Cienfuegos, Kuba – das kubanische Paris & Tauchen im karibischen Meer

Befinden: sehr erholt, Urlaubsstimmung
Ort: Dachterasse des Casa Particular in Cienfuegos mit Blick über Kubas Straßen
Lektion: Man sollte auf Kuba immer die Kamera bereit halten für großartige Momente
 

Rancho Luna – echten Traumstrand finden – CHECK
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Nach den etwas ernüchternden Tagen in Varadero beschlossen wir ein paar entspannte Tage an einem ruhigeren, nicht so touristischen Badeort zu verbringen, bevor es in die nächste Stadt gehen sollte. Im Reiseführer entdeckten wir das kleine Örtchen Rancho Luna, 18 km südlich Cienfuegos´. Es gibt nur eine Hand voll Schlafmöglichkeiten, keine Restaurants oder Bars, nicht viele Einkaufsmöglichkeiten. Perfekt dachten wir uns und nahmen früh morgens den Viazulbus, der uns in 4,5 Stunden nach Cienfuegos brachte, wo wir ins Taxi Richtung Meer umstiegen. Angekommen in Rancho Luna bezogen wir unser Zimmer, rein in Bikini und Badehose und ab an den Strand.

Wir waren wohl endlich am wirklichen Traumstrand mit karibischem Flair durch und durch angekommen. Haushohe Palmen, reife Kokosnüsse bereit gepflückt zu werden, sauberes klares Wasser, Sandstrand und fast keine Gäste. Zu unserem Glück haben wir hier die Nebensaison erwischt, so war der Strand jeden Tag halbleer. Ein Traum. Alle 10 Meter bieten weit auseinander wachsende niedrige Bäume mit großen saftigen Blättern genug Schatten. Keine Musik, nur das rauschen des Meeres und Vogelgezwitscher. Ein paar Pferde leben hier, Mutter und Fohlen laufen frei herum. Einige Male galoppierten sie glücklich direkt am Strand vorbei. Alex´ Kommentar: „Oiso, des woa jetzt oba scho kitschig!“ ja das war es wirklich… Und wunderschön. Pferde am Strand, Gekkos überall, Hunde & Katzen, Adler, manchmal fliegt ein Pelikan vorbei. Tiere scheinen sich hier wirklich wohl zu fühlen.

Die Bucht ist sehr ruhig, da die Wellen durch ein Korallenriff, das die Bucht säumt, weit draussen brechen. Eine angenehme Brise weht den ganzen Tag. So beschlossen wir, einige Tage hier zu verbringen und die Seele baumeln zu lassen.

Morgens am Strand, Abends ein paar leckere Drinks, Reiseführer schmökern, genießen. Das war unser Tagesplan. Und es wurde noch besser…. 

Wrack´s, Höhlen & wunderschöne Korallengärten
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Im Reiseführer fanden wir die Adresse einer im Ort ansässigen Tauchbasis mit relativ guten Preisen. Marlin hieß die Basis. Eine von 22 Basen auf ganz Kuba. Wir beschlossen erst mal hin zugehen und die Lage zu checken. Wann gibt es Termine, kann man das Equipment ausleihen, wo wird getaucht, viele Fragenzeichen in unseren Köpfen. Dort angekommen begrüßte uns Pedro, der Tauchguide und wie es aussah auch der Chef der Basis. Wir sollen am nächsten Tag um 8:40 da sein, Tauchbesprechung gibt es da und Equipment ist kein Problem. „OK“, dachten wir uns, ausführlich ist anders.

Trotzdem war die Freude groß und wir waren gespannt auf den nächsten Tag. Einige andere Taucher aus England und Belgien waren bereits vor Ort als wir erneut in der Basis eintrafen. Es dauerte eine Weile bis wir die Ausrüstung bekamen und nach kurzer Kontrolle unserer Tauchlizenzen ging es auch schon runter zur Küste, wo das Boot auf uns wartete. Bis alles startklar war, Flaschen an Regler angeschlossen, Wetsuits angezogen etc. warteten wir im Boot und erblickten ein Delphinarium ein paar hundert Meter nördlich von uns. Viele Leute saßen auf einer kleinen Tribüne und man konnte erkennen, wie 2 Delphine jemanden an den Füßen aus dem Wasser schoben. Das Naturbecken schien sehr klein. Eine Taucherin erzählte, 3 der 4 Delphine wurden aus dem Meer gefangen und hier her gebracht. Eins der Tiere wurde im Delphinarium geboren. Solche Einrichtungen sind auf Kuba anscheinend sehr beliebt, so gibt es nicht nur diese sondern viele mehr. 10€ kostet ein Küsschen und 50€ eine Runde schwimmen mit den Tieren. Ein sehr bitterer Beigeschmack an diesem Tag. Ganz wichtig, nicht hingehen! Auch wenn man neugierig ist, oder ein Tier aus solcher Nähe betrachten einmalig erscheint, mit Bezahlung der Eintrittsgelder werden diese Organisationen unterstützt und werden immer größer.

