Cuzco, Peru – Alpakalektionen & Pisco Sour mit Ausblick

Befinden: Luft! Luuuft!
Höhe: 3.300 Meter
Lektion: In Cusco gibt es viel zu tun – nimm dir genug Zeit! 

Phase 1 – Hier wird mit Tee aufgewärmt, nicht mit heißer Dusche!!

Nach 10 schlaflosen, kalten Stunden im Nachtbus freuten wir uns, als wir endlich unseren Ausgangspunkt zum Machu Picchu erreichten. Cusco ist eine Stadt, umgeben von Bergketten und hohen Hängen. Ein Taxi brachte uns zum Hostel, das etwa auf der Hälfte des Hanges liegt. Wie dünn die Luft auf einer Höhe von 3.300 Metern sein kann, spürten wir jedes Mal, wenn wir vom Stadtzentrum zurück ins Hostel gehen mussten. Hunderte Stufen führen durch die Stadt, die Hänge hoch und wieder runter. Wenn das kein gutes Aufwärmetraining für unseren Machu Picchu Trek war.

Müde und mit kalten Füßen im Hostel angekommen, erst mal eine heiße Dusche zum Aufwärmen. Oh, sagte ich heiß? Ich meinte natürlich kalt. Es ist nicht selbstverständlich, in Peru überall heißes Wasser zu bekommen. Aber immerhin fanden wir (nach der kalten Dusche) heraus, dass mit dauerndem Drehen an den Armaturen doch immer wieder zwischendurch auch Heißwasser kommt. Kurz. Ja… immerhin duscht man hier wassersparend. Ich denke, an´s kalte Duschen müssen wir uns wohl oder übel für die nächsten Tage gewöhnen.

In den Zimmern gibt es dicke Filz- und Wolldecken, die Fenster ein wenig undicht. Eingekuschelt im eigenen Schlafsack, mit dicken Socken, wurden es aber dann doch ganz erträgliche Nächte. Und zum Frühstück oder in Cafe´s gibt es leckere Kräuter- und Cocatee´s. Coca sind Blätter, die gekaut, im Tee getrunken oder sogar als Bonbon gelutscht werden. Sie helfen dem Körper, Sauerstoff besser aufnehmen zu können und geben Kraft und Energie. Bei den Einheimischen nicht weg zu denken, da gerade die Bauern oft unterernährt sind und die Cocablätter ihnen viele wichtige Vitamine geben.

Cusco – die schönste Stadt Peru´s?

Möglicherweise. Die Stadt besteht aus etlichen Gassen, Steintreppen, uralten Kirchen und Peruanern in ihrer bunten Tracht. Bei einem Spaziergang kommt man an unzähligen begrünten Plätzen vorbei, mit Brunnen, kleinen Cafe´s und Restaurants rundum. In allen Richtungen kann man die vielen Häuser mit ihren braunen Dächern sehen, die in die Hänge hinein gebaut wurden. Eine große Jesus Christus Statue breitet hoch auf einem Hang seine Arme über der Stadt aus. Ähnlich wie die Statue in Rio de Janeiro, nur kleiner. Kurz zum Thema Kirche, weil ich es ganz witzig finde: Es gibt einige peruanische Einflüsse, bei der Krippe hat das Jesuskind z.B. eine Alpakahaube auf, oder beim letzten Abendmahl wird kein Brot geteilt, sondern ein Meerschweinchen. Auf den Straßen herrscht Sauberkeit und Ordnung. Ein interessanter Kontrast zwischen Tradition und Geschichte und moderner Gegenwart. In den Sportgeschäften und Souvenirshops entlang der Straßen, kann man sich für Treks ausstatten und verschiedenste Ausflüge buchen. Ein kleiner Tipp am Rande, Machu Picchu Trek unbedingt in Cusco buchen. Es gibt sehr günstige Angebote, da der Konkurrenzkampf ziemlich hoch ist. Es wird natürlich einen eigenen Machu Picchu Blog geben. Alpakakleidung wird in fast jedem Shop angeboten, aber Vorsicht beim Kauf! Es wird extrem viel fake Ware verkauft. Nach einer free walking tour zu einem Alpaka-Kleinbetrieb lernten wir die Unterschiede kennen.

Free Walking Tour – Alpakalektionen & Pisco Sour mit Ausblick

Da wir von der FWT in Arequipa bereits sehr beeindruckt waren, nahmen wir auch in Cusco teil. Mittags trafen wir unseren Guide Luis beim Hauptplatz bevor wir los starteten. Ich muss gestehen, der Guide sah der Christus Statue ganz schön ähnlich. Erster Halt war ein kleines feines Restaurant. Wir durften Alpakafleisch verkosten. Ja, es war sehr lecker. Eine Mischung aus Rind und Wild, wie wir feststellten. Kurz darauf ging es über viele fiese Stufen mit der fiesen dünnen Luft hinauf zum Ersten Aussichtspunkt. Grandios. Der Blick schweift über das Stadtzentrum, das gesäumt wird von grünen Hängen und im Vordergrund zwei grasende Lamas. Die strahlende Sonne machte das Bild noch schöner.

