Neuseeland – Quer über die Nordinsel

Bestes Erlebnis: Muscheln pflücken während einer Ebbe zwischen Robben und Höhlen
Lektion: sei gewappnet für Wind, Regen und Kälte
Gefahrene Kilometer: 3.089

Was kann man in 3 Wochen auf der Nordinsel Neuseelands anstellen? Noch dazu, wenn man die Freiheit genießt, im Auto zu reisen? Man könnte durchaus Monate lang jeden Tag etwas Anderes erleben. Aktivitäten werden angeboten wie die warmen Semmeln beim Bäcker. Vom Adrenalin Kick, über Museum, bis zum Naturwunder findet man in Neuseeland nahezu alles. Wir wussten anfangs garnicht, wo wir anfangen sollten.

Geld regiert hier die Welt. Wer außergewöhnliches erleben will, sollte lieber etwas mehr in der Tasche haben. Wir fanden einen guten Mittelweg für uns. Übernachtet wird auf den günstigeren Campingplätzen (diese sind sowieso meist die schöneren) und gegessen aus dem Supermarkt. Dafür können wir den ein oder anderen Ausflug ohne schlechtes Gewissen bezahlen.

Hier haben wir unsere Reiseroute und die schönsten Ausflüge, die wir erleben durften für euch zusammengefasst. 

Unsere Route – in 3 Wochen mit dem Auto quer über die Insel 

Auckland:4 Nächte – Airbnb
Mietauto Abholung Auckland City
Northland (Norden): 5 Nächte – Camping
Coromandel (Nordosten): 3 Nächte – Camping
Central North Island (Zentral): 4 Nächte – Camping
Wairarapa (Süden): 1 Nacht – Camping
Wellington/Kapiti (Süden): 3 Nächte – Camping
Fähre auf die Südinsel

