San Diego, USA – Ein Platz zum Bleiben

Befinden: glücklich, zufrieden, überrascht
Aussicht: Ich sehe den Ozean aus dem offenen Fenster einer gemütlichen Bar im 1. Stock
Lektion: Bleib in San Diego so lange du kannst 😉

San Diego, die Stadt in der man bleiben will…

…erreichten wir nach einer 6 Stündigen Autofahrt, immer wieder vorbei an der mexikanischen Grenze und vielen Stacheldrahtzäunen. Je näher wir der Küste kamen, desto schöner wurde das Landschaftsbild. Man konnte das Meer riechen und unsere Vorfreude auf Strand, Sand und gutes Bier stieg. San Diego is eine wahre Traumstadt.

Die Menschen sind herzlich, jung und jung-geblieben, aufgeschlossen und einfach lebensfroh. Die Hauptsportarten sind mit den wahnsinnig großen Wellen surfen und bodyboarden. Generell ist die Stadt ähnlich sportlich wie San Francisco. Läufer, Fahrradfahrer, Longboarder und viele mehr trifft man auf den Straßen zwischen Surfshops, Rockbars und Food Corners. Ich hätte mich am liebsten in den Shops eingeschlossen und alles anprobiert. Ein Roxy-Strohhut hat es zu meinen Accessoires geschafft und ein Longboard zu Alex´. Es tat gut, weit und breit keine Hochhäuser zu sehen.

Im Gegenteil, die Wohnhäuser hier sind sehr klein. Und meist nur mit kleinem oder gar keinem Garten. Jedoch sehr gepflegt und schön dekoriert mit Pflanzen oder Figuren. Manchmal auch mit Surfboards. Die Locals verbringen viel Freizeit mit Freunden oder Familie am Strand beim Beach BBQ oder um zu spielen und ihre Hunde auszuführen. So braucht man hier nicht viel Platz zu Hause. Die meiste Zeit wird draußen verbracht.

Man kann an vielen Piers entlang spazieren, Fischer beobachten, Surfer bewundern, oder sich mit den Leuten am Strand unterhalten. Sie sind interessiert, freundlich und kommunikativ und das gefällt uns sehr. Selbst auf den Straßen herrscht eine gewisse Ruhe. Es wird nicht rum gehupt, gedrängelt, jeder nimmt auf den anderen Rücksicht. Hier ist man stolz auf seine Heimat, bemüht sie sauber und sicher zu halten und gleichzeitig erfreut über neue Leute und Kulturen.

La Jolla und ihre freien glücklichen Seelöwen

Ein Ausflug, den wir nie vergessen werden. Dieser Teil etwas nördlich unserer Bleibe ist der Treffpunkt am Wochenende für Touristen, Einwohner, Sportler und alle möglichen weiteren Menschen… Surfshops und kleine Cafés säumen den Strand. Das Wasser ist sehr erfrischend und der Sand strahlt im goldenen Schimmer. Achtsam sein muss man hier lediglich bei den diebischen Möwen. Kaum verlässt man seinen Platz, kommen sie angestakst und stochern neugierig mit ihren Schnäbeln in den Sachen rum, vielleicht gibts ja was essbares hier. Freche kleine Geschöpfe. Und mindestens doppelt so groß wie unsere zu Hause.

Ach ja, und Seelöwen. Habe ich die schön erwähnt? Der steilen Felsenklippen entlang der Küste liegen sie in Kolonien auf dem nassen Stein und lassen sich in der Sonne von der letzten Fischjagd trocknen. Sie liegen nebeneinander, aufeinander und scheinen hier wirklich ein schönes Leben zu führen.

In der La Jolla (ausgesprochen – La Hoya) Cove liegt eine Bucht, die man zum Baden nutzen darf. Früh morgens konnte man auf den Felsklippen sitzen, die Tiere hautnah beobachten und das rauschende Meer genießen. Es waren noch keine Leute da, es war ein tolles Gefühl, die Natur im Einklang zu sehen. Am Sandstrand gibt es kleine Höhlen, riesen Seetang und viele Fische. Auch kleine Leopardenhaie leben hier. Stattliche Pelikane queren stets die Lüfte auf der Futtersuche.

Flossen und Maske besorgt, ab ins Wasser. Die Strömungen hier sind sehr stark und mit den Felsen rundum ist es garnicht so leicht ein wenig raus zukommen aus der Bucht. Die Wellen sind sehr hoch, man muss achtsam sein, dass man sich nicht verletzt.

Hier wird sehr auf die Natur geachtet, Bodyboards und jegliche Luftmatratzen etc. sind verboten. Die Seelöwen dürfen nicht angefasst werden. Ich denke sie leben gut mit den Menschen hier zusammen und haben noch genügend Freiraum. Immerhin sind sie freiwillig da. Und ich denke auch neugierig auf die Leute. Hand in Hand gegen die Strömung schnorchelten wir die Bucht ab. Haie sahen wir leider nicht. Doch plötzlich tauchte ein junger Seelöwe an uns vorbei als wären wir seine Artgenossen. Gemütlich drehte er sich während er keine 2 Meter an uns vorbei glitt. Wir waren sprachlos.

