Salar de Uyuni, Bolivien – Ein Trip durchs Wunderland

Befinden: sind wir noch auf der Erde?
Höchster Punkt: 5.000 Meter über dem Meeresspiegel
Lektion: Flamingos und Lamas gleichzeitig? Das geht! 

Day 1 – ewige Weiten aus Salz & Kakteen mitten im Nirgendwo

Um 10:30 Uhr trafen wir uns mit dem Guide und 2 weiteren aus unserer 7 köpfigen Crew vorm Büro der Agentur. Da ein englischsprachiger Guide um einiges mehr gekostet hätte, entschieden wir uns für Alfio. So hieß unser netter junger Guide, der genau wusste, wo´s lang geht und kein Wort englisch sprach. Mit 2 weiteren Bolivianern im Gepäck brachen wir auf Richtung weiße Wüste.

Als erstes besuchten wir den großen Zugfriedhof ausserhalb des Ortes Uyuni. Viele verrostete, ausgebrannte Lok´s und Wagons reihen sich hier aneinander. Die Bahnstrecke diente früher dem Transport von Mineralien zwischen Chile und Bolivien. Wir waren die ersten, konnten in Ruhe zwischen den Wagon´s herum schlendern und die alten Riesen bewundern bevor viele andere Cheep´s kamen. Wir fuhren immer etwas früher weg als alle anderen, so konnten wir alle Ziele in Ruhe genießen.

Nächster Spot waren große Salzhügel. Man konnte bereits erahnen, welch ewige Weite die Salzwüste hat. Am Rande blieben wir neben den Hügeln stehen. Diese werden aufgeschüttet um später von Transportern abgebaut zu werden. Steinhart, man kann darauf hoch klettern.

Nach ein paar Spielereien ging es endlich in die richtige Salzwüste. Diese war vor vielen Jahren ein riesiger Salzsee, der über die Zeit austrocknete. Übergeblieben ist eine enorme Salzkruste, teilweise bis zu 10 Meter dick. Die Salar de Uyuni hat eine Fläche, fast so groß wie Oberösterreich! Es gibt natürlich keine Straßen, anhand der Reifenspuren anderer Cheep´s, den Bergen und Vulkanen rundum, orientieren sich die Guides. Es wurde immer heller, das Salz blendet, man braucht eine Sonnenbrille. Der Kontrast des schneeweißen Salzes und dem tiefblauen Himmel war unglaublich schön. Die Struktur am Boden, in 5Ecke geteilt, lässt die Salar wie ein Mosaik wirken. Als nur noch der Horizont sichtbar war, hielten wir um hier unseren Lunch zu essen. Alfio hatte immer Leckereien im Kofferraum. Es gab Ei, Gemüse, Fleisch und Getränke. Wir saugten den Anblick in uns auf bevor es zur Kaktusinsel ging.

Die Insel befindet sich ebenfalls mitten in der Salar, in etwa einer Stunde kann man sie begehen. Riesen Kakteen beherrschen die Insel. Hier trafen wir auf Andres und Lucia. 2 weitere unserer Gruppe. Die beiden machten die 4tägige Tour, so fuhren sie ab hier mit uns weiter.

Nach ein paar wunderbaren Aussichten machten wir uns auf zu unserem Quartier. Es gibt ein Salzhotel das komplett aus Salz erbaut wurde. Da Alex und ich jedoch Low Budget Backpacker sind, entschieden wir uns für das SalzHOSTEL. Ja auch dieses gibt es. Dort angekommen, machte sich Skepsis breit. Von aussen dachten wir nur, oje. Unfertige Wände, Müll gestapelt, das Haus winzig. Doch kaum waren wir eingetreten, überkam uns Verwunderung. Der Boden komplett aus Salz, es knirscht bei jedem Schritt wie Schnee. Die Wände aus schönen Salzmustern. In unseren Zimmern ebenfalls alles aus Salz. Ja sogar Bett und Nachttisch. Nach einem Dinner im Salz-Aufenthaltsraum, wo sich einige Gruppen trafen, kuschelten wir uns in die dicken Wolldecken ein und verbrachten eine erstaunlich gemütliche Nacht.

Day 2 – von unwirklichen Lagunen, tausenden Flamingos & wilden Lamas

An diesem Morgen starteten wir um ca. 7:00 Uhr. Wir kamen an einigen Vulkanen, Schnee bedeckten Gipfeln und einer Bahnlinie, die bis nach Chile führt, vorbei. Ausblick hatten wir auf einen Vulkan, als wir an einer beeindruckenden Landschaft aus Lavagestein hielten. Wir kletterten über das verformte Gestein, erforschten kleine Spalten und Vorsprünge. Ich erhaschte den Blick auf einen Berghasen, der sich gerade aus dem Staub machte.

Auf der holprigen Weiterfahrt liefen uns 2 Wüstenfüchse über den Weg. Auch viele wilde Vikuñas leben hier im Bergland. Das ist eine Art der wilden Lamas. Durch einen Steinbruch kamen wir nur langsam voran. Der Weg war steinig und voller Schlaglöcher. Mitten im Steinbruch hatten wir an diesem Tag unseren Lunch. Gesellschaft leisteten uns hier ein paar kuschelige Berghasen. Neugierig hopsten sie in unserer Nähe herum.

Der Hauptinhalt dieses Tages bestand aus prächtigen Lagunen. Weit hinauf manövrierte uns Alfio über immer holpriger werdende Bergwege. Die Lagunen waren traumhaft. Gesäumt von Salz liegen die Wasserparadiese still zwischen den Berggipfeln, immer ein paar Autominuten voneinander entfernt. Flamingos stapfen gemütlich durch´s Wasser, auf der Suche nach Futter. Hunderte von den Tieren leben hier. Die Berggipfel spiegeln sich im Wasser, das braungrüne Gras um die Lagunen ergibt den farbigen Kontrast.

