Bali, Indonesien – Wenn ein Stückchen Heimat dir entgegenkommt

Befinden: Endlich wieder Kultur!
Neue Lieblingsfrucht: Mangostane
Lektion: Ein Hund der bellt, beisst vielleicht

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Als unsere Freunde uns entgegen reisten
Voller Vorfreude warteten wir am Flughafen auf unsere Freunde. Peter, Eva, Clemens und Anna landeten nur einen Tag nach uns auf der Insel. Die Wiedersehensfreude war groß zwischen all den Taxifahrern und anderen wartenden Menschen. So lange haben wir gewartet, 9 Monate uns nicht mehr gesehen ausser vielleicht mal durch den Bildschirm. Wir waren nervös wie beim Start unserer Reise. Wie wird das Wiedersehen? Welche Veränderungen werden wir an uns oder an den anderen merken? Reisen zu sechst, geht das entspannt? Viele Fragen schwirrten durch unsere Köpfe. Doch als wir unsere Vier plötzlich ums Eck kommen sahen, hatten wir einfach nur Freude in uns. Wir hatten ein wenig das Gefühl, als wären wir heimgekehrt. Aber ganz im Gegenteil sollten wir nun Indonesien und einige seiner Inseln gemeinsam entdecken, bereisen und bestaunen. Die Fahrt vom Flughafen zur Villa war anstrengend. Der Verkehr chaotisch, die Straßen überfüllt. In all dem Chaos hatten wir mitten am Weg einen Autounfall. Nicht tragisch und ohne Verletzte, jedoch war der Schaden groß genug, dass das Auto nach ein paar weiteren Fahrminuten den Geist aufgab und Anna, Eva und ich am Straßenrand hockten und aufs nächste Taxi warten mussten. Die Männer fuhren in einem zweiten Taxi voran und auf deren Fahrer galt es zu warten. Nach einer halben Stunde kam dieser auch schon angefahren, brachte uns ebenfalls ins Haus und die Freude konnte mit einem gemeinsamen Bier weitergehen. Nebenbei erwähnt war das Bier sogar ein echtes Zipfer Märzen aus der Glasflasche, mitgebracht aus Österreich. Ja DAS sind unsere Freunde. Für alle Nichtkenner dieses Bieres – Zipfer Märzen ist das Bier aus einer Brauerei nur wenige Kilometer von Alex´ Elternhaus entfernt und eines der beliebtesten in der Region, vielleicht sogar das Beste. Auch mit frischem Schwarzbrot und ein paar Schmankerln vom Bauernmarkt wurden wir verwöhnt. Nach all dem viel zu süßen Brot war dies eine pure Geschmacksexplosion für Alex und mich. In gemütlicher Runde saßen wir noch eine ganze Weile beisammen, erzählten von unseren Erlebnissen und realisierten, wie schnell die letzten Monate seit dem Reisestart verstrichen.
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Wohnen wie die Könige
Auf Bali kann man als Tourist richtig preiswert wohnen. So mieteten wir uns in einer Villa ein für die ersten Tage. Und mit richtig preiswert meine ich 10-15 Euro pro Nacht und Person für: Eine Villa mit 3 Schlafräumen, die jeweils ein großes Himmelbett mit offenem Bad angeschlossen enthalten. Ein offener Wohn- Essbereich, der sich direkt vor dem grün bewachsenen Pool befindet. Alle Räume sind in wunderbar indonesischem Stil mit viel Farbe und Holz dekoriert. Bunte Bilder der Hauseigentümerin ziehen sich durch die offen gehaltene Anlage. Es gibt ein eigenes Haustelefon, womit wir Agus unseren Hausmanager erreichen konnten. Dieser organisiert gegen kleinen Aufpreis ein kontinentales Frühstück im Haus oder Mopeds für den ganzen Tag. Kadek unser Fahrer holte uns vom Flughafen ab und war stets bereit uns ebenfalls für einen niedrigen Aufpreis auch mal einen ganzen Tag herum zu chauffieren, wenn wir Lust hatten. Eine zweite Kadek (ja der Name wird für sie und ihn verwendet) kümmerte sich alle paar Tage um unsere Zimmer und Sauberkeit in Haus und Pool, sie ist wie die Mutter des Hauses und von Grund auf herzlich. Die Zeit in der Villa war unglaublich luxuriös, für Alex und mich seit langem ein absolutes Highlight. Eine willkommene Abwechslung zu Stockbetten, Gemeinschaftstoiletten und Küchen, die sich hunderte Menschen teilen.