Mit einem Kleinbus wurde unsere Gruppe von ca. 20-25 Leuten weiter hinauf bis zur Christus Statue gebracht. Von dort oben hat man mit Sicherheit die beste Aussicht über ganz Cusco. Etwas schade nur, dass der Platz bei der Statue total überrannt  war. Somit verlor dieser Platz für mich leider ein wenig an Besonderheit. Nur kurz spazierten wir vorbei.

Einen sehr interessanten Stopp machten wir bei einem Alpaka-Kleinbetrieb. Der Chef des Betriebs erzählte uns einiges über die verschiedene Felle und Farben. Er lehrte uns, Falschware von richtiger zu unterscheiden. Interessant ist auch, dass Kleidung aus Babyalpaka anfangs viel kälter ist als andere, wenn man es anfasst. Geschoren werden die Tiere maximal 1 Mal im Jahr. Das teuerste Lama-Fell kommt von einer Art der wilden Lamas und ist das teuerste der Welt. Wenn man das Fell anfasst hat man das Gefühl, man berührt das flauschigste Babyalpaka der Welt.

Man kann das Fell in Farbe einkochen und permanent färben. Dazu gibt es eine skurrile Methode. Rund 40 verschiedene Farben werden so produziert. Und zwar mit Parasiten. Diese Parasiten leben auf Pflanzen. Wenn man sie mit verschiedenen Substanzen mischt, ergeben sich die Farben. Gemischt heißt, die Parasiten werden zerstampft und mischt man sie beispielsweise mit Salz, ergibt sich die Farbe purpur. Asche und verschiedene Kräuter werden ebenfalls für die Farbgewinnung verwendet. Einige interessante Fotos dazu findet ihr im Album „Cusco, Peru“. Auch Lippenstift wird mit dieser Methode hergestellt. Mmh, lecker – Parasiten!

Im Viertel San Blas besuchten wir einen Musiker, der seine eigenen Gitarren, Panflöten und viele andere Instrumente herstellt. Er spielte uns ein wenig auf seiner 16 saitigen Ukulele vor. Wunderbare peruanische Musik war das. Rasseln werden hier aus Lama- und Alpakaklauen hergestellt. Früher, als man kein Holz zur Verarbeitung hatte, nahm man, was man fand. So wurde in unserer Runde eine Ukulele mit einem Gürteltier als Klangkörper vorgestellt. Früher wurde einfach alles verarbeitet.

Zum Abschluss tranken wir noch gemeinsam einen Pisco Sour (das Nationalgetränk Peru´s) in einer Bar. Wir genossen die warmen Sonnenstrahlen auf dem Balkon und ließen Cusco seine Wirkung tun.

Die letzten Besorgungen für unseren Trek erledigt, zurück im Hostel, der erste Schock. In unserem Zimmer wohnten nun 2 andere Gäste und unser Zeug war nicht mehr da. Somit hatte uns die Dame des Hostel einfach umquartiert, während wir unterwegs waren und unser ganzes Zeug in ein anderes Zimmer verfrachtet. Mit der Entschuldigung, es gab ein Problem mit der Reservierung. Ganz toll. Es wäre kein Problem, würden wir gefragt werden und könnten unsere Sachen selber umsiedeln. Aber das einfach irgendwelche Leute in unser Zimmer gelassen werden, wenn noch alles von uns rum liegt und noch dazu war unser Travelsafe noch im Zimmer, das war für uns beide ein no-go. Mit meinem sporadischen Spanisch versuchte ich dies der Hosteldame auch klar zu machen. Ziemlich mies, wenn die Sprachkenntnisse viel zu schlecht sind, um genug Wut auszudrücken. Wir haben halt dann teilweise in deutsch weiter geschimpft.

Genervt suchten wir all unseren Kram zusammen und packten für den Machu Picchu Trek. Gegen 20 Uhr ging es dann ins Bett, damit wir am nächsten Tag fit waren. Es dauerte eine Weile einzuschlafen, da es bei der Kälte und den durchgelegenen Matratzen nicht ganz einfach ist.

23 Uhr, plötzlich klopft es an der Zimmertür. Was war denn nun schon wieder los? Verpennt und zerrupft öffnete ich die Tür. Der Hostelherr stand diesmal da, es wäre jemand für mich am Telefon. Hä? Telefon? Wer wie was? Ohne Schuhe stapfte ich verwirrt die Treppen zur Rezeption hinunter, während Alex verdutzt im Bett saß. Der Chef des Ausflugsbüros für unseren Trek war am Apparat. Oh Nein… Er erklärte mir, 2 Mitglieder der Gruppe seien krank geworden und somit müssen wir den Start um einen Tag verschieben. Echt jetzt? Na vielen Dank.Tja somit hatten wir am nächsten Tag noch genügend Rennereien mit Hostel umbuchen, Busticket ändern lassen und und und.

Das sollten nun genügend Erlebnisse in Cusco sein, na hoffentlich klappt beim Trek alles so wie geplant. Man darf gespannt sein.

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