Glenelg, Australien – Alleine raus in die Welt…

Befinden: Ich liebe den Duft des Meeres
Ort: Glenelg beach
Lektion: Manchmal ist das drum herum schöner als das eigentliche Ziel 

Allein raus in die Welt und wie es dazu kam

Viele Monate reisten wir Seite an Seite. Jeden Tag, zu jeder Zeit. Wir teilten alle Abenteuer. Die Zeit war schön, manchmal jedoch auch nicht ganz einfach, wie ich schon in anderen Blogs erwähnt haben. Mit der Zeit vermisste jeder von uns seinen Freiraum. So wuchs eine neue Idee in unseren Köpfen. Alleine reisen. Warum eigentlich nicht? Wir trafen bereits viele Alleinreisende auf unserem Weg. Alle genossen ihre Zeit genauso wie wir. Genügend Reiseerfahrungen haben wir ebenfalls bereits gesammelt um sicher und organisiert zu reisen.

Wir hatten das Glück, das uns beiden die Idee ganz gut erschien. Wie wäre es, wenn nur einer von beiden das Verlangen hätte und der Partner jedoch nicht? Dies wäre mit Sicherheit schwierig zu lösen. Wir haben beide versucht, vernünftig zu denken, bringt es uns weiter? Ja, wir waren davon überzeugt, dass eine Zeit alleine sicher viele Vorteile hat und man daran wachsen kann. Werden wir uns vermissen? Na hoffentlich :). Und ganz ehrlich, was sind schon 2 Wochen im Vergleich zu einem ganzen Jahr? Wer weiß, ob uns diese Zeit nicht gar zu schnell vergehen wird. Unsere Neugier wuchs und so beschlossen wir, es zu versuchen 

Der Plan…

…war, von Adelaide nach Sydney alleine zu reisen. In Sydney trafen wir uns und reisten wieder vereint weiter. 2 Wochen Zeit haben wir für dieses Abenteuer eingeplant. Die Strecke beinhaltete Adelaide, die great ocean road, Melbourne und alles, was uns auf der Strecke noch einfiel. Die Blogs bis Sydney werden somit nur aus meiner Sicht erzählt während Alex seine Erlebnisse, wie immer in schönen Bildern festhält.

Bye bye Love

Mit Zwischenstopp in Sydney sind wir von Neuseeland eingeflogen. Am Flughafen war es dann soweit. Der zweite Abschied an diesem Tag. Morgens noch im anderen Land mussten wir adieu zu unserer Kiwi Familie sagen, was doch trauriger war als gedacht. Aus dem Flugzeug raus und noch gemeinsam das Gepäck besorgt. Da ich mein Hostel am Strand gebucht hatte und Alex seines in der Stadt, etwa 10 Kilometer entfernt, musste jeder in eine andere Richtung. Der Abschied war seltsam. Nicht unheimlich traurig, wie man sich das so vorstellt. Es war eher witzig. Uns wurde in dem Moment das bevorstehende Abenteuer bewusst und beide konnten wir nicht aufhören zu grinsen. So auf die Art, wir machen das also wirklich? Wir umarmten uns noch einmal liebevoll und so gingen wir beide unserer Wege. Bis Alex plötzlich zur selben Bushaltestelle kam, wo ich bereits wartete.

Aber DANN gingen wir beide unserer Wege. Also Alex, ich hatte noch eine halbe Stunde auf den Bus zu warten bevor ich dann endlich im Dunkeln beim Hostel ankam und müde in mein Bett fiel. 

