Neuseeland – Camping, Road Trip & Erste Erfahrungen

Befinden: FREI
Lustige Erkenntnis: Kiwis laufen gerne barfuß oder in Socken rum (und ich rede nicht vom Vogel)
Lektion: Schönheit heißt nicht nur Sonnenschein – kauf dir eine gute Regenjacke 

In den letzten Ländern waren wir immer angewiesen auf Bus, Taxi und U-Bahn. Immer mussten wir zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein. Für eine gewisse Zeit war dies auch ok für uns. Man trainiert seinen Orientierungssinn, wenn man zu Stationen laufen muss und kann sich gemütlich von A nach B kutschieren lassen.

Neuseeland haben wir uns trotzdem anders ausgemalt. Hier wollten wir frei sein. Jeden Tag neu entscheiden, wo unsere Reise hingehen wird. Der Natur ganz nah sein und an den schönsten Plätzen bleiben. Und wie geht das am besten? Natürlich mit Auto und Zelt.

Wir kauften unsere Campingausrüstung in Auckland, holten unseren alten Herrn Nissan Traveller ab und dann ging es auch schon los. Frei sein für den ganzen nächsten Monat. 32 Tage Natur, Abenteuer und essen aus dem Campingkocher. 

Aber was brauchen wir eigentlich dafür? Ausrüstung

Unser Mietauto…
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buchten wir bereits ein paar Wochen im Voraus via Jucy Rentals. Diese Autovermietung ist die bekannteste unter allen Low Budget Reisenden und sehr beliebt. Unter den vielen Angeboten entschieden wir uns für die günstigste Variante. El Cheapo. So heißt die Billigkategorie von Jucy Rentals. Die Autos haben meist weit über 100.000km auf dem Tacho und gehören schon eher zu den älteren. Wir hatten das Glück (oder war es Schicksal?), dass unser kleines Mietauto nicht verfügbar war. Und so bekamen wir ein kostenloses Upgrade mit dem wir durchaus glücklich waren. Ein 2006er Nissan Traveller. Die optimale Größe für unser Vorhaben und optimal, um bei stürmischen Nächten darin zu schlafen (wie sich später heraus stellte).

Das Zelt…

ist für 3 Personen, damit auch unsere Tagesrucksäcke gut mit reinpassen. Und es ist leicht genug, um es auch mal auf einen mehrtägigen Treck mitzunehmen. Das kleine Vorzelt ist praktisch als Überdachung für Schuhe und Sonstiges. 2 sich-selbst-aufblasende Matten dienen als weiche Unterlage und lassen sich via Ventil ganz einfach zusammenlegen. Unsere Schlafsäcke mit Komfortbereich 0-5 Grad halten uns in der Nacht schön warm. Eine Solarlampe hängt in der Mitte des Zeltes und spendet genügend Licht, ganz ohne Batterien.

Fürs Kochen…

haben wir als erstes einen Campingkocher und Gas gekauft. Er ist leicht zu bedienen, mit Gaskartuschen zu füllen und schnell in seinem Koffer verstaut. Man kann 1 Gefäß damit erhitzen. Der Campingkocher ist zwar nicht optimal für den Rucksack, jedoch um einiges günstiger als diese faltbaren Aufsätze.

2 Teller, 2 Tassen, 2 Schüsseln, 2 Töpfe und eine kleine Pfanne lassen uns auch mal mehr als nur Suppe kochen.

Ein Holzbrett erleichtert das Gemüseschneiden. Reisebesteck und Gewürzdose haben wir ja bereits dabei. Für den Abwasch haben wir noch ein Geschirrtuch, ein Putzschwammerl und Geschirrspülmittel besorgt.

Was noch?

– Einen größeren faltbaren Wassertank für Abwaschwasser oder Reserven (eigentlich sollte Trinkwasser rein, jedoch schmeckt es daraus leider übel nach Plastik)
– Einen klappbaren Campingtisch
– 2 faltbare Campingsessel von Jucy Rentals
– Picknickdecke für die vielen Strände & praktisch als Unterlage im Zelt
– Toilettenpapier & Waschmittel
– Wasserentkeimer (die Tropfen hatten wir ebenfalls bereits dabei), so erspart man sich viele viele Plastikflaschen und kann fast überall an Bächen oder Leitungen Wasser auffüllen
– Einen USB Zigarettenanzünder um unsere Geräte laden zu können
– Und natürlich Straßenkarten, Reiseführer und Campingplatz-Karten

Wo werden wir schlafen? Campingplätze
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Neuseeland ist das Mekka für Camper. Campingplätze und Holiday Parks gibt es in Hülle und Fülle. Man braucht eigentlich keine Karte um einen Platz zu finden, denn alle paar Kilometer ist gewiss einer markiert. Jedoch gibt es das „Department of Conservation“ kurz „DOC“. Viele naturbelassene Gebiete Neuseelands stehen unter deren Schutz. In diesen Gebieten werden über 200 Campingplätze im ganzen Land angeboten. Der Preis reicht von freedom (gratis, jedoch nur für Selbstversorger-Camper) bis ca. 10 Euro p.P., kommt darauf an was dabei ist.  An den meisten Plätzen gibt es kalte Duschen und Long Drop Toiletten. Auch ein Wasseranschluss ist oft zu finden. Bei den Visitor Centers kann man sich eine Camp Sites Karte mit Beschreibungen und Fotos holen. Wir versuchen, so viele DOCs wie möglich zu besuchen, da die Sites zum einen günstiger sind und zum anderen übernachtet man an den schönsten Plätzen. Direkt neben einem weißen Sandstrand, unter saftigen Bäumen und am Ende der Welt. Gerade als ich den Blog schrieb, übernachteten wir an einem Platz namens Port Jackson. Man fährt auf einer Schotterstraße über Hügel und Klippen bis ans Ende einer Halbinsel und findet einen wunderschönen verlassenen Strand. Man checkt ein und kann sich erst mal umsehen, an welchem Platz es einem am besten gefällt. Nicht eingepfercht zwischen Wohnmobilen und vom Zelt aus Blick auf den Ozean. Wenn auch manchmal ziemlich windig. Oder an einem Fluss, morgens geweckt vom Zwitschern der Vögel. Und nebenbei wird das Geld teils in den Naturschutz investiert. Was will man mehr?