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Bali´s Lifestyle rund um Mengwi
Rund um die Villa gibt es kleine Stände mit Getränken, Snacks und Benzin in Vodka Flaschen. In kleinen Spa´s gibt es wohltuende Massagen um so wenig Geld, dass man es kaum glauben kann. Für eine 45-minütige Rückenmassage bezahlt man beispielsweise 6 Euro. Und die Masseurinnen haben es in sich, beziehungsweise in ihren Händen. Tief entspannt, relaxed und eingeölt kommt man aus den kleinen Salons heraus. Immer wieder befinden sich kleine Tempelanlagen neben den Straßen, ich mag die geschwungenen Dächer und die prunkvollen Statuen, die viele Einfahrten zieren. Vor so ziemlich jedem Haus liegen kleine Schälchen aus Bananenblättern, gefüllt mit getrockneten Kräutern, Früchten oder Räucherstäbchen. Die Balinesen geben diese Opfergaben 3-mal täglich um böse Geister fernzuhalten. Darauf zu treten wäre ein großer Fauxpas, somit sollte man jederzeit Acht geben, wo man hintritt. Die Menschen sitzen vor ihren Geschäften, jederzeit erfreut über einen kleinen Plausch. Viele Straßenhunde streunen durch die Gegend. Vertrauen sollte man ihnen jedoch nicht. Ab und an kann man Arbeiter auf ihren Reisfeldern bei der Ernte beobachten. Der Reis wird manchmal direkt am Feld getrocknet. Die Reisterrassen sind, wie man sie sich vorstellt, saftig grün, dicht und überall zu finden. Das Moped ist Hauptverkehrsmittel, man fährt zu zweit zu dritt und manchmal sieht man auch das ein oder andere Kind durch den Verkehr düsen. Bali ist anders. Die Menschen sind kontaktfreudig und nett. Ein bisschen erinnert das Volk an Südamerika. Man spürt die ehrliche Herzlichkeit in Gesprächen oder einfach, wenn man angelächelt wird. Besonders erfreut schienen die Menschen, als wir in unseren Sarongs durch die Straßen spazierten. Die bunten Tücher tragen Mann und Frau in Tempeln, bei Zeremonien und auch im Alltag. Ein paar hundert Meter entfernt liegt der Strand und etliche Strandbars und Stände. Die Strände auf Bali sind aufgrund der Vulkanasche schwarz, pechschwarz um ehrlich zu sein. Jedoch hat dies seinen ganz eigenen Reiz. Das schwarze Glitzern wirkt elegant und teilweise ist der Sand ebenso weich wie manch weißer. Man sollte jedoch nicht unterschätzen, wie heiß dieser Sand werden kann. Anna und Peter verbrannten sich beim ersten Strandbesuch fast die Füsse und die Verkäuferinnen dort tragen alle Flip-Flops mit Socken. Das soll was heißen.
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Die ersten Tage…
… verbrachten wir im Pool, auf dem Moped und am Strand. Es gibt viel zu tun auf Bali. Viele Tempel laden zu einem Besuch ein, um der Kultur näher zu kommen. Mit dem Moped fuhren wir vorbei an unzähligen Reisfeldern und Einkaufsstraßen, besuchten schöne Tempel und genossen die kühle Brise während wir die Straßen entdeckten. Wer auf Bali urlaubt, sollte es nicht versäumen, sich das Surfen beibringen zu lassen. Ein paar Stunden buchten wir uns Boards und ein paar Guides, die uns in die Welt des Wellen Reitens einführten. Auch wenn es bei dem ein oder anderen mehr Wellen tauchen als reiten war. Spaß hatten wir auf jeden Fall und eine neue Erfahrung ebenso gesammelt. Mit Kadek unserem Fahrer besuchten wir an einem Tag den Garuda Wisnu Kencana Kultur Park, wo es erstaunlich große Blechfiguren gibt. Diese sieht man bereits aus einer größeren Entfernung. Auch hatten wir das Glück, eine Show mit traditionellen Tänzen, Musik und Kostümen zu sehen. Nach Australien freuen wir uns sehr über diese Vielfalt an Farben, Kultur und neuen Erkenntnissen. Auch Alex steht nun mit der Fotografie vor ganz neuen Motiven und Möglichkeiten. Ich denke auch das tut gut, wenn man zur Abwechslung neue Landschaften und Menschen vor die Linse bekommt.

