Costa Rica – Vom Pazifik zur Karibik, quer durchs Land

Befinden: Froh über die Entscheidung diese Reise zu erleben
Ort: open air Gemeinschaftsküche des Hostels
Lektion: Sunspray ist wichtig! Und Sonnenbrand schmerzhaft! Sehr schmerzhaft! 

Pura Vida!

Generell sind die Ticos ein sehr herzliches Volk. Man fühlt sich willkommen und wird von der allgegenwärtigen Lebensfreude mitgerissen. „Pura Vida“ heißt es hier. Es bedeutet, das Leben zu genießen, den Moment zu leben und die Gegenwart zu schätzen. Man sagt es zur Begrüßung, zum Abschied oder als Antwort auf die Frage, wie es einem geht. Es wird nicht die Zukunft geplant sondern der Moment gefeiert und das merkt man, egal wo man hin kommt. Unser einer sollte sich ein Riesen Stück von dieser Einstellung abschneiden. Jeder kennt jeden, jeder grüßt jeden und jeder kümmert sich um jeden. Man fühlt sich alles andere als fremd. Etwas schräg ist vielleicht, dass hier nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder und Hunde ja eigentlich jeder gesiezt wird. Costa Rica ist ganz vorne in der Liste der Aussteigerländer. Und dafür gibt es viele Gründe. Pura Vida! 

Sámara – surfers paradise und ein nahezu unwirklicher Traumstrand

Nach einigen nicht haltenden Bussen, warten an der Autobahn, Stunden in der Hitze und einem Regenschauer landeten wir in dem kleinen verschlafenen Örtchen. Byron wartete bereits bei der Bushaltestelle in Sámara um uns abzuholen. Eine Woche schliefen wir in seinem Haus in einem kleinen netten Zimmer in der Nähe von Zentrum und Strand. Max, den wir bei Casita Azul kennen lernten,  wohnte zuvor bereits hier und über ihn kamen wir dazu, ebenfalls das Zimmer zu mieten.

Nach den ersten Metern durch das Zentrum sind die Surfkultur und das lockere Strandleben sofort spürbar. Kleine Strandshops mit Accessoires und Hängematten reihen sich an der einzigen Hauptstrasse aneinander, viele sind geschlossen da zur Zeit Nebensaison ist und nur sehr wenige Touristen hier her kommen. Nur ein paar Backpacker inklusive uns, was für ein Glück. Man spaziert vorbei an ein paar Straßenständen mit frischem Obst und Kokosnüssen, einigen Geschäften und gemütlichen Surfbars. Das Rauschen des Meeres ist hörbar.

Angekommen am Strand – Flip Flops aus – den Sand zwischen den Zehen spüren. Die ersten Blicke richten sich erst auf den Horizont, dann einmal rundum und einen überkommt Gänsehaut pur. Der Strand blitzblank sauber, feiner heller Sand, einige Kilometer lang und fast Menschenleer. Ausser ein paar Surfern und Pferden. Palmen und dichtes Grün begleiten den Strandverlauf und machen die unwirkliche Bucht perfekt. Einige unförmige trockene Baumstämme bieten Sitzgelegenheiten, die Wellen rollen unter den Brettern der Surfer hinweg. Links und rechts rahmen kleine felsige Hügel die Bucht ein. Niemals zuvor hatten wir so etwas schönes gesehen.

Alex und ich verbrachten so viel Zeit wie möglich am und im Wasser und sogen so viel es ging in uns auf. Man kann Stunden hier sitzen und den Horizont beobachten.

