Great Ocean Road & Grampians National Park – Mein Bus Abenteuer in Australien

Befinden: ich fühle mich sooo klein
Bestes Erlebnis: zum ersten Mal ein wildes Känguru mit Baby aus nächster Näher gesehen
Lektion: Spinnen und Schlangen lauern NICHT überall in Australien 

Ich bereiste die great ocean road 3 Tage lang mit dem Bus. Die Tour beinhaltete einen Platz im Bus, Hostel, Verpflegung, einige National Parks und einen Guide. Eigentlich bin ich ein sehr freiheitsliebender Mensch. Jedoch kam mir der Bus sehr gelegen, da ich mir alleine kein Auto mieten wollte. Ich dachte mir, im Bus kann ich entspannen und gemütlich die Landschaft bestaunen ohne mich auf das Fahren konzentrieren zu müssen. Die Tour kam mir sogar mit ca. 270 Euro günstiger als mit dem Auto. Natürlich ist die Flexibilität keine Frage, aber trotzdem wollte ich sehen, wie mir so eine all inclusive Tour gefällt.

 

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Tag 1 – Grampians National Park & die ersten Kängurus

Um 06:45 Uhr sollte ich bei der Central Station in Adelaide sein, so quälte ich mich viel zu früh aus dem Bett, um ein Taxi in die Stadt zu bekommen. Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis Altair (unser kasachischer Guide) mit dem Kleinbus um die Ecke kam. 16 Leute waren wir. Ein bunter Haufen aus der Schweiz, England, Frankreich, Holland, Deutschland und ich sollte es sein. Es war ein lustiger Haufen, die meisten waren in meinem Alter und ich fühlte mich gleich nach den ersten Stunden wohl. Altair war ein jung gebliebener, sportliebender Guide, der immer lächelte und gute Stimmung verbreitete ohne einen auf Zwangsparty zu machen. Und er liebt Neuseeland, so hatten wir die paar Tage genügend Gesprächsstoff. Nach einem Brekky (Frühstück) im Café ging es los Richtung Victoria. Kaum über der Grenzlinie hatten wir Zeitumstellung – eine HALBE Stunden. Die zweite Zeitzone von insgesamt 5 in Australien. Stundenlang fuhren wir durch den Grampians National Park, ein echtes Highlight. Steppenland und ewige Weiten. Bei den Makanzie Falls machten wir Stopp. Wunderschöne Wasserfälle auf verschiedenen Ebenen. Über fast 300 Stufen kommt man hinunter zum Ende, wo man auf den Felsen herumspazieren oder auch ins kühle Nass hüpfen kann. Nach und nach machten wir immer wieder ein paar Stopps an den schönsten Ausblicken. Man fühlte sich, als würde man ganz Victoria überblicken. Fast beim Hostel angekommen machten wir halt um ein paar Locals zu treffen. Von der Ferne entdeckten wir bereits etliche Kängurus auf einem Sportplatz umher hüpfen. Die eastern Kängurus sind die zweit größten ihrer Art und werden bis zu 1,80m groß. Sie können bis zu 45km/h schnell werden und zwei Meter hohe Zäune sind für sie kein Hindernis. Unfertig, nur mit Händen ausgestattet krabbeln sie nach der Geburt in den Beutel der Mutter, um sich weiter zu entwickeln. Eine etwas skurrile Vorstellung. Die Tiere können schwimmen, jedoch nicht rückwärtslaufen. Sie brauchen immer Platz um einen Bogen zu laufen, daher sind Kängurus nicht gerade beliebt am roten Kontinent. Jedes Jahr gibt es viele Autounfälle, genauso mit Emus, diese können ebenfalls nur vorwärtslaufen. Ich mag Kängurus und hatte das Glück, eine Mutter mit ihrem Baby aus nächster Nähe zu beobachten. Jedoch sollte man Vorsicht walten lassen und den Tieren ihren Raum lassen. Leute sind bei Angriffen der Tiere bereits gestorben. Die lustigste Tatsache, meiner Meinung nach, ist die Bedeutung des Wortes „Känguru“. Als die ersten Entdecker auf den Kontinent kamen lebten hier bereits Aborigines. Die Entdecker fragten die Aborigines, wie denn diese Tiere heißen und bekamen als Antwort: “Känguru.“ Das heißt jedoch einfach nur: “ich weiß nicht, was du sagst!“ Tja, da hat es wohl noch ein bisschen an der Kommunikation gehapert. Lange standen wir da und freuten uns über die Tiere. Im Hostel wurde gemeinsam Pasta gekocht, und gemütlich zusammen gesessen, bevor wir alle müde in unsere Stockbetten fielen.