Ausflüge zu Leuchttürmen, Thermalwelten & anderen faszinierenden Plätzen

Cape Reinga Leuchtturm & eine Wanderung an die Nordspitze
Die ersten Tage reisten wir durch Northland, bis zum nördlichsten Camp Neuseeland´s. Die Fahrt war traumhaft und wir kamen an unzähligen Stränden, Buchten und Klippen vorbei. Cape Reinga hat einen wunderschönen weißen Leuchtturm, der majestätisch an der Klippe zum Ozean steht. Über einen schön bewachsenen Weg gelangt man hinunter. Die See ist rau im Norden, die Wellen peitschen mit einer gigantischen Wucht gegen die Felsen. Das Wasser ist türkis bis dunkelblau. Etwas erhöht vom Leuchtturm geht ein Wanderweg bis hinunter zum Strand, den Klippen entlang. Zwischen Hüfthohen Büschen und Blumen wandert man, den Blick stets über den Horizont schweifend.
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Hobbiton & Mordor – Drehorte aus „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“
Eher zentral gelegen befindet sich Hobbiton. Das Auenland. Drehort von „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“. Ein Guide führt einen zwischen den kleinen und großen Hobbitlöchern hindurch und erzählt die skurrilsten Fakten über die Drehs. Zu sehen, mit welch Liebe zum Detail hier gearbeitet wird, ist unglaublich. Kleidung hängt in den Gärten auf der Wäscheleine, Fische sind zum räuchern aufgehängt, Holz bereit, gehackt zu werden. Es war toll, ein wenig hinter die Kulissen zu schauen und einen genaueren Blick zu bekommen, wie denn zum Teil getrickst werden kann. Auf unserer Route wollten wir eigentlich den Tongariro Alpine Crossing gehen, nur leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Bei der Wanderung kann man sogar den bekannten „Schicksalsberg“ begehen, in den Frodo letztendlich den Ring hinein schmeisst. Auch der Drehort für „Mordor“ liegt in der Nähe des Bergs. Wir besuchten ein paar verschiedene Plätze. Der „Schicksalsberg“, eigentlich ein Vulkan, ragt wunderschön aus der Steppenlandschaft und ist and der Spitze mit Schnee bedeckt.
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Rotorua – Te Puia Thermal Park
Rotorua ist die Stadt, die man riecht, bevor man sie sieht. Rotorua liegt, wie viele andere Orte, auf einem Supervulkan. Im Prinzip ist es eine einzige Geysir Landschaft. Mitten in der Stadt gibt es einen Park und rundherum blubbert und kocht es in Wasser- oder Matschlöchern. Die sogenannten Mudpools. Schwefelgeruch liegt in der Luft. Alten Eiern zum Verwechseln ähnlich. Man gewöhnt sich jedoch schnell daran. Rotorua liegt an einem großen See. Auch dieser ist teilweise warm von der thermalen Aktivität unter der Erde. Im Te Puia Thermal Park bestaunten wir den höchsten Geysir der südlichen Hemisphäre. Bis zu 10 Meter hohe Wasserfontänen spuckt der Geysir in unregelmäßigen Abständen. Man spaziert durch ein Labyrinth dampfender Tümpel und warmer Felsen.
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In der Welt der Maori
Anschließend durften wir teilnehmen an einer Show der Maori, die Aborigines Neuseeland´s. Sie sind Inhaber und Bewohner des Te Puia Parks zugleich. Generell gibt es viel Maori-Land in Neuseeland. Dieses darf teils garnicht und teils nur unter bestimmten Bedingungen betreten werden. Ebenfalls gibt es einige Seen, die die Maori schützen, in denen man keine Aktivitäten ausüben darf. Der Stamm beeindruckte uns mit traditionellen Gewändern, wundervollem Gesang und dem Haka. So nennt sich der Kriegstanz der Maori. Die Maori sind sehr verbunden mit der Natur. Sie sind sehr dankbar für alles, was Mutter Erde schenkt und gehen behutsam mit der Natur um. Begrüßt wird sich mit Berührung von Nasenspitze zu Nasenspitze. Die typischen schwarzen Tätowierungen von Kopf bis Fuss lassen die Maori wild und aggressive wirken. Die Frauen haben traditionelle Tätowierungen am Kinn. Wenn es in frühen Zeiten zum Kampf kam, tanzten die Männer den Haka mit weit aufgerissenen Augen und herausgestreckter Zunge. So sollte der Gegner eingeschüchtert werden. Es war schön und interessant, einen kulturellen Einblick in die Welt der Maori zu bekommen.
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Kiwi – nicht die Frucht, der Nationalvogel!
Auch ein Kiwihaus beherbergt der Parkt. Leider schliefen die Tiere, als wir sie besuchten. Kiwis sind die Nationalvögel des Landes. Sie haben ganz feine Federn, einen überlangen spitzen Schnabel, Knopfaugen und viel zu große Füße. Alles zusammen macht sie unglaublich niedlich. Da früher keine Raubtiere auf der Insel lebten wurden die Vögel mit der Evolution flugunfähig. Nach und nach wurden jedoch Opossums, Ratten und andere Räuber eingeschleppt. Seither sind die Kiwis vom Aussterben bedroht. Daher gibt es Kiwi Häuser, in denen sie gezüchtet und nach einer Weile wieder ausgewildert werden. Ein Kiwi kann in freier Wildbahn bis zu 50 Jahre alt werden und wiegt bis zu 3 Kilo. Wir sind gespannt, ob wir denn noch welche zu Gesicht bekommen.

Wai o Tapu Wunderland oder auch „klein Yellowstone“
Seen von smaragdgrün bis nahezu neongelb. Dampfende blaue Lagunen mit orange farbenem Gestein am Ufer. Im Wai o Tapu Wonderland (ja so heißt der Park wirklich) kommt jeder auf seine Kosten, der Farbenspiele liebt. Der Wanderweg führt durch wunderschöne Wälder, über Holzstege zwischen den Thermalseen hindurch. Kochende Löcher mitten in den Lagunen. Man kann an ein paar Stellen beobachten, wie sich die verschieden farbigen Mineralien vermischen. Wai o Tapu liegt zwischen den beiden Seen Rotorua und Lake Taupo.
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Lake Taupo & unser Zipfer Picknick
Am Lake Taupo angekommen, staunten wir erst Mals über seine Größe. Der Attersee würde doch einige Male Platz finden. Der See ist wunderschön blau. Beeindruckend in ganz Neuseeland ist, dass es überall unglaublich viele Picknick Zonen gibt. Es gibt immer genügend Platz für die Leute. Zum Picknicken, Campen, Sporteln oder Fischen. Seen sind wenig verbaut, man kann eigentlich alle paar hundert Meter irgendwo anhalten und die Aussicht genießen. Wenn ich da an unseren traumhaften See denke, da wird´s eher schon schwierig. Ein Megahaus reiht sich an das andere, jeder will näher ran. Es ist schön, dass hier auf alle Mitbürger geachtet wird und jeder den See nutzen und genießen kann. Es kommt nicht darauf an, wer sich wie viel leisten kann, sondern, dass jeder das gleiche Recht hat. Viel Natur ist unberührt hier auf den beiden Inseln, und dass macht das Land aus. Dazu kommt, dass Neuseeland sehr dünn besiedelt ist. Es gibt mehr Schafe als Menschen. Und ja, das können wir bestätigen. Immer wieder kommt man an unendlichen Weiden mit tausenden weißen Schäfchen vorbei. Ein tolles Bild. Manchmal kann es auch passieren, dass eine Herde die Straße blockiert.