Zwischendurch besuchten wir den berühmten Steinbaum. Ein natürlicher Fels, der, na was glaubt ihr wohl, aussieht wie ein Baum. Auch viele weitere gigantische Felsformationen bietet dieser Platz. Man fühlt sich klein und hat das Gefühl, die Felsen könnten jeder Zeit fallen.

Das Highlight dieses Tages war jedoch für uns die Laguna Colorada. Knallrotes Wasser, gefärbt durch rote Mineralien. Die Lagune befindet sich auf ca. 5.000 Meter, unzählige Flamingos und Lamas leben hier gemeinsam. Der Anblick ist unwirklich. So reges und buntes Leben auf einer derartigen Höhe? Sind wir denn noch auf der Erde?

Die Lamas grasen rund um die Lagune mit ihren bunten Quasten an Ohren und Hals. Wir staunten nicht schlecht über dieses Bild.

Am Abend saßen wir noch eine Weile mit der Gruppe bei einer Flasche Wein und einer kleinen feinen Flasche Bolivianischen Schnaps beisammen. Lucia und Andres arbeiten für den Cirque du Soleil, den weltweit größten und bekanntesten Zirkus. Sie erzählten von ihrem spannenden Arbeitsalltag und wo sie dadurch überall herumkommen. Da wir in unserer Unterkunft nur einige Stunden Strom hatten, kuschelten wir uns diesmal in einem Schlafsaal für 7 Leute etwas früher ins Bett. Die Nacht war nicht so komfortabel, wie die letzte. Es war eiskalt, die Betten ungemütlich und wir sollten bereits um 04:00 Uhr aufstehen am nächsten Tag. So quälten wir uns verschnupft und erfroren durch die Nacht. 

Day 3 – ein Spaziergang über heiße Geysire & die wohltuende Quelle im Wunderland

Bei -10 Grad um 05:00 Uhr morgens starteten wir in den letzten Tag der Tour. Eine derartige Kälte sind wir garnicht mehr gewöhnt. Wir zogen alles an, was wir mit hatten und hockten erfroren eine Stunde im Cheep, bis wir am ersten Stopp ankamen. Unsere ersten Geysire. Die Sonne ging gerade auf, als wir ausstiegen. Dampfwolken stiegen aus den großen Löchern in der Erde. Kochender Schlamm mit 90 Grad befindet sich im Erdinneren. Der Druck im Boden war förmlich spürbar. Die Sonne strahlte durch die Dampfwolken, die Schatten der Leute ließen die Landschaft ein wenig unheimlich wirken. Trotz der Kälte spazierten wir ein wenig zwischen den kochenden Erdlöchern.

Eine wahre Wohltat war das nächste Ziel. Natürliche heiße Quellen. Ach, wie wir diese lieben. Mit starren Zehen stiegen wir in den heißen dampfenden Naturpool, ein paar Autominuten von den Geysiren entfernt. Balsam für Körper und Seele. Mit Stirnband und Sonnenbrille genossen wir den Moment und fühlten uns, als wären wir in einer 5 Sterne Therme. Kleine Bachläufe verteilten sich in der Landschaft, grün braunes Gras, Berggipfel wohin das Auge blickte.

Aufgewärmt und zufrieden setzten wir die Fahrt fort Richtung zwei weiteren Lagunen. Laguna blanca und Laguna verde. Ebenso schön wie all die Lagunen zuvor. Man kann kaum glauben, welch Kontraste in solch einer Höhe möglich sind. Noch nie bekamen wir so viele Eindrücke zu verarbeiten, wie in diesen 3 Tagen. Bolivien kann wirklich stolz auf seine Natur sein. An der chilenischen Grenze verabschiedeten wir uns von Lucia und Andres. Ihre Reise sollte weiter in die Atacama Wüste von Chile gehen.

Während unserer 7 stündigen Rückfahrt nach Uyuni, hielten wir noch an einigen schönen Plätzen. Lunch gab es an einer Art Almlandschaft. Viele Lamas grasten zwischen den Bächen.

Im Rock Valley durften wir noch einmal gigantische Felsformationen bewundern, bevor wir die letzten Stunden schlafend im Cheep verbrachten.

Zurück in Uyuni gab es noch ein Abschiedsfoto und dann war der Ausflug auch schon wieder vorbei.

Fazit?

Wir waren selten so fasziniert und beeindruckt, wie von diesem Ausflug. Man hat einfach alles dabei. Die Guides bringen einen zu den schönsten Flecken, man muss sich um nichts kümmern. Einfach nur auf die nächste Überraschung freuen.

Wir bezahlten ca. 130 Euro für 3 Tage bei der Agentur Esmeralda. Alfio unser Guide war stets hilfsbereit, freundlich und bemüht. Es gibt etliche Agenturen in Uyuni, man sollte auch hier vor Ort vergleichen und buchen.

Wir würden die Salar de Uyuni auf jeden Fall weiter empfehlen und vielleicht eines Tages noch einmal selbst erleben.

 

2 Comments on “Salar de Uyuni, Bolivien – Ein Trip durchs Wunderland

  1. Hi Verena! Wie das Hostel hieß wissen wir leider nicht mehr. Aber die meisten 3 Tages-Touren von Uyuni aus nächtigen in der ersten Nacht in solchen Hostels (andernfalls wird so eine Tour deutlich teurer) 🙂

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