Cairns, Australien – Das Tor zum Great Barrier Reef

Anbieter: Silverswift Cairns, perfekte Organisation und erste Klasse Guides
Logbucheinträge: #18, #19 und #20
Riff: Flynn Riff am äußeren GBR 

Cairns – unser Ausgangspunkt zum Riff


Cairns selbst hat uns nicht unbedingt vom Hocker gehauen. In der Stadt hat es 100% Luftfeuchtigkeit, einige Nachtmärkte und etliche Partylöwen, die gerade den Schulabschluss hinter sich haben. Heimatlose sind immer präsent. Es ist auffällig und gleichzeitig schade, wie viele Arbeitslose sich hier finden. Ein großer Anteil stammt von den Aborigines, den Ureinwohnern Australiens. Ich weiß nicht warum es hier ähnlich ist wie mit den Maori in Neuseeland, oder vielleicht noch schlimmer? Jedenfalls gibt es viel zu viele Alkoholiker ihrer Art, man hört auch von anderen Einwohnern meistens nichts Gutes über das Thema Aborigines. Vielleicht kommen einige einfach nicht damit zurecht, dass ein neues Zeitalter gekommen ist. Arbeit und Gesetze regieren die Welt, das ist die moderne Zeit, ob man will oder nicht, vor allem in Großstädten. Anarchie und in den Tag hinein leben funktioniert einfach nicht mehr ohne Konsequenz. In vielen Bars spielen abends Livebands und ein Souvenir Shop reiht sich wieder einmal an den anderen. Da es leider keinen vernünftigen Strand gibt, hat die Stadt eine kleine Lagune angelegt, eine der schönen Seiten Cairns´. Kinder plantschen vergnügt im seichten Wasser während die Eltern beim Picknick sitzen. Es gibt einige BBQ Plätze und genug Liegefläche. Abends spaziert man gemütlich durch die Nachtmärkte, bei denen man von Hüten, über Schmuck bis zu Känguru Fellen so ziemlich alles angeboten bekommt. Mehr als die Hälfte der Verkäufer sind asiatischer Herkunft, so wie auch die Einwohner der Stadt generell. Ein geniales Erlebnis hatten wir gleich an den ersten beiden Abenden. Als es begann dunkel zu werden, spazierten wir durch die Straßen. Plötzlich wurde es unruhig am Himmel und laut. Hunderte Flughunde tummelten sich von einer Sekunde auf die andere über unseren Köpfen. Alle standen da, Kameras und Blicke nach oben gerichtet, welch ein Spektakel. Bereits in Sydney machten wir Bekanntschaft mit den Tieren. Flughunde werden in Australien schon mal bis zu 1,50 Meter groß (Flügelspannweite). Zur gleichen Zeit versammelten sich etliche Papageien in den Bäumen der Stadt als die Dunkelheit anbrach und zwitscherten was das Zeug hielt. Wir konnten unseren Augen nicht trauen, so eine große Anzahl an exotischen Tieren, mitten in der Großstadt. Rund um Cairns breitet sich der australische Regenwald aus wie schon das feuchte Wetter verrät. Es gibt viele Ausflugsangebote in den Regenwald, leider oft sehr überteuert. Fährt man etwa eine Stunde mit dem Bus, erreicht man Palm Cove. Ein kleiner schicker Ort an einem langgezogenen schönen Sandstrand. Zu unserem Pech waren an diesem Tag sämtliche Strände Cairns ´aufgrund einer Irukandji Invasion gesperrt. Die Irukandji ist eine winzig kleine Qualle, nicht viel größer als ein Fingernagel und ihre Tentakel haben ein Gift in sich, dessen Schmerz als „Gefühl des nahen Todes“ bezeichnet wird. Es gibt kein Gegengift (noch), nur Essig verhindert, dass mehr Gift in den Körper eintritt. Unter anderen im Februar vermehren sich die kleinen Biester leider an den Stränden von Queensland. In seltenen Fällen führt das Gift zum Tod, riskieren wollten wir trotzdem nichts. Und da ebenso vor Krokodilen gewarnt wurde war klar, erst mal ins Café auf einen Drink. Tja, was das Thema Baden betrifft, ist der Attersee schon sehr viel einfacher. Badesachen an und ab ins Wasser. Die höchste Gefahr hier besteht darin, dass man Schwimmhäute bekommt, wenn man aufgrund von Luftmatratze und einem kalten Bier zu lange im Wasser bleibt.