Es ist so wunderschön hier – die Umgebung
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Die ersten paar Tage fuhren wir hoch bis an die Spitze von Northland. Die Straßen führten uns durch Dschungelähnliche Wälder. Über unzählige grüne Hügel, vorbei an Schaffarmen. Die weißen Punkte in der Landschaft erinnern daran, dass in Neuseeland mehr Schafe als Menschen leben. Es gibt keine Lärmschutzwände an den Highways, oft blickt man in eine Landschaft ohne Häuser. Normal hat man immer irgendwo ein Häuschen im Bild. Hier nicht. Das Land ist so dünn besiedelt, dass man teilweise ewig an keinem Haus vorbeikommt. Unzählige Küstenstraßen führen entlang am Ozean, Serpentinen trennen das blaue Meer von der grünen Natur. Große Bäume mit blühenden Knospen, verschiedenste Vogelarten fliegen vorbei oder sitzen auf den Ästen. Blau, gelb, grün, in allen Farben schimmern die Federn. Passiert man kleine Dörfer, wird vom Straßenrand herzlich gegrüßt. Immer wieder warten ein paar Fischer an den Klippen auf den nächsten Fang. Der Himmel ist blau, große weiße Wolken ziehen vorüber. Windig ist es hier fast überall, viele Bäume sind geformt vom starken Wind. Eine Bucht schöner als die andere, die Wellen peitschen gegen die Klippen. Neuseeland ist faszinierend. Mit dem Auto zu reisen ist der perfekte Weg. Man kann staunen, wo man will und jeder Zeit anhalten um den Moment auf zu saugen.

Erste Tage – Erste Erfahrungen

 

Die ersten Tage hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter. Es regnete oft und war teils sehr stürmisch. Eines Nachts gab es ein Gewitter, wir schliefen in dieser Nacht im Auto. Gerade, wie ich diesen Blog schreibe, wird jedoch das Wetter besser und die Sonne kämpft sich immer mehr durch. Die ersten Nächte im Zelt waren eigentlich ganz gemütlich. Die Luftmatten sind bequem und die Schlafsäcke sehr warm. Bis auf ein paar Rückenschmerzen gibt es da keine Probleme.

Zum Thema Kochen – Es ist viel mehr mach (koch) bar mit Campingkocher als man glaubt. Wir machen alle paar Tage einen Großeinkauf und kochen jeden Abend. Morgens gibt es meistens Müsli mit Obst. Wenn´s nicht gerade zu windig ist, kochen wir auf unserem Campingtisch. Aber auch im Vorzelt haben wir bereits unsere Mahlzeit zubereitet.

Die ersten Tage sind wir viele Kilometer gefahren, um Zeit zu gewinnen. Nun versuchen wir, mehr während des Reisens zu unternehmen und mehr Stopps statt Kilometer zu machen. In Neuseeland gilt Linksverkehr. Alex hat es schon ganz gut raus. Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob das Links fahren in meinen Kopf reingeht. Anyway, im Karte lesen bin ich eh besser. Campingplätze suchen wir spontan, kommt darauf an, wo wir gerade sind. Mit unserer ungefähren Route wissen wir meistens wo wir nächtigen werden. Und ein paar offline apps erleichtern die Suche ebenso.

Was etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind die Duschen. Das Wasser ist bei den DOC camp Sites meistens kalt. Und mit kalt meine ich, dass die Duschen kein Dach haben, also draußen sind und das Wasser kurz vorm Gefrieren ist. Naja, immerhin ist man nach SO einer Morgendusche wach. Die Camp Ranger waren bis jetzt immer sehr nett und hilfsbereit. Wir fühlten uns immer wohl bis auf diesen einen Campingplatz. In den Reviews lasen wir bereits, das 1 Gast mal mit Drohungen von Anrainern auf Pferden vom Platz vertrieben wurde. Da dies jedoch der einzig schlechte Review war, wollten wir dort übernachten. Der Ort sah einfach zu hübsch aus. Als wir jedoch dort ankamen, war der Platz Menschen leer. Wir drehten ein paar Runden und wollten im Office nachfragen, ob denn der Platz geöffnet sei. Alex fand ein durchwühltes chaotisches Büro, dass sehr nach Einbruch aussah. Schubladen waren weit geöffnet, Sessel lagen herum und Zettel waren überall am Boden verteilt. Und keiner war da. Das Bild und der Review reichten und wir machten uns aus dem Staub. Ab zu einem wenigen gruseligen Campingplatz.

So erleben wir nun einen sehr befreienden Teil unserer 1-jährigen Reise und es wird uns bewusst, dass bald schon die erste Hälfte vorüber ist.

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