Dann starteten die beiden Außenborder und wir fuhren ein paar Minuten raus aufs Meer. Buddycheck gibt es hier nicht. Pedro erklärte kurz Tauchstrecke und Dauer und dann ließen wir uns nacheinander auch schon rückwärts ins Wasser plumpsen. Ich muss schon sagen, so ein Tauchgang ohne Trockenanzug, ohne Haube und Handschuhe hat schon was. Alles war so easy. Bewegungsfreiheit und das Wasser „bacherlwoam“. Wir warteten am Seil bis alle im Wasser waren. Unsere Gruppe umfasste 10 Taucher inkl. Tauchbegleitung. Alle hatten bereits die Lizenzen zum Tauchen. Es war ein sehr ruhiger erster Tauchgang. Über wunderschöne Korallengärten mit Riesen Fächerkorallen und Schwämmen führte Pedro uns an ein großes Wrack auf 18 Meter Tiefe. Die Sicht war genial. 30 Meter? Oder gar 40? Auf jeden Fall genug um die Größe des Schiffs zu erkennen. Wir tauchten darüber, herum und hindurch durch die alten verrosteten Türen und Luken. Das Schiff stand aufrecht am Grund. Ein tolles Bild. Es war unser erstes Wrack und ich bin mir sicher, das erste von vielen. Am Meeresboden tummeln sich große Krebsen in ihren Muscheln, Krabben und in einer Felsspalte entdeckten wir eine Muräne. Fische gab es eher kleine, diese waren jedoch sehr bunt und die Korallen machten das fehlen der Großfische wett.

Kurz zurück, Tanks füllen, wieder raus zum nächsten Spot. Höhlen und Felsspalten. Es war genial. Durch Meterhohe Felsvorsprünge tauchten wir nacheinander zwischen den Riffen. Pflanzen hängen wie Lianen herunter, der Sandboden leuchtet zwischen den dunklen Wänden. Pedro führte uns durch ein Labyrinth aus Felswänden und kleinen Höhlen. Einer nach dem anderer erforschte die mystischen Gänge. Wieder ein erstes Mal beim Tauchen. Aber auch diesmal waren wir begeistert. Ein Segelschiff lag schräg am Grund, Lebensraum für tausende kleine Fische und Krabben.

Wir bezahlten für beide Tauchgänge mit Ausrüstung und Begleitung 60 Euro und das war es auf jeden Fall wert. Die Vorbereitungen waren zwar weit von dem entfernt, was wir in Österreich kennen und über die Qualität denkt man besser nicht zu viel nach, aber die Mitarbeiter und Pedro waren alle doch kompetent und nett. Wir haben uns wohl gefühlt und würden wieder mit ihnen tauchen. Ich denke wir haben das Meerestauchen für uns entdeckt und werden auf jeden Fall noch viele Erfahrungen auf unserer Reise sammeln.

Zufrieden und voller Eindrücke spazierten wir am Strand zurück zu unserem Hotel und ließen bei leckerem Abendessen den Tag Revue passieren.

Nach insgesamt 7 Strandtagen verschlug es uns dann doch wieder in die Stadt. Die Lust auf Abenteuer und unsere Neugier stiegen und so packten wir ein weiteres Mal unsere Backpacks. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl der Freiheit zu wissen, das man jeden Tag aufs neue über Ziele und Reise entscheiden kann.

Cienfuegos & unser erstes Casa Particular
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Das Taxi brachte uns direkt vor die Haustür des Casa Prado, im Reiseführer angepriesen als das beste Casa Particular der Stadt, in dem wir bereits ein Zimmer reserviert hatten. Wir klingelten und die weiße Holztür öffnete sich. Von der Treppe im ersten Stock begrüßte uns eine sehr nette Kubanerin, eine Art Ama de Casa. Hausmädchen, Köchin, kümmert sich um das Haus, die Familie und die Gäste. Viele Familien haben solche Hausdamen.

Es ist unglaublich, welch wunderbare Räume sich hinter den alten Türen verstecken. Stuck an den hohen Decken, gemusterte Steinböden, alte Figuren und Gemälde, große Säulen mitten im Raum. Kleine Gänge führen vorbei an einer schmalen Wendeltreppe, die hoch auf die Dachterasse führt, wo Nico, der kleine Hund des Hauses einen freudig begrüßt. Eiserne Schaukelstühle und verschnörkelte kleine Tische stehen bereit. Die Terrasse ist mir ihrer Aussicht über die Stadt ein guter Ort zum Entspannen, ein Glas Rum genießen oder auch um in Ruhe an Blog und Fotos zu arbeiten, wie Alex und ich es gerade tun. Alina, die Gastgeberin empfing uns sehr freundlich, jedoch bedauerte sie, das unser Zimmer bereits belegt sei. Ebenfalls ein Paar, deutsch und auch für 3 Nächte. Da sie ebenfalls Martina hieß war die Verwechslung perfekt. Welch lustige Zufälle es doch gibt. Alles sollte kein Problem sein, Alina´s Bruder Rodolfo vermietet ebenfalls, nahm uns prompt mit über die Straße in sein Haus und lies uns für diese Nacht bei sich übernachten.