Einen Tag bevor wir wieder aufbrachen, spazierten wir mit Byron und seiner Freundin Claudia auf einen der beiden kleinen Hügel neben dem Strand. Claudia ist ebenfalls eine Aussteigerin aus der Steiermark, eines Tages reiste sie hier her und ging nicht mehr fort. Hinauf ging es über einen Weg durch den Dschungel, vorbei an Affen in den Bäumen, Baumstämmen mit übertrieben großen Stacheln, Lianen und viel viel grün. Oben angekommen erhaschten wir den Blick über den Strand Sámara. Das Blau des Wassers tief wie der Ozean, der Blick auf den Horizont lässt einen alles vergessen. Wir genossen den Ausblick von den steilen Klippen bevor wir zu einem zweiten Aussichtspunkt gingen und zum Abschluss an einen kleinen versteckten Strandabschnitt. Der Tag war ein wunderbares Ende unseres Aufenthaltes in Sámara, wir sind begeistert von diesem fröhlichen Ort.

Ein Besuch im Krokoland am Rio Tarcoles – oder doch Dinoland?

Morgens um 09:00 sollte uns der Bus von Puntarenas (hier verbrachten wir 2 Nächte um an den Krokodilfluss zu kommen) zur Brücke am Fluss namens Tarcoles bringen. In Costa Rica gibt es wenig Haltestellen, man winkt einem Bus vom Straßenrand damit er einen mitnimmt. Wir baten den Chauffeur uns bei der Brücke aussteigen zu lassen, da wir nicht genau wussten wie weit es war. Nur blöd, dass uns der Fahrer leider vergessen hatte und uns noch eine Stunde länger bis nach Jaco mitnahm. Tja… da verlängerte sich unser Tagesausflug um eine glatte Stunde warten auf einen rückfahrenden Bus.

Endlich bei der Brücke angekommen sahen wir schon die ersten Besucher stehen. Wir gingen hastig zur Mitte der Brücke und da lagen sie. Wir zählten 35 Krokodile. Millionen Jahre alte Dinosaurier. Von klein bis riesig groß lagen sie auf einer Sandinsel am Fluss und ließen sich sonnen. Die Krallen und der schuppige Körper erinnern an die Dinosaurierzeit. Grau und voll Schlamm lagen sie da in aller Ruhe. Ein atemberaubendes Bild solch majestätische Tiere in ihrer freien Wildbahn zu beobachten. Ein Besucher beugte sich so weit nach vorne, dass ihm sein Telefon zu den großen Reptilien hinunter fiel. Tja… Ob er es sich zurück geholt hat? Ich denke wohl eher nicht. Wir betrachteten die Tiere eine ganze Weile und machten uns Gedanken, warum sie eigentlich immer mit offenem Maul da liegen.

Das ist so, weil sich ihre Körpertemperatur nicht von alleine reguliert. Unter 4 Grad und über 38 Grad würden diese Tiere sterben. Mit offenem Maul können sie benötigte Wärme aufnehmen oder überschüssige Wärme abbauen. Zum abkühlen tauchen sie einfach im Fluss unter. Hinzu kommt, dass manchmal Vögel im Maul herum staksen und Reste herauspicken. Somit wird das Maul sauber gehalten. Ob die Vögel wohl überleben? Das ist eine andere Frage.