Ein großer Schritt nach vor und ab ins Unterwasser Paradies


Früh morgens machten wir uns auf zum Hafen, die Vorfreude war groß, nun wurde unser Traum endlich war. Viele Menschen warteten bereits am Terminal um für alle möglichen Ausflüge ein zu checken. Und wie es der Zufall wollte, standen mit uns zwei weitere Österreicher in der Warteschlange. Um genauer zu sein, Sarah und Michi aus Leonding. Was für eine Freude, endlich wieder einmal im klassischen Österreicher Slang zu quatschen. Am Schiff wurden wir von einigen Crew Mitglieder empfangen und zur unteren Ebene geschickt, dort waren bereits Plätze für uns (Taucher) reserviert. Da das Schiff relativ groß war, waren wir mindestens 50 Leute an Board. Dank der grandiosen Organisation der Crew hatte jedoch jeder seinen Platz und es herrschte zu keiner Zeit Chaos. Es gab Schnorchler, lizensierte Taucher und Taucher ohne Lizenz. Ebenfalls konnte man auch als Zuschauer mitfahren und hatte an Deck eine gute Aussicht. Am Tag zuvor trafen wir zwei Tauchlehrer, die uns ans Herz legten Tabletten gegen Seekrankheit zu nehmen, die See soll doch recht rau sein und bis zum äußeren GBR fuhren wir knapp 2 Stunden. Wir nahmen eine bevor es losging, jedoch kam alles nicht ganz so dramatisch als erwartet. Vielleicht haben aber auch einfach nur die Tabletten gewirkt, denn krank wurden schon einige, was wir daran erkannten, dass viele Passagiere mit dem berühmten Papiersäckchen beschäftigt waren. Travelcalm sei Dank blieben wir den ganzen Tag fit. Ty war Guide unserer Gruppe die aus 8 Tauchern bestand. Wir erhielten ein sehr genaues Briefing über Ausrüstung, Tauchgänge und weitere wichtige Punkte. Das Briefing war professionell und auch die Ausrüstung war erste Klasse. Wir wurden mit Stinger Suites ausgestattet, Taucheranzüge, die so ziemlich alle Körperteile bedecken wegen der Quallen. Sogar die Finger sind eingepackt. Am ersten Tauchspot machten wir uns am hinteren Teil des Schiffs mit all den anderen Tauchern fertig. Tauchmaske auf, Flossen an und so sprang jeder mit einem großen Schritt, ausgerüstet mit Anzug, Tank und Blei, ins kühle Nass. Ok, es war nicht kühl, es hatte ca. 30 Grad, aber der Satz lest sich einfach schöner als mit „ins Badewannen warme Nass“ in Ordnung? Gut. Wir warteten bis alle im Wasser waren und tauchten gemeinsam ab in die bunte Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs.

Nemo, Crush & Bruce, seid ihr das?


Was für ein gutes Gefühl, endlich wieder unter Wasser zu sein. Diese Ruhe. Alles was man hörte war die eigene Atmung und ab und zu das akustische Signal von Ty, wenn er uns etwas zeigte. Wir tauchten zwischen 14 und 22 Meter tief und jeweils ca. 45 Minuten. Jede Minute war speziell. Bunte Korallengärten mit Fischen, die wir noch nie gesehen haben. Schwärme mit tausenden Fischen umkreisten große Felsformationen. Wir hatten das pure Leben vor Augen. Sogar diese kleinen Sandaale ließen sich blicken. Sie stecken zur Hälfte im Sand und kommen immer wieder ein Stückchen heraus. Einige Großfische schwebten gemächlich an uns vorbei, ein silberner Riese begleitete uns eine Zeit lang. Papagei Fische in allen Farben jagten sich gegenseitig durch die Riff Spalten, kleine Anemonen Fische soweit das Auge reicht. Wir durchquerten Spalten und Gräben. Beim zweiten Tauchgang hörten wir plötzlich Ty´s Signal. Er hatte eine Meeres Schildkröte entdeckt. Das Tier war gerade beim Fressen an einer Korallenwand. Die Gruppe hielt inne und alle waren ganz wunderlich, so ein großes Tier zu Gesicht zu bekommen. Sie ließ sich überhaupt nicht von uns stören, das Tier war bestimmt schon 100 Jahre alt. Welch eine wunderschöne Kreatur. Es war unsere erste Schildkröte unter Wasser. Wow! Ty erzählte uns später, dass Meeresschildkröten sich oft verhalten, als wären sie high. Es passiert angeblich manchmal, dass die Tiere einem genau gegen die Nase schwimmen, ohne Absicht natürlich. Dieses Verhalten kommt anscheinend davon, dass irgendwelche Stoffe im Futter der Schildkröten sind, die die Tiere etwas benebeln. Darum scheinen auch immer alle so gechillt und relaxed. Noch ganz begeistert von dem Erlebnis gönnten wir uns nach den ersten zwei Tauchgängen ein leckeres Mittagessen in Buffet Form bevor wir ein paar Fahrtminuten weiter zum dritten Mal ins Wasser gingen. Unter dem Schiff versammelten sich etliche Großfische, warteten sie gar auf Futter? Der letzte Tauchgang war ein Wall Dive. Wir tauchten entlang einer hohen Riff Wand, bewachsen mit den ausgefallensten Korallen. Manche sahen aus wie Blattsalat, andere bewegten sich mit der Strömung hin und her. Wieder andere hatten blitzblaue Spitzen und Spalten spendeten Verstecke für viele Meeresbewohner. Wir sahen so unglaublich viele Kontraste am Great Barrier, dass wir jede Minute spekulierten, was denn als nächsten aus der blauen Ferne erscheinen könnte. Und das absolute Highlight am Schluss waren 2 Weißspitzen Riff Haie. Zuerst sahen wir einige Meter unter uns einen kleinen etwa ein Meter großen Hai übers Riff schweben. Wie genial ist das denn? Wir waren alle hin und weg. Und kaum verschwand der kleine in der Ferne tauchte auch schon etwas näher ein größerer seiner Art auf. Ty schätzte ihn auf knapp 2 Meter. Ich habe mir oft vorgestellt wie es sein würde, einem Hai zu begegnen. Beim Gedanken daran war mir trotz meiner Neugier immer ein wenig mulmig zu Mute. Als aber dieser ruhige Gigant an uns vorbei glitt waren wir einfach nur komplett und zu 100 % begeistert. Der Hai war wunderschön, was hatten wir für ein Glück!

Überglücklich über all unsere Sichtungen saßen wir während der Rückfahrt gemütlich an Deck und füllten stolz ein paar mehr unserer Logbuchseiten aus.
DCIM103GOPRO

Wir sind gespannt was uns auf unserer Unterwasser Reise noch so erwartet.

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