Nasca & Arequipa, Peru – Skurrile Landschaften & Sightseeing in der weißen Stadt

Befinden: immer mehr bereit für den Aufstieg zum Machu Picchu
Wetter: sonnig und warm, aber nicht mehr lange
Lektion: einen peruanischen Lebensmittelmarkt sollte man nüchtern besuchen! 

Nasca – ein genialer Flug über mysteriöse Landschaften

Nasca ist ein kleiner Ort, nicht zu viel Verkehr und gemütlich um ein wenig herum zu spazieren. Wir wohnten 2 Nächte in einem netten Hostel mit großer Dachterrasse, auf der man den ein oder anderen Backpacker treffen kann. Die Kleinstadt verfügt über einen netten Park und viele kleine Shops und Restaurants. Man fühlt sich einfach wohl.

Weiters war Nasca für uns Ausgangspunkt zu den sogenannten „Nasca Linien“. Diese Linien befinden sich auf einer etwa 500km2 großen kahlen Fläche ausserhalb der gleichnamigen Stadt. Hunderte Scharrbilder befinden sich hier, schnurgerade und teilweise bis zu 20km lang. Unter den Linien und geometrischen Zeichnungen finden sich auch Figuren von Menschen und Tieren bis zu hunderten Metern groß. Kolibri, Kondor, Affe, Spinne und ein Astronaut in einen Berg gescharrt konnten wir betrachten. Was man weiß ist, dass diese Figuren tausende Jahre alt sind. Jedoch sind sie sehr wenig erforscht, man kann nur erahnen welche Bedeutungen dahinter stecken.

Da diese Linien und Figuren so groß sind, dass man sie nur aus der Luft ganz betrachten kann, haben wir uns natürlich einen Flug mit einer Cessna 207 gebucht und uns das ganze aus der Luft angesehen.

Uns plagte doch schon ein wenig Nervosität bevor es los ging. Auch deshalb, weil uns von einigen Leuten geraten wurde, wir sollen vorher wenn möglich nichts essen. Was sich später noch als guter Tipp herausstellte. Am Flugplatz wurden wir abgewogen, der Reisepass kontrolliert, durchgecheckt und dann ging´s eigentlich auch schon los. Rein in die Maschine, hoch hinauf in die Luft. Der Flug dauerte ca. 40 Minuten. Der Flug war genial. Eine 7 Personen Maschine flog uns über die Landschaft, Alex und ich saßen direkt hinter Pilot und Copilotin. Ich bin zwar früher schon einmal mit meinem Vater (er war Mitglied eines Fliegerclub´s) mitgeflogen, hatte jedoch vergessen, wie genial es ist, so nah über dem Boden zu gleiten. Wir umrundeten die Nasca Figuren so, dass sie auf beiden Seiten gut ersichtlich waren. Somit bestätigte sich auch, dass nichts essen vor dem Flug die eindeutig bessere Idee war. Einer nahm’s nicht so genau, genoss Kaffee und Fruchtsaft zuvor und musste sich dann leider einige Male während des Fluges entleeren. Tja, da tat uns der Passagier schon etwas leid. Nichts desto trotz genossen wir den Flug sehr. Man konnte sich die wunderbare Landschaft ansehen und es war windstill, somit auch ohne Turbulenzen. Die Copilotin erzählte uns einiges über die Linien und generell waren wir sehr gut aufgehoben.

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Wieder gut gelandet bekamen wir noch einen schönen Stempel in unseren Pass bevor wir begeistert und zufrieden zurück in unser Hostel fuhren. 

Arequipa – Sightseeing in der weißen Stadt

Arequipa liegt südlich von Nasca und wird „die weiße Stadt“ genannt. Warum? Es gibt drei angrenzende Vulkane. „Chanchani“, „Misti“ und „Pichu Pichu“ heißen die Giganten. Ein grandioses Bild, richtet man seinen Blick über die Stadtgrenzen hinaus. Alle Vulkane sind über 5.000 Meter hoch, einer davon sogar über 6.000 Meter. Viele historische Gebäude wurden aus dem weißen Vulkangestein erbaut, heute wird nur noch eine Schicht des weißen Materials angebracht. Darum der Name.

Die Stadt an sich ist für peruanische Verhältnisse relativ „westlich“. Es gibt zahlreiche shoppingmalls, Restaurants, Markenkleidung und es ist sehr sauber und gesittet. Es herrscht zwar reger Verkehr, jedoch bleibt das von Lima gewohnte Chaos, das ewige Hupen der Autos, fern. Auffällig ist, dass es viele Bettler und Straßenverkäufer gibt. Und diese verkaufen einfach alles. Eine Frau verkaufte Hüllen für Kreditkarte & Co. Praktisch, fehlte mir noch so eine. Eine andere hatte eine geniale Idee. Eine Personenwaage besitzt in Peru nicht jeder Haushalt. Bei der Dame durfte man sich für ein paar Centimos einmal auf ihre verstaubte Waage stellen und sein Gewicht feststellen. Der ein oder andere Straßenkünstler versuchte sich im Karaoke Singen, ein anderer verkaufte Eis aus einer Art Schub-Eistruhe. An jeder Ecke gibt es etwas neues zu entdecken.