Der Reggae-Ort Cahuita – noch einmal ans karibische Meer

Nach 2 Nächten in Puntarenas machten wir uns auf den Weg nach San Jose, um Max zu treffen. Mit ihm würden wir unsere restliche Zeit durchs Land reisen. Ab San Jose fuhren wir gemeinsam weiter nach Cahuita. Mehr als einen halben Tag waren wir mit dem Bus unterwegs bevor wir das kleine Hippie Dorf erreichten. In früheren Zeiten arbeiteten hier unter anderem viele Jamaikaner und Haitianer als Sklaven um das Schienennetz der Eisenbahn auszubauen. Deren Nachfahren leben im heutigen Cahuita und generell an der Karibikküste weiter. Viele sprechen kreolisches Englisch, denkt an einen typischen rastaman, dann wisst ihr was ich meine. Cahuita ist nicht sehr touristisch, es ist klein und liegt direkt an einem Nationalpark. Erst seit 1976 gibt es an der südlichen Karibikküste Strom und lange war diese nur mit dem Boot erreichbar. In der Umgebung gibt es einige Playa Negras (schwarze Strände). Die schwarze Farbe erhält der Sand von der Vulkanasche. In Cahuita wird Reggae gelebt. Es gibt überall Weed zu kaufen und die meisten Einwohner sind dementsprechend relaxed, nennen wir es mal so. Gras ist zwar nicht legal, wird jedoch geduldet, so wurde es uns erklärt. Die kleinen Holzhütten sind in den Farben rot, gelb, grün gestrichen und Bob Marley´s Musik scheint hier das Radio zu ersetzen. Vom Busbahnhof waren es nur wenige hundert Meter bis zum Hostel. Wir hatten ein Zimmer mit eigener Hängematte und Gemeinschaftsküche. Es war gemütlich. Wir kochten abends und morgens bekamen wir ein kleines Frühstück vom Hostel. Der kleine überschaubare Ort war ein netter Zwischenstopp und der Nationalpark ein Abenteuer. 

Ein Nationalpark wie aus dem Bilderbuch

Knapp 9 Kilometer wanderten wir an diesem schönen Tag durch den Nationalpark. Über Stege, Baumstümpfe, Trampelpfade und Wege schlenderten wir durch den Dschungel. Immer wieder nahe am Strand, manche Passagen sogar direkt am Strand entlang ein paar mal steigt man durchs Wasser um dem Weg weiter zu folgen. Wir beobachteten Krabben, verschiedenste Echsen, die großen blauen Morphofalter und zu unserem Glück eine ganze Bande Kapuzineraffen. Sie kamen ganz nah zu uns und checkten uns ab. Auch Brüllaffen durften wir noch einmal sehen. Pekaris (Nabelschweine) schlichen im Geäst umher, von Waschbären fanden wir leider nur die Spuren im Sand. Große Spinnen hingen in ihren Netzen im Dickicht, der Dschungel dicht bewachsen und voller verschiedener bunter Pflanzen. Vögel aller Art waren zu hören, Eichhörnchen hüpften von Ast zu Ast. Am Ende des Weges kühlten wir uns im Meer ab bevor wir mit dem Bus zurück nach Cahuita fuhren, da der Weg kein Rundweg ist sondern 5 km nach Cahuita endet. Ein Traumhafter Nationalpark, unbedingt empfehlenswert wenn man in der Nähe ist.

Puerto Viejo, die jüngere Generation Cahuitas

Anscheinend ist Puerto Viejo im Vergleich zum 15km entfernten Cahuita eher mit jungen Leuten besiedelt, und viele Auswanderer, das fällt gleich auf. Wir wohnten 2km ausserhalb der Stadt in einem Hostel an einem sehr schönen Strand. Das Hostel hatte eine open air Küche, eine Bar für ein paar drinks und viele Surf- und Backpacker Gäste. Wir badeten viel, Max lieh sich für die paar Tage ein Surfboard aus, da er zuvor bereits in einem Surfcamp war und Blut geleckt hatte. Alex und ich relaxten, kümmerten uns um unseren Blog und bereiteten uns bereits ein wenig auf Peru vor. Puerto Viejo ist eine nette Stadt mit viel Pura Vida, Dschungel und Meer. Es gibt viele Hunde, Pferde und die Leute fahren großteils mit dem Fahrrad herum. Ein kleines Faultier kreuzte unseren Weg, als wir am Weg zum Strand waren. Es saß ganz nah am Boden und ließ sich von uns bestaunen bevor es sich wieder in die Bäume zurück zog. Ein strubbeliges Tierchen und so süß! Die Stadt war ein super Ort zum Abschluss.

Doch nun geht es weiter. Weiter in ein neues Land, weiter zu neuen Menschen, Bräuchen, Traditionen und Abenteuern. 

Weiter nach Peru und darauf freuen wir uns sehr.

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