generell gerne scharf essen.

Hauptspeisen

Was eigentlich jedes Mal die Qual der Wahl war à die Hauptspeise. Hier war auf Bali sowie Lombok und auf den Gilis beinahe alles erhältlich. Westliche Gerichte wie Burger aller Art (Cheese, Steak, Veggie oder Ham) standen überall auf der Speisekarte. Einmal haben wir hinter einer völlig unscheinbaren Tür die besten Rippchen des ganzen Urlaubs entdeckt. Das Fleisch fiel fast vom Knochen und die Glasur war einfach der Hammer – und das um umgerechnet 5€. Aber natürlich haben wir unser Hauptaugenmerk auf die balinesisch/indonesische Küche gelegt. Zeitweise ernährten wir uns nur noch von Nasi Goreng (Gebratener Reis mit Gemüse, Hühnchen, einem Spiegelei und Krabbenchips), Mie Goreng (Nudeln anstatt Reis) und Frühlingsrollen – nicht, weil es nichts Anderes gab, sondern weil es einfach köstlich war! Preise zwischen 2€-3,50€… UNGLAUBLICH! Oft wurde auch Curry bestellt da es gut geschmeckt hat und gleichzeitig günstig war. Pizza ist eher nicht zu empfehlen – wir aßen ein paar Mal Pizza wobei nur ein einziges Mal die Pizza wirklich gut war. Bei Fisch ist es nötig darauf zu achten, dass es sich um wirklich frischen Fisch handelt. Wenn das der Fall ist, kann man sich auf eine Köstlichkeit freuen. Dazu noch typisch asiatische Beilagen und man hat um circa 6€ ein Festmahl! Ich esse wirklich sehr gerne Fleisch à aber auf Bali, Lombok und den Gilis habe ich so unglaublich gut vegetarisch gegessen, dass ich oft gar nicht mehr nach Fleisch gesucht habe… Einzig Essigwurst und Bradl sind nicht erhältlich. Aber dafür kommt man gerne wieder nach Hause.

Desserts

Wir haben natürlich auch allerlei Nachspeisen probiert, wobei hier 2 hervorzuheben sind. Bei unserem Airbnb Gastgeber Syadhu auf Lombok wurde uns eine Art Kuchen angeboten, den wir dankend probierten. Der Kuchen hatte 3 Lagen: Oben und unten eine dicke Teigschicht dessen Struktur, wenn man ihn horizontal aufschneidet, Miniaturhonigwaben gleicht. Die mittlere Schicht bildete eine Masse aus Schokoladenstücken und Nüssen. Fazit: unglaublich saftig und extrem lecker!

Eine weitere, vor allem für mich, erwähnenswerte Nachspeise: frittierte Minibananen. Für alle die mich kennen à ich mag keine Bananen, wobei nicht mögen eigentlich sehr untertrieben ist. Deswegen: ja ICH habe Bananen probiert. Ich rang mich zu einer Kostprobe durch und musste feststellen, dass die im Fett gebackenen Minibananen echt gut sind! Jedoch würde ich immer noch nicht in eine frische Banane beißen – brrrrrrr… 

Kulinarische Highlights

Wir hatten wirklich viel gutes Essen in Indonesien, jedoch gibt es einige Speisen und Getränke die ich besonders hervorheben möchte:

Anfangen möchte ich mit einem Getränk namens Arrak. Wir wussten im Vorfeld, dass es dieses Getränk auf Bali gibt und fragten an vielen Ständen danach – keiner wollte uns welchen verkaufen. Letztendlich organisierte unser Unterkunftsmanager Agus eine 0,5 Liter Flasche, die wir dann alle voller Erwartung probierten à zuerst nippte jeder und dachte sich nur … OH MEIN GOTT IST DAS SCHEUßLICH. Noch nie hatte ich etwas dermaßen Alkoholhaltiges getrunken. Anschließend probierten wir das Zeug noch mit Coca-Cola, was an der Grauslichkeit nur wenig änderte… Bei mir blieb es bei einem Glas, Peter und Martina probierten noch ein Zweites und sie meinten er würde besser. Probieren kann man ihn, jedoch sollte man darauf achten woher man ihn bezieht – am besten von vertrauenswürdigen Personen, da der Arrak oftmals mit Chemikalien gestreckt wird.

