Las Vegas & Hoover Damm, USA

Befinden: Nachdenklich über die Stadt
Verspielte Dollars: 3
Lektion: Reise nach Vegas, wenn es was zu feiern gibt!

Dieser Blogeintrag fällt mir zum ersten mal etwas schwer.
Warum? Ich bin mir nicht ganz im Klaren, was ich denn nun von Las Vegas und all seiner Eigenheiten halten soll. Lest selbst und macht euch ein Bild

Erste Eindrücke – Schockzustand

Das erste was wir nach unserem Roadtrip durch die Wüste bei Ankunft in unserem Hotel Silver Sevens gleich hinterm Strip erlebten, war ein Riesen Casino als Lobby. Mehrstöckig. Vollgestopft mit einigen hundert der 200.000 Spielautomaten, die die Stadt zählt. Aus jeder Ecke tönt ein anderer „du wirst bald Gewinnen“ Ton und jeder Automat strahlt in einer anderen grellen Farbe. Überall ist Münzrauschen zu hören. Menschen von arm bis reich, in allen Stilen, Altersgruppen und Zuständen. Zuständen aus dem Grund, weil in den Casinos viele Obdachlose herum streunen auf der Suche nach vergessenen Change oder gratis Getränken und Kost. Der kalte Zigarettengeruch steht in der Luft – man sieht am Glitzern in den Augen der Spieler die grosse Hoffnung auf DEN Gewinn. Müde, erschöpft von der Fahrt und gleichzeitig komplett überfordert mit allen Eindrücken stapften wir Schritt für Schritt staunend vorbei am Geschehen zur Rezeption bevor wir die Schlüssel für´s Zimmer bekamen und erst mal ankamen.

Pay less – Play more

So scheint die Devise der Casino-Stadt zu lauten. Mit unseren 20$ p.P./Nacht hatten wir es wirklich gut getroffen. Unser Zimmer im 2. Stock war ruhig, gross und sehr gepflegt. Zugang zum Pool war inkludiert. Wir fühlten uns richtig wohl. Am Abend genossen wir für 14$ das Hotel eigene Buffett. Es war lecker – Preis/Leistung passte. Jedes Hotel hat die Grundausstattung von Casino und Buffett. Frühstücksbuffett gibts für unter 10$! Auch viele „Nichtgäste“ kommen zu den Mahlzeiten um Geld zu sparen.

Mit verschiedenen Clubcards kann man noch mehr sparen. Je mehr man spielt, desto weniger zahlt man für Essen oder Schlafen. Es ist alles auf das Spielen ausgerichtet. Man merkt, die Stadt lebt NUR vom Glücksspiel. Und Klimagas. Aber das ist eine andere Story. Auch im Umkreis konnte man immer und überall günstig und gut essen. Natürlich waren die Hauptnahrungsquellen Fastfoodketten und Steak Houses. Ein Restaurant ist jedoch erwähnenswert – das Bahama Breeze. Noch nie so gut Rips and Steak gemampft. Der Service war ebenso vorzüglich und das Restaurant hatte karibischen Flair.

Der Strip – Schauplatz für arm und reich

Als erstes ein wichtiger Tip: Geht erst zum Strip, wenn die Sonne hinter den Dächern der Hotelstadt verschwunden ist. Vorher ist es einfach zu heiss und die Lichter wirken halt auch nur richtig, wenns dunkel ist. 🙂

Bei uns war die Sonne noch da. Ich hab im Leben noch nie so viel geschwitzt. Nicht mal in der Wüste in Ägypten – kein Scherz. Bei Hooters warteten wir bei einem genialen Burger- Festessen auf den Abend.

Im Bezug auf bunt, Menschenmassen und hell ist Vegas zu vergleichen mit dem Time Square New York. Nur grösser, lauter und noch mehr Reklametafeln.  Ein Shop reiht sich an den nächsten, Einkaufszentren mit Luis Vuitton bis Tiffany und Giorgio Armani. Alle sind sie vereint mit ihren Einzelteilchen an der Stange. 20 jährige Anzug- und MinikleidträgerInnen steigen aus den gesponserten Limos ihrer reichen Eltern und verprassen im Nu tausende von Dollars als gäbe es kein Morgen mehr. An den Geländern der Cafés und auch von Strassenlaternen herab, soll kalter Sprühnebel die Leute bei Laune und Spiellust halten. Limousinen aller Art queren im Minutentakt die Kreuzungen und Maskottchen von Walt Disney bis zu den Avengers stehen alle paar Meter bereit für ein Foto. Sogar an einem Shop mit Geschmacks-Sauerstoff kamen wir vorbei. Die Leute sitzen an einer Bar, kleine Schläuche in der Nase da und lassen sich die bunten Sauerstoffsnacks einfliessen. Dazu kann ich nichts sagen, ich stand einfach da und konnte es nicht glauben. Verschwenderisch trifft´s denk ich am besten. Oder skurril. Auch gut :).