Generell war die erste Zeit gemeinsam sehr schön. Wir konnten mit unseren Freunden über neue Themen reden und erfuhren, was sich in der Heimat so tut. Auch unsere Erfahrungen konnten wir weitergeben, nicht nur von wo wir kommen und wohin wir reisen. Da wir über 9 Monate zu zweit unterwegs waren, war das Reisen in der Gruppe natürlich auch eine Umstellung für uns. Plötzlich jeden Tag mit mehreren Leuten zu entscheiden und zu leben, an das mussten wir uns erst wieder gewöhnen. Man spricht über ganz andere Themen, die lange Zeit nicht mehr präsent waren und erlebt einen kleinen Überfluss an Eindrücken. Nichts desto trotz freuten wir uns lange auf die gemeinsame Zeit in Indonesien und genossen auch, dass es endlich so weit war. Immerhin haben wir unsere Freunde lange vermisst und hatten nun Zeit, die letzten Monate nach zu holen und Revue passieren zu lassen.
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Nyepi – Balinesisches Neujahr
Genau zur richtigen Zeit besuchten wir die Insel. Neujahr auf Bali wird nicht Ende Dezember gefeiert, sondern variiert nach dem Mondkalender. So fiel dieses Jahr Nyepi auf den 9. März. 3 Tage vor diesem besonderen Tag wird bereits gefeiert. Mit Gongs und Tschinellen wandern ganze Gruppen durch die Straßen. Große geschmückte Bambusstangen sind überall neben der Straße aufgestellt. Am Tag vor Nyepi spielt sich ein Riesen Spektakel auf den Straßen ab. Jedes Jahr aufs Neue werden große Figuren erbaut, auf Rollen montiert und durch die Umgebung geschoben. Viele Gruppen treffen mit diesem Dämon artigen Figuren aufeinander. Es gibt Bewertungen und der mit dem größten und besten Ogoh Ogoh (so heißen diese Figuren) ist Sieger. Die auf Bali lebenden Hindus glauben an Geister und Dämonen. Diese sollen von der Insel ferngehalten werden. Somit ist Nyepi der Tag der Stille. Man fastet, benutzt kein Licht, keinen Strom und verlässt das Haus nicht für 24 Stunden. Die sogenannten Religionspolizisten sind die einzigen Leute, die durch die Straßen gehen und kontrollieren, ob sich jeder an die Regeln hält. Selbst Flughäfen und der komplette Luftraum über Bali sind für 24 Stunden gesperrt. Touristen sind nicht ausgenommen, so hielten wir uns an diesem Tag in der Villa auf. In dieser Nacht war der Sternenhimmel gigantisch. Die ganze Insel dunkel und ruhig. Vorbeiziehende Dämonen sollen dadurch nicht merken, dass es auf Bali Leben gibt, und weiterziehen. Nyepi war eine interessante Erfahrung, die Zeremonien interessant und farbenfroh. Die Hindus haben einen starken Glauben den man respektieren sollte.
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Die erste Zeit auf Bali war sehr ereignisreich. Ein Wiedersehen mit Freunden, ein neues Land und viele Eindrücke haben uns beschäftigt. Nun reisen wir gemeinsam zur nächsten Etappe unserer Indonesien Reise. Wir sind gespannt auf das Zentrum Bali´s, auf Ubud und seine Affen.

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