Glenelg – Adelaides Paradies am Meer

Am ersten Morgen strahlte mir die Sonne ins Gesicht. Nach einem gemütlichen Frühstück im Hof des Hostels erkundete ich Glenelg und seine Straßen. Die Jetty Road ist eine große Einkaufsstraße, die bis zum Strand rausführt. Jetty heißt übersetzt „Anlegesteg“. Genau da führt die Straße auch hin. Der Pier (wie ich den Anlegesteg lieber bezeichne) teilt Glenelgs weißen Sandstrand in zwei Hälften. Das Wasser ist glasklar. Schatten suchen kann man unter dem Pier oder den großen Nadelbäumen, die der Promenade entlang emporragen. Ein paar schöne alte Gebäude nahe dem Strand lassen Glenelg ein wenig an San Francisco erinnern. Der Lifestyle scheint sehr locker. Aber scheint das nicht immer so, wenn eine Stadt aufs Meer trifft? In früheren Jahren galt der Ort als dass Viertel der Schönen und Reichen, heute treffen sich jung und alt auf der Esplanade und genießen ihre Freizeit. Am Strand zu liegen heißt auch, immer wieder den Helikoptern dabei zu zusehen, wie sie um die Buchten kreisen. Sie halten Ausschau nach Haien und wenn einer gesichtet wird, geht ein Warnsignal los. Hier zu baden, ist doch eine etwas seltsame Geschichte. Es sind zwar viele Leute im Wasser, aber man weiß eben, dass Haie in Australien keine Seltenheit sind. So wurde vor ein paar Tagen erst ein größeres Tier zwei Strände weiter gesichtet. Natürlich weiß man auch, dass der Mensch nicht zum Beuteschema eines Haies gehört. Trotzdem ist etwas anders und nicht ganz so relaxed, als an anderen Orten. Nichts desto trotz ist das Wasser ein Traum und ich habe einen richtigen Sommer schon wieder vermisst, war doch Neuseeland teilweise ganz schön kalt. Ein paar Stunden verbrachte ich in der netten kleinen Bibliothek für die Reiseplanung und natürlich um ein wenig zu texten. Auch einige Massagen gönnte ich mir in den ersten Tagen in Australien. Mein Genick ist immer mehr verspannt. Thai Massagen wurden ganz zufällig gleich an der nächsten Straßenecke angeboten. Der Laden schien nicht gerade als einer der meist besuchten, jedoch irgendetwas musste geschehen, da mir die Kopf- und Nackenschmerzen die Tage schwermachten. Jetzt nach 3 Massagen fühle ich mich besser. Die nette asiatische Frau massierte was das Zeug hielt. Sogar ihre Knie bekam ich zu spüren und ich muss sagen, ich hatte noch nie so eine wohltuende Massage. Die Frau machte sehr gute Arbeit und mir schien, als wüsste sie ganz genau was sie tat. Man sieht also, nicht immer muss alles Können zertifiziert oder ausgezeichnet sein.

In meinem Hostel machte ich zwei neue Bekanntschaften, Lina mit finnischen Wurzeln und Antonia aus der Schweiz. Wir verstanden uns auf Anhieb, die paar Tage im Hostel waren wirklich lustig. Zusammen hatten wir einen lustigen Abend in einer Bar bei einem guten Gläschen Wein. Adelaide ist bekannt für seine Weinstraßen und ja, der Wein war wirklich unglaublich schmackhaft. Danach spazierten wir durch das Straßenfest, dass abends veranstaltet wurde. Viele Menschen waren da, Musik, Ausstellungen, Projekte und Laufstege. Es war ein gemütlicher Abend mit netten Menschen.

Adelaide City

Um ehrlich zu sein, in Adelaide City war ich nur einen Tag. Ich hatte einfach keine Lust auf Stadt Getümmel. Aber da ich ein paar neue Teile kaufen und mir einen Frisör gönnen wollte, besuchte ich die Rundle Mall. Eine lange Fußgängerzone mit allem, was das Shopperherz erfreut. Einkaufszentren, Restaurants, Souvenirshops und so weiter. Ich spazierte ein paar Stunden herum. Die Stadt an sich scheint ganz nett. Alles an Größe hält sich ein wenig in Grenzen und es gibt rund um die Stadt genügend Grünfläche für ein paar erholsame Stunden. Relativ schnell war ich ziemlich angestrengt, auch wegen meiner Nackenbeschwerden. So blieb ich nicht bis zum Abend und fuhr wieder zurück zu meinem kleinen Strandhostel, was übrigens 150 Meter vom Strand entfernt war. Adelaide hat sicher so einiges mehr zu bieten und ich bin mir sicher, dass ich einige Dinge verpasst habe. Jedoch sollte es gerade so sein. Die großen Sightseeing Ziele waren mir zu der Zeit nicht so wichtig. Viel lieber lernte ich die kleineren Orte kennen und entschied alle paar Stunden aufs Neue, was ich als nächstes machen würde. 

