Huacachina & Paracas, Peru – Action in der Wüste und ein Besuch im Seevogel Land

Befinden: abenteuerlustig, amüsiert und beeindruckt von Peru
Neues frei lebendes gesichtetes Tier: Der Humboldt Pinguin
Lektion: Erinnere den Buggyfahrer, genug Sprit mit in die WÜSTE zu nehmen! 

Huacachina – eine Oase in der Wüste

 

Nach einer ca. 5 stündigen, sehr komfortablen Busfahrt von Lima nach Ica, kutschierte uns ein netter Taxifahrern die letzten Kilometer Richtung Wüste und somit nach Huacachina. Der von Dünen umgebene kleine Ort liegt an einer Oase, bestehend aus Hostels, Restaurants und Souvenirläden. Huacachina ist sehr touristisch, das stört aber überhaupt nicht. Im Gegenteil, man trifft viele andere Backpacker und kommt leicht ins Gespräch. Die Oase wird von einem unterirdischen Andenfluss versorgt, jedoch wird der Wasserstand von Jahr zu Jahr weniger. Gut, dass wir noch hier waren, denn dieser Ort ist ein ganz besonderer.

Die Oase hat man zu Fuss in ca. 20 Minuten umrundet. Und Huacachina selbst hat ca. 200 Einwohner. Das geniale an diesem Ort ist die Location. Riesen Sanddünen soweit das Auge reicht, egal in welche Richtung man geht, eine Düne muss immer überwunden werden. Palmen säumen die dunkelgrüne Oase, das laute Motorengeräusch der Buggy´s ist zu hören.

Ein unvergesslicher Abend war jener, als wir auf eine der hohen Dünen wanderten um den Sonnenuntergang zu sehen. Es war wolkenlos und die Sonne brannte auf den Sand. Der Wind wehte und bildete schmale Kanten ganz oben auf den Dünen. Auf so einer Kante wanderten wir hoch. Es ist unglaublich anstrengend im Sand hoch zu steigen. Mit jedem zweiten Schritt rutscht man einen zurück. Nach einer Weile erreichten wir unser Ziel. Der Ausblick war unbeschreiblich. Die Wüste bildete den gold schimmernden Horizont. Dünen über Dünen. Und das in Peru? Ein Traum. So standen wir da und ließen das malerische Bild auf uns wirken. Auch einige weitere Leute gesellten sich zu uns. Wir suchten einen guten Platz, setzten uns in den Sand und beobachteten die untergehende Sonne. Die Schatten hinter den Dünen wurden immer größer bis die Landschaft in dunkles Braun tauchte als die Sonne schließlich verschwand. Dies war einer der Momente, von denen wir noch lange erzählen werden. Blitzschnell wurde es ganz schön kalt da oben und so machten wir uns auf den Weg und liefen durch den Sand hinunter zurück zur Oase.

 

Die Sanddünen Peru´s

Man kann nicht nur auf Sanddünen wandern hier. Wer den Kick sucht, sollte einen Sandbuggy- Ausflug machen. 11 Leute inkl. Fahrer waren wir. Ein ziemlich großes Buggy, und laut. Sehr laut. Ich dachte noch, ach das wird ein gemütlicher Ausflug, die Dinger sind ja viel zu groß und schwer um richtig Gas zu geben.

Falsch gedacht. Die Buggy´s hatten es in sich und wir hatten weiters das „Glück“, einen freaky Driver mit Bleifuß erwischt zu haben. Mit einem Karacho von 70-80kmh manövrierte er das Gefährt durch den Sand. Hoch auf die Dünen, über die Kante und steil bergab. Driften in den Kurven und wieder über die Kante. Wir wurden herumgeschleudert und hingen in den Gurten. Es war wirklich eine Achterbahnfahrt, bei der man danach nur denkt: „Boa wie krass…noch mal!!“ An einigen Dünen machten wir Halt um zu sandboarden. Das Ganze sah so aus, dass die meisten am Bauch liegend über die Düne düsten, da der Sand eher bremst, somit funktioniert das Boarden nicht wirklich. Davon abgesehen machte das runter Rutschen richtig Fun. Der Sand war überall, in den Ohren, in den Schuhe, total egal. Andere Buggy´s waren immer wieder zwischen den Dünen zu sehen, ein richtiger Action Spielplatz. Plötzlich sprang das Buggy nicht mehr an. Der Fahrer ahnte, was das Problem war. Er wollte telefonieren, doch sein Akku war leer. Als er dann zu einem anderen Buggy rüber rief: „HAY GASOLINAAAA?!“ konnten wir uns nicht mehr halten vor lachen. Der Sprit war alle. Und der Akku leer. Und das mitten in der Wüste. 😀 Aber alles halb so schlimm, ein Gasolinabuggy brachte Nachschub. Am Schluss trafen sich alle Buggy´s bei einer Düne um den Sonnenuntergang zu sehen. Alle saßen gemütlich im Sand, unterhielten sich, ließen das Flair auf sich wirken. Ein ebenso geniales Erlebnis.