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Wie sich ein Erdbeben tatsächlich anfühlt

Als wir nach unserer 10 stündigen Busfahrt morgens ankamen, entspannten wir uns erst mal im Hostel. Wir packten unsere Rucksäcke aus und kamen an. Gemütlich saßen wir gerade am Bett, als dieses plötzlich zu rütteln begann. Dann fingen auch die Fensterscheiben und die Stromleitungen neben dem Haus an zu schwanken und zu rütteln. Damit war klar, dass wir gerade ein Erdbeben erleben. Wir sahen uns ratlos an und wussten nicht recht, wie wir reagieren sollten. Bevor wir dazu kamen, irgendetwas zu tun, war das Beben jedoch schon wieder vorbei. Einige Sekunden dauerte es, bis wir das Erlebnis der letzten Sekunden realisierten. Ich ging zur Rezeption und fragte ungläubig, ob dies ein Erdbeben gewesen sei. Die Dame bejahte und war ziemlich verwundert, als sie hörte, dass dies unser erstes war. Erdbeben gehören hier in Arequipa fast schon zur Tagesordnung aufgrund der umliegenden Vulkane und ihren Aktivitäten. Auch stärkere, die schon Teile der Stadt zerstörten gab es bereits, dass ist jedoch einige Jahre her. Mir reicht dieses Erlebnis, schon ein beunruhigendes Gefühl, wenn sich alles unter einem zu bewegen beginnt und man keine Kontrolle mehr hat. 

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Die geniale Idee einer „Free walking Tour“

Eigentlich wollten wir den Colca Canyon besuchen. Da uns der Ausflug jedoch einfach zu teuer und zu zeitaufwendig war, entschieden wir uns für Sightseeing. Die „free walking tour“ gibt es weltweit. Es ist ein Spaziergang durch die jeweilige Destination mit vielen Informationen. Die Guides sind meist Locals, und organisieren diese Ausflüge auf freiwilliger Basis. Das heißt, man gibt nach der Runde so viel her, wie man es für angebracht hält. Wir hatten eine super 3 stündige Tour mit Carlos. Unser Guide zeigte uns historische wie kulturelle Plätze. Wir besuchten ein Haus, in dem Alpakawolle hergestellt wird, einen organischen Schokoladeladen und ein Restaurant, wo wir ein typisches Gericht verkosten durften. Wir hatten viel Spass und erfuhren auch interessante Hintergründe der Stadt. Einer traditionellen Weberin durften wir bei der Arbeit zusehen und sahen einen goßen Teil der Stadt. An der FWT werden wir definitiv wieder teilnehmen. Wenn nicht sogar in Cusco, da man so ein wenig mehr in die peruanische Kultur eintauchen, versteckte Plätze finden und ebenfalls Leute kennen lernen kann.

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Besuch bei einem peruanischen „hier kannst du alles kaufen“ Markt

Am letzten Tag besuchten wir einen typisch peruanischen Markt. „San Camillo“ heißt dieser und ist jeden Tag geöffnet. Je näher wir zu der großen Markthalle kamen, desto mehr Leute waren unterwegs. Bereits vor der Halle reihen sich verschiedene Stände und kleine Malls aneinander. Was uns sehr gut gefiel ist, dass sich hier ein noch so winziges Geschäft als endlos langes Labyrinth erweist. Man kommt immer wieder in einen weiteren kleinen Verkaufsraum und im Endeffekt kommt man dort raus, wo man nicht reingegangen ist. Mit den ersten Schritten in die große Verkaufshalle steigt einem eine undefinierbare Mischung aus Gerüchen in die Nase. Fleisch, Obst, Kräuter, Gemüse, Haushaltswaren, Blumen. Für jede Kategorie gibt es eigene Gänge, und doch ist alles irgendwie durcheinander. Wir brauchten 2 Runden durch die Halle, um die Eindrücke aufnehmen zu können und mit bestimmten Dingen klarzukommen. Seien es verschiedenste Fleischsorten auf den Theken, von Zungen bis Hufe war alles dabei. Sogar kleine getrocknete Lamas kann man hier erstehen. Der Geruch begleitet einen die ganze Zeit. Doch als wir erst mal zurecht kamen, wurde es ganz interessant. Mit unserer Gopro knippsten wir ein paar versteckte Bilder, da so ein Markt nichts für wertvolle Dinge wie Kameras etc. ist. Da ist eine kleine undercover Kamera schon praktisch. Wir sahen noch nie so viel verschiedenes Obst und Gemüse auf einem Haufen. Stände mit skurrilen Gerichten, eingelegten Oliven, Käse, Stände überhäuft mit Kräutern. Diese rochen am allerbesten. Bei den Blumenständen wurden wunderschöne Gestecke kreiert, Verkäuferinnen saßen gemütlich in ihren kleinen Ständen und sortierten ihre Waren oder verhandelten mit Kunden. Fisch wurde filetiert, Kartoffeln geschält. Teppiche dekorativ aufgehängt und Kleidung sortiert. Obwohl sich uns bei einigen Anblicken der Magen umdrehte, bekamen wir doch interessante Einblicke in die peruanische Kost und Kultur. Und diese skurrilen Erlebnisse sind doch jene, an die man sich später noch erinnert.

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Nach diesen gemütlichen Tagen geht es nun endlich Richtung Cusco. Wir sind bereit für den Machu Picchu. Ein paar Tage werden wir uns noch akklimatisieren bevor wir uns in eines unserer größten Abenteuer stürzen werden.

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