Whitsunday Islands – 74 Inseln, 1 Segelschiff und ganz viel Freiheit

Unnötiger Fakt: aus tiefem Wasser in ein Dingi klettern sieht absolut nicht Lady-like aus
Neues gesichtetes Wildtier: eine Seeschlange
Lieblingserlebnis: einen Sonnenuntergang vom Deck des Segelschiffs erleben 

Airlie Beach – willkommen zurück Luftfeuchtigkeit

Mit unserem Hop on Hop off Pass von Greyhound fuhren wir von Townsville weiter nach Airlie Beach. Dank der erwähnten Nebensaison sind die Busse halbleer und jeder hat einen Doppelsitz für sich. Kaum zu glauben, wie viel Wert so ein zweiter Sitz haben kann. Man kann sich sogar fast hinlegen, es ist zwar etwas ungemütlich, jedoch wird man kreativ mit dem vielen Bus fahren. Und ein Nacken Kissen wird Goldwert. Immerhin haben wir in Australien, abgesehen von Auto und Flugzeug, gute 40 Stunden im Bus verbracht. Gar nicht mal so wenig, was?

Wie immer freuten wir uns, das nächste Ziel erreicht zu haben. Airlie Beach gleicht ein wenig der Stadt Queensland in Neuseeland. Eine nette kleine Stadt mit viel Tourismus, trotzdem genügend Charme und einer netten Lagune. Die Stadt war Ausgangspunkt für unseren 2 tägigen Segel Turn. Die Luftfeuchtigkeit liegt hier bei 100%, da genießt man einen kühlen Drink umso mehr. Man bewegt sich weniger und trinkt dafür mehr, auch nicht schlecht. Die meiste Zeit in Airlie verbrachten wir mit Spaziergängen durch die Hauptstraße, der Suche nach einem neuen Strohhut und hier und da ein Besuch beim Japaner oder im Pub.

 

Leinen los & Ahoi!!!

Am nächsten Tag früh morgens fanden wir uns alle am Hafen ein. Kevin war unser Skipper, ein älterer erfahrener Seemann mit Schnauzer und voll eingecremten Gesicht der, wie ich denke, mehr Zeit auf See als an Land verbringt. Stefanie und Laura vervollständigten die Crew für Küche und Hilfe an Deck. Die Gruppe an Passagieren bestand aus deutschen Studenten, 2 Österreicherinnen und einer Kolumbianerin. Ach ja, und wir waren ebenfalls dabei :). Somit wurde die beiden Tage zum größten Teil deutsch gesprochen, womit das Gefühl, in Australien zu sein, irgendwie ausblieb. Eine gute Seite hatte das ganze allerdings. Alex und ich beschlossen von nun an englisch miteinander zu sprechen. Wir lieben die Sprache und es war ein guter Weg, deutschen Gesprächen aus dem Weg zu gehen. Es funktioniert mittlerweile ganz gut und ist immer lustig, wenn wir deutschsprachigen Reisenden nach einer Weile erzählen, dass wir eigentlich aus Österreich kommen. Wir sind auch nicht die ersten, die das praktizieren. Viele weitere bleiben nach einigen Monaten Reise bei der englischen Sprache, irgendwas muss man sich eben einfallen lassen um im Training zu bleiben. Mittlerweile fangen wir auch schon an, auf englisch zu denken. Aber im Schlaf reden, das passiert noch auf unserer guten, alten, österreichischen Mundart, fanden wir letzte Nacht heraus, als ich schlafwandelte.