Mit dem Speedboat zu den Islas Ballestas

Die Islas Ballestas sind eine geschützte Inselgruppe vor der Küste Icas. Früh morgen holte uns der Minibus ab, und brachte Alex, mich und ein paar andere Leute nach Paracas, von wo wir mit dem Boot weiter fuhren. Die Fahrt nach Paracas glich einem Höllentrip. Die Peruaner fahren als gäbe es keine anderen Verkehrsteilnehmer. Hupen, überholen, hupen, hupen, bremsen, hupen, überholen. Alle Mitfahrenden schüttelten schon die Köpfe, einer filmte die Fahrt. Jedenfalls waren wir danach hellwach. Am Hafen warteten wir, bis unser Guide und das Boot bereit waren. Fischer reparierten ihre Netze, machten sich und ihre Fischkutter zum Fang bereit. Pelikane flogen umher und schossen immer wieder steil ins Wasser um Fische zu jagen. Nach einer Weile ging es endlich los. Schwimmwesten angelegt und ab. Das Speedboat hatte genug Platz für ca. 20-30 Passagiere. Die Fahrt war angenehm und der kalte Wind hielt sich in Grenzen. Immer wieder flogen die großen Pelikane über unsere Köpfen, ab und an erhaschte man einen Blick auf einen Seelöwen, der kurz aus dem Wasser auftauchte um Luft zu holen.

Bevor wir die Inseln erreichten, passierten wir an der Küste ein Gebilde aus großen Linien in vom Meersalz festgewordenem Sand. Ähnlich wie die Nasca Linien, das Bild glich einem Kaktus, manche beschreiben es auch als Kerzenhalter. Die Linien seien jedoch nicht die gleichen wie jene in Nasca, denn sie sind tiefer. Schon mysteriös, wenn niemand so recht weiß, wo diese herkommen und wie es sein kann, dass sie sich durch das Wetter nicht verändern.

Nach ungefähr einer halben Stunde Fahrt erreichten wir die Inseln. Ein Schauspiel der Natur.

Tausende Vögel verschiedenster Arten tummeln sich hier auf den felsigen Klippen. Seelöwen lagen faul auf den Felsen und der ein oder andere Pinguin war ebenfalls zu sichten. Sie standen da mit ihren niedlichen Gesichtern und kleinen Beinen, einer sprang gerade aus dem Wasser als wir vorbei kamen. Auch hatten wir das Glück, einen Babyseelöwen zu beobachten, als er gerade an seiner Mutter´s Zitze trank. Alle Frauen auf diesem Boot hätten ihn am liebsten mit nach Hause genommen.

 

Die Inseln sind geschützt und dürfen somit nur von Schützern, Forschern oder Arbeitern betreten werden. Das Guano (Das Sekret der Vögel) wird hier alle paar Jahre geerntet und zu Dünger verarbeitet. Die Guanoschichten werden zw. 3 und 4 Meter dick.

Ca. 800.000 Seevögel sind hier beheimatet, sowie Pinguine, Seelöwen, Seebären, Pelikane und auch Delphine. Das Boot umkreiste die Inseln, trieb ganz nah an den Tiere vorbei. Man nennt die Islas Ballestas auch „das Galapagos der Armen“. Ja, leistbar ist es auf jeden Fall hier her zu kommen. Und ich habe in meinem Leben noch nie so viele Vögel auf einmal gesehen. Ich würde diesen Ausflug jedem empfehlen. Und ein Tipp am Rande: Setzt lieber etwas auf am Kopf, immerhin fliegen tausende Vögel über euch ;).

Huacachina ist ein toller Ort, den man auf einer Peru Reise auf keinen Fall missen sollte. Man kann verschiedenste Aktivitäten ausüben, andere Backpacker kennen lernen oder einfach nur relaxen. 3 Tage hier waren für uns genau das Richtige.

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