 

Fürs Picknick wollten wir noch kurz einkaufen und dann den See genießen. Genial gemacht hat das Picknick unser erstes ZIPFER BIER. Alex hat es gefunden, als hätte es ihn angezogen. Ein österreichisches Bier okay, aber ein Zipfer? Von der Brauerei ein paar hundert Meter von zu Hause entfernt? Genial. Das Picknick war perfekt und Alex überglücklich und für einen Moment zu Hause.

Castle Point – Leuchtturm, Wind & eine Erkundungskletterei
Dies war eines der schönsten Erlebnisse, wenn es uns auch fast verblasen hätte. Castle Point liegt an der Ostküste der Nordinsel. Über einen Strand kommt man bei Ebbe zum Leuchtturm ganz oben an den Klippen. Unten sind einige Warnschilder. Der Wind bläst hier so stark, dass man sich tatsächlich manchmal festhalten sollte. Es war unglaublich. Dem Wind entgegen stapften wir hoch Richtung Leuchtturm. Der weiß rote Riese stand da in seiner nostalgischen Pracht zwischen Holztreppen, die ganz an die Spitzen der Klippen führen. Die Wellen peitschten mit einer derartigen Wucht gegen das Land, dass man glaubte, ein Fels bricht hinunter. Und genau diese Stimmung macht Castle Point zu einem Highlight. Nach einer Weile sahen wir uns am Strand um, eine nette Frau empfahl uns, bei Ebbe den Klippen entlang zu klettern. Es gibt einige Höhlen, die nur dann erreichbar sind. Am Weg zu den Höhlen trafen wir ein paar rastende Robben, die sich in der Sonne suhlten. Abertausende große Muscheln, Schnecken und viele kleine Felsspalten mit Krebsen darin. Eine ganze Weile kletterten wir der Bucht entlang. Bis wir an den Höhlen ankamen. Einige Meter musste man hochsteigen, um hinein zu sehen. Und man sah durch den ganzen Hügel hindurch bis zur anderen Seite. Und genau auf diesem Tunnel stand der Leuchtturm. Es war beeindruckend. Am Rückweg fanden wir einige Miesmuscheln, die ich natürlich pflückte und zum Abendessen genoss.
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Sheep shearing – eine prägende Erfahrung beim Schaf scheren
Auch diese Erfahrung sollten wir machen. An einem regnerischen Morgen verließen wir wiedermal einen schönen abgelegenen Campingplatz um weiter zu reisen. Nach ein paar hundert Metern stand ein Schaf neben der Straße und rührte sich kaum. Eigentlich keine Seltenheit, jedoch hatte das Schaf etwas Ängstliches an sich. Wir blieben stehen und beobachteten das Tier. Bis es plötzlich versuchte weg zu laufen und die Hinterbeine immer wieder zusammensackten. Somit war uns klar, das Tier wurde wahrscheinlich von einem Fahrzeug angefahren. Wir überlegten, was wir tun konnten. Das Tier quälte sich über die Straße und sackte immer wieder zusammen. Ein unglaublich trauriger Anblick. Uns war klar, dass wir dem Tier helfen wollten und so suchten wir das nächste Haus der Straße runter. Nach einigen verschlossenen Türen fanden wir die Besitzer. Ich erzählte von dem Schaf. Die Frau meinte, ihnen gehöre das Tier, da ihnen das ganze umliegende Land gehörte. Wir stießen auf eine Maori Familie. Sie bedankte sich, dass ich ihr Bescheid gab und meinte, die Familie wäre gerade beim Scheren und ob wir uns das ansehen wollten. So konnten wir auch gleich bescheid geben, damit jemand zu dem Tier fährt und es erlöst. Wir folgten ihr im Auto ein paar weitere hundert Meter. Dort angekommen begrüßten uns tausende Schafe. Das Scheren war in vollem Gange. In einer Holzscheune wurde parallel gearbeitet. Die Tiere wurden aus kleinen Boxen geholt, auf den Rücken gedreht und geschoren. Es war laut und sehr warm in dem Gebäude. Die Leute waren sehr beschäftigt, wir fühlten uns ein wenig Fehl am Platz. Ich erzählte einem Mitglied der Familie von dem verletzten Schaf und sie meinte nur: “Do you have a knife? Than cut it.“ Mir war bewusst, dass das Schaf wahrscheinlich getötet werden muss. Was mir nicht bewusst war, war diese gewissen Gleichgültigkeit gegenüber den Tieren. Mir wurde versichert, dass in der Mittagspause jemand nachsehen würde. Das waren noch einige Stunden bis dahin. Die Schafe wurden wie am Fließband bearbeitet und durch ein Loch in der Holzwand hinaus geschupst, wenn sie fertig waren. Bei einem Schaf sah ich, dass es einige Platzwunden vom Scher-Apparat am Bauch hatte und blutete. Damit hatten wir auch genug. Wir verabschiedeten uns rasch und schauten, dass wir von diesem Platz wegkamen. Viele werden jetzt sagen, dass dies normal ist. Ich denke ebenfalls, das Schafe scheren in Ordnung ist. Jedoch sollten man den Tieren den nötigen Respekt entgegenbringen und diese dem entsprechend behandeln. Immerhin leben diese Leute von den Tieren und deren weicher Wolle. Meine Meinung über Schafe hat sich an diesem Tag verändert, genauso wie die Meinung über Maori und Wertschätzung. Es hat eben jedes Land seine dunklen Seiten und leider sind viel zu oft Tiere betroffen.
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Wellington – die Hauptstadt Neuseeland´s
Am ersten Tag verbrachten wir Stunden im Te Papa National Museum. Das Museum wird vom Land gestellt. Es gibt 6 Stockwerke und man kann sich über nahezu alles informieren. Maori, die Tierwelt, Geschichte, Kunst und Kultur. Alles ist hier genial präsentiert. Sogar durch einen kleinen Park mit Hängebrücke und Wasserfällen kann man spazieren. Das Museum ist für jung und alt, jeder kann etwas über Neuseeland lernen und für Kinder gibt es einige coole Ecken zum Spielen, Entdecken und Gestalten.