Es gibt nichts schöneres als ein Tier so nah zu erleben, das frei und wild sein kann. Das sind die großen Momente. Nicht wie im Zoo, teils nicht mal eine Rückzugsmöglichkeit für die Tiere, zur Schau gestellt wie die neuesten Modelle im Autohaus. 4 dieser wunderbaren Geschöpfe kreuzten uns an diesem Tag den Weg unter Wasser und machten ihn unvergesslich.

 

Point Loma und Schnitzel mit unserer neuen Freundin Tisha

Diesen Tag verbrachten wir mit unseren Airbnb Gastgeberin und neuen Freundin Tisha. Nach einem Frühstück im Starbucks machten wir uns auf den Weg zum Point Loma. Ein Aussichtsplatz, von dem aus man auf den Marinestützpunkt San Diegos im großen Hafen und auf der anderen Seite aufs offenen Meer blicken kann.

Es war wunderschön. Man konnten sogar Mexiko sehen. Kurz vorm Point Loma spazierten wir in einem kleinen Nationalpark hinunter zum Wasser, es war grade Ebbe und man konnte Krebse beobachten und die wunderschönen Steine und Felswände. Gemütlich stiegen wir durchs seichte Wasser, suchten nach Tierchen und genossen die Sonne. Es war lustig nach Krebsen zu suchen.

In einem Leuchtturm ganz oben am Loma Point konnte man über eine kleine enge Wendeltreppe bis unter das Licht hinaufsteigen. Nebenan waren die kleinen Zimmer, in denen früher einen Familie lebte zu betrachten. Der Leuchtturm wurde genauso erhalten, wie er früher eingerichtet war. Alles so klein und alt. Mit viel Liebe und Details eingerichtet. 2 grosse gemütliche Sessel standen mitten im Wohnzimmer neben dem Kamin. Wasserschalen und Krüge in jedem Zimmer. Das kleine Kinderzimmer mit Schreibtafel unter dem Dach. Das Bad befand sich draußen hinter dem kleinen Küchen – Garten, mit Kräutern und Salat.

Bei der Aussichtsplattform, wo man im Frühjahr Wale bei ihrer Reise beobachten kann, genossen wir noch ein bisschen die unendliche Weite bevor wir beschlossen, an den Strand zu fahren.

Tisha brachten uns zu einem nicht allzu bekannten Strand. Hier klettert man Klippen an einem Seil hinunter, bevor man den Strand erreicht. Zoe, der Hund war auch mit dabei. Unten angekommen hüpften sie voller Freude durch die Wellen und wälzten sich im Sand. Es war toll. Nur Einwohner waren hier und es war ruhig, nur das Meeresrauschen war zu hören. Wir breiteten unsere Badetücher in einer gemütlichen Windruhigen Ecke an den Klippen aus und erfrischten uns im Wasser. Es ist so toll mit den Locals unterwegs zu sein. Ohne Tisha hätten wir so einiges niemals erfahren oder gesehen.

Am gleichen Abend gönnten wir uns ein leckeres Essen in der Stone Brewery. Eine Brauerei, die so einiges an Biersorten braut und anbietet. Im stilvollen Ambiente begleitet von einem Gitarrist und Sänger ließen wir uns verwöhnen. Für 12 $ konnte man sich 4 verschiedene Biersorten im kleinen Glas zum verkosten probieren. Leider, gewohnt von zu Hause, hatte ich keinen Ausweis mit. Und mit Alkoholgesetzen wird hier nicht gespasst. Erst ab 21! Klar, aber Marihuana ist legal. Was zum ******? Tja, ich blieb beim Hauseigenem Coke und kostete ab und an mal bei den anderen, immer vorsichtig, nicht erwischt zu werden. Hier wird man buchstäblich rausgeworfen, wenn man sich nicht an das Gesetz hält. Von dunkel bis hell alles dabei. Aussergewöhnliche Geschmacksrichtungen waren das.

Gegessen haben wir Tacos und Schnitzel. War ich doch neugierig, ob die Amerikaner es denn richtig machen? Es war sehr lecker, ein Hühnchenschnitzel mit Rotkraut und Spätzle. Etwas würziger als bei uns, sehr lecker war das. Natürlich nichts im Vergleich zu einem originalen Wiener mit Preiselbeeren daheim. Wir hatten lustige Unterhaltungen, Tishas Freund war sogar schon mal in Österreich auf Skiurlaub. Da gab es genug Gesprächsstoff über Wintersport und unsere Berge und Seen. Ja da lernt man die Heimat wieder mehr zu schätzen. Ist es doch wahnsinnig schön bei uns.