Das kubanische Paris & Rum auf der Dachterrasse
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Wir schlenderten noch ein paar Stunden durch die Stadt, genossen kaltes Bier in einem netten mit Livemusik begleiteten Café. Viele kleine Läden und Restaurants findet man auf den Straßen, weiters Stände mit Figuren, Kleidung und Schmuck. Palmen schmücken die Straßen. Die Stadt ist sehr angenehm, kein Massentourismus, weniger Menschen. Die Stadt nennt sich auch kubanisches Paris. Zurecht. Gebäude, wie man sie meist in Paris findet. Die dicken Steinsäulen lassen die verfallenen Häuser edel wirken, man sieht sich gerne um. Es ist sauber und ruhig, man kann ganz entspannt spazieren und geniessen.

Auch in Cienfuegos gibt es einen Malecón. Bis Punta Gorda führt er, ein Teil der Stadt an einer großen Bucht gelegen. Es gibt einen Yachtclub, Hotels und viele Läden. Uralte verrostete Frachter und Fischerboote kann man beobachten, im Hafen wurde gerade ein neues Boot gebaut. Am nächsten Tag bezogen wir das eigentliche Zimmer und lernten Martina und Peter kennen. Ein deutsches nettes Paar, etwa in unserem Alter, mit denen wir noch den Abend genossen, die ein oder andere Flasche Rum leerten und eine Zigarre schmauchten. Lustiger Abend, grauenhaftes Erwachen.

Dafür gab es ein Frühstück wie man es sich nicht erträumen mag. Mangos, weich und süß, Guavefrüchte, Papaya und Ananas. Das Obst hier könnte nicht frischer sein. Unbehandelt, nicht importiert, einfach gut. Von den Mango´s gab es einen frischgepressten gekühlten Saft, Kaffee, Brötchen getoastet dazu Butter und Honig. Kuchen, ein Teller mit Omelett, Gurken, Tomaten und Käse. Wir speisten lange, konnten kaum alles aufessen. Und das alles für umgerechnet 4 Euro. Was jedoch alles bisher preislich übertraf war das Abendessen in einem kleinen Restaurant, fast gegenüber unseres Casas. Pizza, Salat und Bier für ganze 3 Euro! 3 Euro?! JA! Und lecker obendrein. Die Preise hier sind wirklich unglaublich. Man darf nicht vergessen, das die Einwohner einen Bruchteil von österreichischem Kollektiv verdienen, jedoch für Urlauber sind die Preise ein Paradies.

Paladár Aché mit dem besten Mojito der Stadt
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Am letzten Tag machten wir uns noch etwas lädiert von der letzten Nacht auf um unser Ticket für die Fahrt nach Trinidad am nächsten Tag zu sichern. Man sollte immer einen Tag vorher reservieren, da die Busse oft überfüllt sind. Man bekommt mit Reservierung sicher einen Platz und erspart sich die Suche nach einer neuen Bleibe.

Am Rückweg besuchten wir ein Paladár. Dies sind privatgeführte Restaurants. Unseres hieß Paladár Aché. Ein paar hundert Meter weg von der Hauptstraße, unscheinbar, versteckt in einem Hinterhof. Man erwartet alles, nur nicht so etwas wunderbares, was sich uns bot. Ist man durch den bewachsenen Bogen hindurch, erblickt man ein Restaurant, offen gehalten, mediterranes Flair, Salsa, einen wunderschönen Platz mit Liebe dekoriert. Überall hängen bunte Pflanzen in Töpfen an den Wänden. Keramikfiguren, ein Teich mit Steinflamingos und Goldfischen. Man kann rund um das kleine Restaurant spazieren, findet gemütliche Sitzgelegenheiten, einen Papagei auf seinem Ast und ein Areal mit kleinen bunten Vögeln darin. Gekkos laufen herum und eine Wand mit einer Reliefkarte von Cienfuegos zeigt die künstlerische Seite Kubas. Das Paladár war einer der großartigen Momente, wo die Kamera leider nicht mit dabei war, umso mehr saugten wir alles in uns auf.

Holzstühle mit Leder bezogen, eine nette kleine Bar und viele weitere kreative Dekorationen erwarteten uns im inneren des Paladárs.

Drei sehr nette Kellner begrüßte uns und empfahlen uns Fisch und Shrimps. Die empfohlenen Gerichte schmeckten unglaublich gut, frisch, saftig, deliziös. Weiters gibt es hier anscheinend den besten Mojito der Stadt, das hörten wir auch im Vorfeld schon einige Male. Es war der beste Mojito, den wir jemals hatten. Generell war dieser Besuch ein richtiges Erlebnis. Wir fühlten uns sehr wohl, genossen die Speisen und kalten Getränke.

Es war der perfekte Abschluss für diese Stadt.

Abends bei einer lauen Brise auf der Terasse wurde noch gemütlich getextet und Alben kreiert. Cienfuegos hat uns sehr gut gefallen, uns wurde stets mit Freundlichkeit begegnet und das erste Casa Particular war ebenso toll.

Doch nun geht es weiter nach Trinidad, 1,5 Stunden Busfahrt, wir packen unsere Rucksäcke.

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