Mit dem Fahrrad nach Port Adelaide – fast

Am letzten Tag sollte es eine Fahrradtour nach Port Adelaide werden. Ich mag Schiffshäfen und zu weit weg sollte das Ziel auch nicht sein. Ca. 20 Kilometer war Port Adelaide entfernt. Von Glenelg gestartet am Strand entlang führt ein schöner Radweg. Immer wieder kann man halten, an einem Pier die Aussicht genießen, oder auch mal eben ins Wasser springen. Auch einen Delphin bekam ich auf meinem Weg zu Gesicht. Anfangs sah ich die Flosse ganz nah am Ufer und dachte mir, es wäre ein Hai. Diese sind ja, wie bereits erwähnt, keine Seltenheit. Jedoch als er sich fröhlich zu drehen begann, realisierte ich, dass es ein Delphin war. Ich beobachtete ihn eine Zeit lang, gemütlich glitt er entlang dem Strand. Es ist wirklich wunderbar, Tiere zu sehen ohne dafür zu bezahlen, sie in Gefangenschaft zu sehen. Frei und glücklich, ein schönes Erlebnis. Nach ungefähr 2 Stunden war ich immer noch nicht am Ziel. Irgendwie wurden die Highways mehr und die Strandwege weniger. Ich hatte mich mit meinem Leihfahrrad im Verkehrsnirvana verirrt. Typisch. Ich irrte Kilometerweit umher, unterschätze niemals die Größe Australiens Städte! Nach einigen Stunden Irrfahrt in der Hitze wurde es mir schlussendlich zu blöd. Ich wartete auf den nächsten Bus, der mich zum Port bringen sollte. Ja, Busse dürfen keine Fahrräder transportieren und der Fahrer erklärte mir ganz freundlich, dass ich ewig weit weg von allem bin. Das ist eine typische Martina Story. Ja. So nahm ich meinen Helm und machte mich auf, den ganzen Weg (bei über 30 Grad, falls ich das noch nicht erwähnt haben sollte) wieder zurück zu radeln. Im Endeffekt habe ich den Port Adelaide nicht besucht, stattdessen die dazu gehörige Stadt und den nahezu ganzen Highway A7 und A8. Ich trat in die Pedale, was das Zeug hielt, um rasch wieder ans Meer zu kommen. Nach 4 Stunden Fahrt beschloss ich dann, mir etwas Leckeres zu essen und eine Pause zu gönnen. Da saß ich dann, verschwitzt und entkräftet mit einer leckeren Meeresfrüchtepizza direkt am Strand neben einem Pier im Restaurant und lachte innerlich über mich selbst. Danach legte ich mich unter einen großen Baum in dem Schatten und genoss meine wohlverdiente Pause. Die letzte Stunde Heimfahrt war schmerzhaft und schien unendlich. Nach dem 7 Stunden Ausflug und 5 Stunden Irrfahrt durch Adelaides Umgebung war ich endlich wieder in Glenelg. Sitzen konnte ich nicht mehr so richtig, dafür hatte ich in dieser Nacht den besten Schlaf seit langem. Was für ein Tag. Aber hey, so kann man von den witzigsten Erlebnissen berichten. Und immerhin, ich kenne nun viele Vororte in Adelaide, Highway Verkehrsregeln für Fahrradfahrer und habe sicher ein paar tausend Kalorien verbrannt.

Adelaide hat mir sehr gut gefallen, der lockere Lebensstil und der wunderschöne Strand Glenelgs versüßten mir meine ersten Tage in Australien ungemein. Doch jetzt bin ich gespannt auf meine nächste Reise. In drei Tagen fahre ich mit dem Bus und ein paar weiteren Reisenden über die great ocean road nach Melbourne. Ich bin gespannt, welche Storys es da zu erzählen gibt.

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