Ein weiteres Highlight war das Warung Padang auf Gili Air. Hier bekam man 100% indonesische Küche. Von Tempe (fermentierte Sojabohnen), über gekochten Wasserspinat, bis hin zu Weißkraut-Kokos-Mischmasch oder genial gebackene kleine Erdäpfel … einfach genial. Man wurde von einer Portion mehr als satt (ich aß aber dann trotzdem meist noch das halbe Teller von Anna, weil es einfach zuuu gut war) und zusätzlich gab es noch einen leckeren hausgemachten Eistee. Für 3 Getränke, 2 riesige Teller voll mit Köstlichkeiten und einer Schale mit den 3 oben erwähnten Sambals bezahlten wir umgerechnet 7€. Einfach der Hammer!

An unserem letzten Aufenthaltsort in Sanur bekamen wir noch einmal einen super Einblick in die Essgewohnheit der Balinesen. Wir fanden einen Platz an dem geschätzte 20 Straßenimbissstände waren und deren Besitzer die meist völlig frisch zubereiteten Speisen verkauften. Man könnte fast sagen – Willkommen im Schlaraffenland!!! Diesen Markt besuchten wir zweimal, weil es nicht möglich war, alles auf einmal zu kosten. Man konnte probieren: Sate Ayam (Spieße mit Hühnerfleisch vom Grill mit Erdnusssauce), Frühlingsrollen vegetarisch oder mit Hühnchen, frittierte Erdäpfelteigröllchen, Donuts mit Schokofülle, frittierten Tofu, frittiertes Tempe, frittierte Teigtaschen vegetarisch oder mit Hühnchen usw. Ich war immer der Meinung, dass das frittierte Zeug, das man bei uns zuhause beim Asiaten bekommt, nur „verwestlicht“ wurde, jedoch wird vor Ort wirklich sehr viel frittiert.

Auf diesem Markt gab es (wie auch im Verlauf der Reise an den verschiedensten Orten) wieder die genialste Speise der Reise. BAKSO AYAM… Wenn es nicht so heiß serviert werden würde, hätte ich mich am liebsten hineingelegt so gut ist SIE!!! Die Suppe aller Suppen… Die Suppe wird wie folgt zubereitet: der Verkäufer nimmt eine Schüssel aus seinem kleinen Holzwagen und wischt diese mit einem Geschirrtuch, mit dem er zuvor schon seine Stirn und 200 Schüsseln zuvor abgewischt hat, aus. Genau so verfährt er mit dem Löffel à völlig egal da die Schärfe, die Würze und die kochend heiße Suppe alles abtötet (haben wir uns zumindest eingeredet). Es werden nun ein paar himmelblaue Glasnudeln, etwas Weißkraut, Koriander und Zitronengras in die Schüssel gegeben. Dazu kommen noch circa 5 kleine Kügelchen aus Reis und Hühnchen die vorgekocht werden, sowie ein kleines frittiertes Stück Tofu. Anschließend wird noch mit einem Klecks Soja- und Tomatensauce gewürzt. Man wird gefragt spicy à Man(n) antwortet mit ja (gut gegen Schnupfen), bezahlt umgerechnet 70 Cent und genießt… Ich habe wirklich nicht gewusst, dass eine Suppe so gut sein kann. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke (es ist gerade 23:41) könnte ich auf der Stelle mindestens 2 Suppen verputzen – ich vermisse sie hahaha…

Zusammenfassend

Die kulinarischen Erlebnisse die wir auf unserer Reise gesammelt haben, haben uns nicht enttäuscht und oftmals sogar unsere Erwartungen übertroffen. Über die hygienischen Zustände mancher „Küchen“ darf man nicht nachdenken – einfach akzeptieren und genießen. Fazit: Indonesien ist schon alleine wegen dem Essen eine Reise wert, also los alle die jetzt Hunger bekommen haben, bucht einen Flug nach Indonesien und genießt. Mahlzeit!

 

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