Tag 2 – auf zur Great Ocean Road

Früh morgens machten wir uns auf, den Pinacle zu bewandern. Ein Track im Grampians National Park, der schöner nicht sein könnte. 1,5 Stunden wanderten wir hinauf über felsige Wege. Teilweise waren die Felsen riesig und man konnte einige Meter auf ihnen gehen. Wir durchquerten schmale Passagen und den „Little grand Canyon“. Ein wirklicher Miniatur Canyon, jedoch wunderschön. Stufen wechselten sich mit Erdwegen ab. Hier und da konnte man es rascheln hören im Busch, vielleicht eine Schlage? Oder eine Spinne? Oder doch nur eine Echse? Oben am Gipfel genossen wir die Aussicht, ich liebe es, in die ewigen Weite zu blicken. Es hat etwas gleich mit dem Horizont am Meer. A Million Dollar view, wie es die englische Sprache passend ausdrückt. Nach der Wanderung ging es los Richtung great ocean road. Zum Lunch pausierten wir in einem großen Park. Einige Koalas fanden wir in den Eukalyptus Bäumen und drei freche Emus strichen umher auf der Suche nach Futter. Es gelang ihnen, ein paar Leuten das Essen zu stehlen. Das kommt davon, wenn ein paar Irre meinen, sie müssten die Tiere mit Chips füttern. Viele wunderbare Stopps machten wir auf der great ocean road. Die Bay of Martyrs beeindruckte mit den ersten großen Felsformationen. Das Wasser hier ist eisig kalt, da es mit der Strömung aus der Antarktis kommt. Dafür bekommt mal alle nur möglichen Blautöne zu sehen. Die London Bridge war eine Formation, die (na wie schon) wie die London Bridge aussah. Leider stürzte ein Teil davon ein. Trotzdem ergibt sie nach wie vor ein atemberaubendes Bild. An einem Riesen Loch, durch das man den Ozean sieht, kamen wir ebenfalls vorbei. Natures Window war der Name dieses Ortes. Das Loch in der Küstenwand entstand durch das Wetter. An diesem Abend gab es im Hostel Pizza für alle und extrem laut quietschende Betten in einem großen Raum, wo wir alle 16 gemeinsam übernachteten. Jedoch vor dem zu Bett gehen fuhren wir noch einmal an die Küste um den Sonnenuntergang bei den 12 Apostels zu erleben. Es war ziemlich bewölkt und regnerisch, trotzdem hatten wir Glück und konnten den Untergang genießen. Die 12 Apostels sind große Felsbrocken mitten im Wasser, viele Schiffe sind hier früher gestrandet. Und es waren eigentlich nur 9. Mittlerweile 8, einer ist vor Jahren zusammengestürzt. Der Abend endete mit einer Suche nach Alex. Also nicht mein Alex, der Alex von meiner Gruppe. Es wurde bereits dunkel und er kam nicht zum Bus. So schwärmten wir aus um ihn zu suchen. Vorher erzählte uns Altair noch, es sei hier vor 2 Wochen eine Frau abgestürzt. Jemand musste die ganze Nacht bei ihr bleiben, bis sie geborgen werden konnte. Sie starb noch in der gleichen Nacht. Und da Alex auf der Tour so ziemlich über jeden Zaun kletterte, machten wir uns doch Sorgen. Glücklicher Weise kam er uns am Weg entgegen, er hatte die Zeit übersehen. Somit hatte Alex Zaunkletterverbot ab diesem Abend.  

Tag 3 – noch mehr Koalas & ein Besuch im Regenwald

Nach dem Frühstück chauffierte uns Altair zum Maits Rainforest. Ein Wanderweg im Otway National Park. Gigantische Baumfarne zieren hier die Holzstege, die durch den Wald führen. Bäume, die bis zu 100 Meter hochwachsen und mit Glück kann man verschiedene Tiere beobachten. Wir haben die seltene Schwarzschnecke entdeckt. Was sagte der Franzose dazu: “we eat them at home!“. Vielleicht sollte ich mich mal nach Frankreich aufmachen und die verrückte Lebensmittel Kultur erkunden. Ach, in Asien werden wir sicher genug skurrile Lebensmittel zu Gesicht bekommen. Bevor wir den Küstenteil der great ocean road erreichten, machten wir noch eine Pause am Kennett River. Dort konnte man viele Koalas in den Bäumen beobachten. Das Wort „Koala“ stammt ebenfalls von der Sprache der Aborigines und bedeutet „trinkt kein Wasser.“ Koalas trinken fast nie Wasser, außer es ist außergewöhnlich heiß. Für gewöhnlich reicht die Flüssigkeit, die sie aus den Eukalyptus Blättern bekommen. Übrigens ist Eukalyptus eigentlich giftig. Die Mutter versorgt das Baby in der ersten Zeit mit ihren Sekreten, somit wird das Koala Baby immun gegen das Gift der Blätter. Die Tiere haben ebenfalls einen Beutel, genau wie Kängurus. Eukalyptus enthält nicht sehr viel Energie, somit wirken die flauschigen Tiere eher faul, beziehungsweise sind sie sehr langsam und schlafen die meiste Zeit.

Einen Spaziergang zu einem über 30 Meter hohen Leuchtturm machte wir bevor wir Surf City erreichten. Hier finden die alljährlichen Surfmeisterschaften statt. In Torquay. Zu schade, dass diese erst im März stattfinden, da werden wir bereits mit unseren Freunden Bali unsicher machen. Surf City ist ein Mekka für alle Surf Fans. Billabong, Ripcurl & Co reihen sich hier aneinander. Ripcurl ist Sponsor der Meisterschaften und außerdem die australische Surfmarke Nr. 1. Als Souvenir ergatterte ich ein neues Paar Flip-Flops. Um 19:00 Uhr abends war der Tripp dann auch schon wieder vorbei und wir kamen in Melbourne City an.

Würde ich so eine Tour noch einmal machen?

Ja. Ich habe richtig nette Leute kennen gelernt und hatte viel Spaß. Ich denke es ist eine optimale Alternative, wenn man alleine reist. Zu zweit würde ich doch ein Mietauto in Erwägung ziehen, da man einfach flexibler ist und überall bleiben kann, so lange man will. Nichts desto trotz hatte ich eine großartige Zeit und somit auch neue Freunde gefunden. Ich hatte Glück mit meiner Gruppe und dem Guide und würde die Tour auf jeden Fall weiterempfehlen.

Jetzt bin ich wieder allein und erkunde die zweit größte Stadt Australiens – Melbourne. Ich bin gespannt.

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