Seaport Village, Gaslamp und cruisen am Mission Beach

Am nächsten Tag verbrachten wir den Vormittag am Mission Beach. Einige Strände, Brücken, Shops und Vergnügungsparks in Hülle und Fülle. Mit Scooter und Longboard erkundeten wir die Gegend und suchten einen passenden Platz zum relaxen. In einer ruhigen Bucht mit vielen schattenspendenden Palmen war unser Ziel. Relaxen, baden und den jungen Lacross – Spielerinnen beim Training zusehen.

Auch Profischwimmer und viele weitere Vereine übten hier ihre Trainings aus. Und trotzdem war eine gewissen Ruhe. Der Strand war auf der anderen Seite des richtigen Mission Beach, so waren die Menschenmassen weit weg und wir waren trotzdem nahe am Geschehen. Wir spazierten durch den Vergnügungspark vorbei an Achterbahn und Schiessständen.

Am Nachmittag gings wieder Richtung Süden zum Seaport Village. Das ist ein Teil in der Bucht, auf die wir vom Point Loma aus blicken konnten. Im Hafen angekommen spazierten wir eine ganze Weile am Wasser entlang, an Musikern und Strassenkünstlern vorbei. Ein alter Flugzeugträger der U.S. Navy liegt im Hafen, umgebaut zum Museum. Leider hatte er bereits geschlossen, trotzdem atemberaubend, so ein umwerfend großes Schiff von nahem zu betrachten. Der Promenade entlang sind Ehrensteine mit unzähligen Gravuren der gefallenen Soldaten gesetzt.

Nicht weit vom Seaport Village befindet sich Gaslamp Quaters. Das Herz San Diegos. Es besteht aus einigen Strassen, vielen Bars, Restaurants und Shops. Hier kann man nahezu alles kaufen. Perfekt zum Schlendern, Naschen und Eindrücke sammeln.

Harley Davidson – Shopping und Foodmarket

San Diego ist die Stadt für Harley Davidson. So suchten auch wir einen Standort aus… Vorerst nur zum schauen. Tattowierer, Friseur, Snack- und Coffeeshop, Kino, Service, Verkauf und Rentals, alles vereint in einer riesig großen HD-Halle. Ein Verkäufer kam zu uns und wir plauderten eine Weile. Auf die Frage hin, ob wir einen Führerschein haben und ich (Alex) etwas nervös „ja“ antwortete, fragte er mich ob ich denn nicht eine probieren wolle… „Ja, wie jetzt“ dachte ich?! Echt? Passt das noch irgendwie in mein Weltreisebudget? Aber, das konnte ich mir dann doch nicht entgehen lassen und so fuhr ich 2 Tage darauf nochmals hin. Harley Davidson Muscle 2015, 1250ccm, 121 PS. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Rauf aufs Bike und los Richtung Norden nach Oceanside. Durch Örtchen und kleinere Städtchen, dann wieder vorbei an endlosen Küsten, die Straße war mein. In San Diego eine Harley gemietet, frei, laut, bissig, böse. Gefühle die ich nie vergessen werde…

Ich (Martina) verbrachte den Tag mit shopping und einigen kalten Coronas in der Bar. In einem mega Kleidergeschäft kaufte ich mir ein hübsches schwarzes Strandkleid und eine neue Sonnenbrille. Tat gut, wieder mal im Kleid rum zu schlendern. In meinem neuen Outfit genoss ich einige Stunden allein in der Bar. Früher dachte ich nichtmal daran allein irgendwo hin zugehen auf einen Drink.

Ich konnte es jedoch sehr genießen. Beobachtete den Ozean und die Leute am Strand. Hing meinen Gedanken nach und startete den nächsten Blog. Und ich muss sagen, so ein paar Stunden für sich tun auch mal ganz gut. Man hat sich wieder was zu erzählen und kann sich auf den Partner freuen. Das haben wir auch.

Am Abend verabredeten wir uns noch einmal mit Tisha. Es gab einen Food Market am Strand, den sie uns zeigte. Essen von indisches bis vegan, Kleider, Blumen, so viele Stände. Es war bunt und interessant. Jeder Stand bot etwas zum Kosten an und so kosteten und naschten wir uns durch den Markt bevor wir noch gemütlich mit einem Drink und einer Runde Billard in einer Bar den Abend ausklingen ließen.

San Diego war das wunderbarste Ziel für uns in den USA. Es hat einfach alles gepasst und wir haben uns wohl gefühlt wie nirgendwo anders und noch einige Tage verlängert. Müsste ich eine Empfehlung machen, wäre es schlicht und einfach diese:

Nehmt euch genug Zeit die Stadt kennen zu lernen und redet mit den Menschen hier! Es sind so viele herzliche Charaktere unterwegs, auf die Leute zu zugehen lohnt sich. Wir lieben diese Stadt und werden eines Tages hierher zurück kehren. Wenn ich ebenfalls den Motorrad Führerschein hab.

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