Das Schiff für den Trip hieß „Freight Train“ und bot genügend Platz für ca. 20 Passagiere. Es gab keine Kajüten, nur schmale Pritschen entlang beider Seitenwände in Form von Stockbetten. 2 Toiletten und eine kleine Küche. Das Schiff war ein älterer Jahrgang, somit nicht unbedingt luxuriös. Jedoch war uns das egal, denn den Großteil der Zeit verbrachten wir sowieso an Deck. Alle durchgezählt, Schuhe beim Skipper abgegeben, da hieß es auch schon „Leinen los!“ Vorne am Bug machten wir es uns gemütlich uns genossen die gemächliche Fahrt über das ruhige Meer. Die Whitsunday Islands bestehen aus 74 Inseln, dichtbewachsen, grün und weiße Traumstrände runden das Bild ab. Ab und an sichteten wir große Quallen knapp unter der Wasseroberfläche. Auch eine Wasserschlage und einige Schwärme fliegender Fische entdeckten wir am Weg. Wir hatten einige Schnorchel-Stops, bei denen wir Schildkröten, zahlreiche bunte Fische und einige dicke Großfische beobachteten. Manch einer hatte fast die Größe eines Menschen. Alle rissen die Augen auf, als die Tiere vom Schiff aus gefüttert und somit angelockt wurden. Tausende Fische tummelten sich an der Oberfläche. Ein paar Räuber waren ebenfalls unterwegs. Es ist schon etwas gruselig, wenn man einen Schwarm Fische beobachtet und plötzlich schiesst ein schwarzer Riese durch den Schwarm geradewegs auf dich zu. Zu jedem Riff wurden wir mit dem Dingi gebracht und auch wieder abgeholt. Wie der unnötige Fakt bereits erklärt, in das Dingi muss man es erst einmal hineinschaffen. Immerhin ging es allen ähnlich, man half sich gegenseitig und zog sich an Armen und Beinen ins Boot. Immer eingepackt im Quallen Anzug. Mahlzeiten gab es in Buffett Form was richtig lecker war. Abends genossen alle gemeinsam den Sonnenuntergang. Die Inseln rund um uns waren fast komplett dunkel, somit strahlte uns der große Mond entgegen. Er spiegelte sich im Wasser, das einzige Geräusch waren die Wellen, die gegen das Boot platschten. Unter Deck war es so heiß und eng, dass wir und ein paar andere beschlossen an Deck zu übernachten. Welch ein freies Gefühl. Unter klarem Sternenhimmel in den Schlaf gewogen zu werden. Eine der besten Nächte überhaupt, bis es in den frühen Morgenstunden zu stürmen begann. Polster gepackt, wieder hinunter gewackelt, Schotten dichtgemacht. Jedoch war bis zum Sonnenaufgang, den wir alle zusammen mit einer Tasse Kaffee bestaunten, alles wieder gut. Am zweiten Tag besuchten wir den White Heaven National Park. Noch nie berührten wir solch feinen, reinen, weißen Sand. Wir spielten im Sand wie kleine Kinder. Der Strand war Kilometer lang, bewachsen mit dichtestem Wald. Nach gut zwei Stunden wurden wir von unserem Spielplatz abgeholt und an Board gebracht.

Leider segelten wir unseres Erachtens nach zu wenig, da immer nur das vordere Segel gehisst wurde und leider niemals das Hauptsegel. Steffi, Mitglied der Crew, hatte eine Infektion im Bein und musste uns am ersten Tag verlassen. Lag es daran, oder war es ein anderer Grund? Es war wirklich schade, denn das Segeln war der Hauptgrund unserer Buchung.

Damals fuhren meine Familie und ich jedes Jahr segeln nach Kroatien. Ich habe es geliebt. Alex und ich haben uns tierisch gefreut, diese Erfahrung gemeinsam zu machen. Nichts desto trotz haben wir mit diesem Ausflug eine wunderbare Erinnerung mehr, die wir auf keinen Fall missen wollen. Alleine das Gefühl, das Wasser an Board eines Schiffes zu überqueren, gibt ein unvergleichbares Gefühl der Freiheit. Und etwas Action am Heimweg hatten wir dann doch, als ein Sturm aufzog, alle an Deck saßen und uns die Wellen und der Regen seitlich entgegenkamen. Wir waren alle klitschnass von einem Mix aus Meer- und Regenwasser. Das Ganze erinnerte mich ein wenig an einen Segelurlaub damals. Meine Eltern, meine Schwester und ich gerieten ebenfalls in einen Sturm. Der war jedoch nicht zu vergleichen mit diesem. Meine Schwester uns Ich waren noch nie so seekrank. Als wir endlich irgendwo anlegen konnten protestierten wir, wieder zurück an Board zu gehen. Wir wollten am liebsten mit dem Zug zurückfahren. Aber alles wurde gut und wir mussten keine Seekrankheit mehr erleben. Diesen Urlaub werden wir alle nicht vergessen.

 

 

Nach dem Trip saßen wir noch mit einigen vom Trip gemeinsam bei ein paar Drinks in einer Bar in Airlie Beach zusammen und hatten einen gemütlichen Abend. Auch den Seegang spürten wir noch bis zum nächsten Tag.

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