Chile – Moderne, Kunst und wunderschöne Aussichten

Befinden: überrascht und beeindruckt
Erdbeben: Nr. 2 – Nachts – muss das sein?
Lektion: unbedingt aufs Skycenter hoch fahren in Santiago 

Santiago de Chile – wie wir die Stadt nicht erwartet haben
Nach dem Flug von La Paz nach Santiago, brachte uns ein Taxi zu unserem Hostel ins Zentrum. Es war zwar schon mitten in der Nacht, jedoch konnten wir erahnen, dass die Stadt doch viel westlicher ist als vermutet. Überall wachsen schöne Bäume, die Straßen sind sehr sauber, die Autos nicht alle eingedellt und uralt wie in den letzten Wochen. Es gibt ordentliche Straßenschilder und immer wieder sind wunderschöne alte Gebäude zu sehen.

Auch ein großes U-Bahnnetz ist verfügbar. Man würde fast denken, man ist in Wien,  Linz, oder München…  Es gibt viele Parks zum Spazieren oder relaxen. Die Menschen sind entspannt, Ampeln werden wieder beachtet. Am Trek zum Machu Picchu lernten wir Pablo und Natalia kennen. Die beiden wohnen hier in der Stadt und wir hatten geplant uns zu treffen, wenns die Zeit zu ließe. Ja und so trafen wir uns am nächsten Tag am Abend.

Die beiden holten uns ab und fuhren mit uns durch die Stadt. Sie zeigten uns die wichtigsten Plätze und erzählten uns auch einiges dazu. 2015 hat das Skycenter mitten in der Stadt eröffnet. Ein Riesen Einkaufscenter. Und wenn ich sage riesig, dann meine ich, dass es so etwas in Österreich NICHT gibt. Das Skycenter ist das höchste Gebäude in ganz Südamerika. Wir fuhren in den 62. Stock und genossen den 360° Ausblick über die Stadt. Das Lichtermeer bei Nacht ist traumhaft. Wir spazierten noch eine Weile durchs Center, hier habe ich seit Amerika den ersten H&M entdeckt. Überall wird bereits weihnachtlich geschmückt (ja hier anscheinend noch früher), bunte Wasserspiele ziehen die Menschen an. In der Tiefgarage kann man anhand des Kennzeichens sogar sein Auto suchen. Man gibt es in den Computer ein und schwups zeigt er dir den Weg. Ja das würde mir oft viel Zeit ersparen in Österreich. Zum essen fuhren wir ins Viertel Bellavista. Unzählige gute Restaurants reihen sich hier aneinander. Wir aßen eine Kleinigkeit und unterhielten uns über die wunderbaren Seiten des Reisens. Es war ein toller Abend und mit Pablo und Natalia haben wir wieder 2 wunderbare neue Freunde gefunden.

San Cristobál – ein Berg als Mittelpunkt der Stadt
Der Berg ist beliebtes Ziel vieler Radfahrer und Jogger. Mitten im Zentrum Santiago´s erstreckt er sich und bietet vielen eine Auszeit aus dem Stadtleben. Es gibt ein Picknickbereich mit Feuerstellen zum Grillen, eine Downhill Strecke und ein Cable Car, das einen hinauf zieht. Weiters gibt´s einen Zoo, den wir jedoch nicht besuchten. Bis zu einer Statue, die ihre Hände über die Hänge ausbreitet sind noch ein paar wenige Stufen zu erklimmen. Die Aussicht ist wunderschön. Man blickt über die Stadt, der Verkehr fast nicht mehr hörbar. Ein Duft frischer Blumen gemähtem Gras liegt in der Luft. Eine ganze Weile saßen wir ganz oben am Berg und sogen die Atmosphäre in uns auf. Die Sonne schien und hier und da waren um die Stadt die gigantischen Gipfel der Anden zu erahnen. Wir kauften uns ein Eis und schlenderten gemütlich umher. Hinunter ging es zu Fuss entlang vieler Serpentinen. Am nach Hause Weg kehrten wir im Patio Bellavista ein, ein Dorf aus Restaurants und Bars. Im Steak House ließen wir uns mit einem Gläschen guten Wein und ordentlichen BBQ Rippchen verwöhnen. Ein genial kulinarischer Abschluss an diesem Tag… bis…

Bis wir nachts von unserem 2. Erdbeben geweckt wurden. Oh Mann, ich mag das wirklich garnicht. Klar, Erdbeben gehören in Südamerika zum Alltag und Chile ist sehr Erdbeben sicher gebaut. Trotzdem sitzt man da und man weiß nicht, ist es wieder vorbei? Wird’s noch schlimmer? Rauslaufen? Drin bleiben? Tja, so können Sekunden zu Ewigkeiten werden und ein Chilene würde wahrscheinlich sagen: „War was?“.

Endlich wieder mal ans Meer – die künstlerische Hafenstadt Valparaiso
Da wir leider nur ca. 1 Woche Zeit für Chile haben, musste dieses Land gut geplant werden. Santiago wollten wir auf jeden Fall sehen, aber was gibt es in der Nähe noch? Wir recherchierten, fragten die Leute und so kamen wir auf die Hafenstadt Valparaiso. Die Stadt liegt ca. 2 Stunden Busfahrt von Santiago entfernt und bietet San Francisco ähnliches Flair. Über etliche Hügel und Treppen findet man an jeder Ecke bunte Graffitis und Shops. Hier verwirklichen sich die Leute. Es wird nicht darauf geachtet, was der liebe Touri brauchen könnte. Viel mehr wird sich entfaltet. Die Shops bietet verrückte Shirts, ausgefallenen Deko-Kram und das in den buntesten Farben. Mal spaziert man unter einer bunten Becherkette hindurch, ein anderes Mal blickt man zwischen den alten Häusern aufs Meer. Die Häuser haben hohe Zimmer, jedes Haus sein eigenes Wandbild. Uns machte es großen Spass, durch die Stadt zu schlendern und immer Neues zu entdecken. Wenn man hier nicht mit Kunst in Kontakt kommt, wo dann? An einigen Plätzen kann man sich in uralten Holzwagons den Hang hinauf ziehen lassen und die Aussicht über den Hafen und die Stadt genießen. Es gibt viele unscheinbare Cafés mit grandiosem Essen und noch grandioseren Dachterrassen. Man muss einfach nur entdecken. Und dann gibt es da noch den „Earthquake“. Zu Deutsch „Erdbeben“, zu Spanisch „Terremoto“. Ein Getränk der besonderen Art. Es besteht aus Wein, Ananaseis und noch irgendwas. UND man bekommt einen halben Liter davon. Warum der Drink „Earthquake“ heißt, weiß man, wenn man 2 davon getrunken hat.

So genossen wir unseren Chile Aufenthalt die letzten Tage. Das Land wird uns bestimmt wieder sehen, doch beim nächsten Mal viel viel länger, damit wir von Nord nach Süd reisen können.

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