Den 2ten Tag verbrachte jeder, wie er wollte. Alex genehmigte sich eine ordentliche Mountain Bike Tour im Makara Bike Park und machte seine ersten Down Hill Erfahrungen. Diese spürte er auch danach noch. Währenddessen wanderte ich durch den Botanischen Garten der Stadt, genoss den Duft der Blumen, entdeckte seltsame Pflanzen und genoss den Ausblick über einen großen Rosengarten.

In der Weta Cave erfuhren wir am letzten Tag, wie es hinter den Kulissen bei Peter Jackson und seiner Crew zugeht. Der Eingang wird bewacht von drei großen Trollen aus „Der Hobbit“. Man kann sich einen kostenlosen Kurzfilm ansehen, wo von den Machern einiges erklärt und verraten wird. Es gibt ein Minimuseum mit vielen Original-Requisiten. Unter anderem Bilbo´s Füße. Und diese sind für einen Hobbit ganz schön groß. Auch ein Lebensgroßer Oark dekoriert den Shop, gleich neben Gollum, der gerade seinen Fisch gefangen hat.

Und was machen wir in der Pause?
In Neuseeland gibt es etliche Sehenswürdigkeiten. Strände, Wasserfälle, Glühwurm Höhlen und gigantische Kauri Bäume. In der Landkarte sind diese kurzen Stopps eingezeichnet. Man braucht also nur stehen zu bleiben, aus zu steigen und zu genießen. Wir fuhren teilweise einige Stunden länger als benötigt, weil wir so viele Stopps einlegten. Oder weil Alex nicht aus dem Fotografieren herauskam. 🙂 Unter anderem kamen wir an einem Aussichtspunkt vorbei, der Überblick über 2 verschieden farbige Seen gibt. Wir pausierten am Hokianga Harbour mit dem weiten Horizont im Hintergrund. Einen übergroßen Kauri Baum konnten wir mitten während einer Passüberquerung bestaunen und eine kleine Wanderung legten wir an der Cathedral Cove ein. Es gibt genug zu sehen, selbst wenn man keinen Ausflug macht.

Und gerade die Plätze, die nicht von 15 Agenturen angeboten werden, sind meist die schönsten und verlassensten.

Viele Leute reisen per Anhalter. Jade, ein junger Kiwi reist gerade per Anhalter durch Europa. Wir waren die ersten, die ihn mitnahmen und er erzählte von seinem spannenden Vorhaben. Lasst die Leute nicht im Regen stehen, sie haben vielleicht eine wichtige Information, gute Tipps oder einfach eine spannende Geschichte zu erzählen.

Trotz dem Regenwetter, dass uns leider einen Großteil der Zeit begleitete, fanden wir die Nordinsel wunderschön. Doch nun geht es weiter Richtung Süden. Wir sind gespannt, was uns dort erwarten wird.

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