Sehenswertes am Strip

Natürlich liessen wir uns die Wasserspiele vorm Bellagio nicht entgehen. Gleich 2 mal sahen wir zu, wie im Takt der Musik Wasserfontänen Meterweit über unsere Köpfe schossen. Am Abend gibt es die Show jede Viertel Stunde. Es ist schon erstaunlich, was nicht alles möglich ist. Genau so mit der Vulkan-Show des Mirage Hotels. Ein mega grosser Vulkan der tatsächlich Feuer speit. Dem Caesars Palace – Komplex mit seinen unglaublichen 3300 Zimmern statteten wir ebenfalls einen Besuch ab. Die Empfangshalle ist wunderschön, helle Marmorböden und grosse Säulen zieren den Palast. Hier verspielten wir unsere paar Dollars, ganz ohne spielen kann man dann doch nicht nach Vegas reisen :). Casinos gibt es alle paar Meter. Von gross bis noch grösser, hell bis strahlend und überall sieht man in die Hoffnungsvollen Gesichter der Spielwütigen. Hier und da hört man dann doch wieder ein Gewinner-Jauchzen. Unter einem Miniatur-Eiffelturm (der ziemlich gross ist) spazierten wir hindurch und in der nachgestellten Mini Stadt Venedig kann man sich mit venezianischen Gondeln einen kleinen Fluss entlang gondeln lassen. Und das in der Grossstadt. In der Wüste. Es gibt einfach alles. Ja sogar die Freiheitsstatue und eine Achterbahn mitten am Strip. Und wer die Stadt von oben sehen will, Ja der nimmt doch einfach das Riesenrad.

Las Vegas – Seine Schattenseite

Las Vegas hat generell ein gewaltiges Problem mit Obdachlosen. Ich weiss, dies war auch im San Francisco Blog bereits Thema, jedoch hier ist die Situation enorm. Vegas hat mit ca. 15.000 Obdachlosen bei ca. 600.000 Einwohnern, die höchste Obdachlosenrate der USA. Hunderte von ihnen leben im Tunnelsystem der Kanalisation unter der Stadt. Dort haben sie sich teils richtige „Wohnungen“ erschaffen, abgetrennt durch Müllsäcke und Tücher.  Jedes mal, wenn ein neuer Bewohner der Kanalstadt dazu kommt, muss dieser noch weiter ins System hinein. Dort wo kein Tageslicht mehr hin kommt. Viele wurden beim Versuch reich zu werden arm und verspielten dann auch noch ihr Dach über dem Kopf. Man darf sich von Las Vegas nicht nur Show & Shine erwarten. Auch diese traurige Seite gehört zum Leben in der Spielwelt dazu. Ab und an trifft man auch mal auf verrückte ausgeflippte Leute, auf der Suche nach Gras, Essen oder einfach nur Aufmerksamkeit. Wobei ich erwähnen muss, bei 45 Grad abends am Strip wundert es mich nicht, das hier auch mal der ein oder andere die Nerven oder den Verstand verliert. Auch ich war überfordert mit der Hitze und der stickigen Abgas-Luft.

Vegas – Ja – Nein – Vielleicht

JA: wenn es jemanden zu Poltern oder etwas anderes zu feiern gibt. Die Möglichkeiten, sich einen Spass zu erlauben sind grenzenlos. Egal ob Casino, Vergnügungspark, Bars oder einfach nur am Strip sein. Man findet immer eine Möglichkeit. Und man kann tun und lassen was man will. Es sind so viele verrückte unterwegs, es fällt einfach nicht auf 😀 Hierzu kann man zitieren – „Was in Vegas passiert, bleibt in Vegas“

Nein: Für ältere Ruhesuchende Menschen, wenn ich da an meine Grossmutter denke, sie würde sich definitiv nicht zurecht finden, für sie wäre das ein wahrer Alptraum. Nichts für ungut Omi 😉

Vielleicht: Für Backpacker. Es kommt darauf an, was man sich erwartet und wie man reist. Wie bereits erwähnt bin ich mir nicht ganz sicher, denke aber, das wir im Zuge einer Backpacker-Weltreise nicht mehr hierher reisen würden und es auch nicht weiter empfehlen. Auch ist es eine ganz andere Atmosphäre, wenn man Geld zum Verspielen bereit hat und nicht wie wir ein fixes Tagesbudget. Es gibt einfach zu viele Plätze, an denen man sein Geld loswerden kann. Egal ob Casino, Schlemmereien oder Souvenirs.

Raus aus der bunte Lichterwelt

Gefüllt mit neuen Erkenntnissen machten wir uns nach 3 Nächten Las Vegas auf zu unserem nächsten Abenteuer. Am Hoover Staudamm legten wir einen kurzen Stop ein. Das gigantische Bauwerk am Lake Mead hat eine Höhe von 220 Metern und lässt nur schwer erahnen, wie aufwendig dieser Bau in den 1930er Jahren war. Bewacht und kontrolliert von vielen Polizisten.. Die Menschen drängelten der Dammmauern entlang.

Nach einem Weilchen im Schatten und Betrachten des Damm-Giganten machten wir uns auf Richtung Grand Canyon. Und wo wir dort unseren Schlafplatz fanden war eine tolle Überraschung. Wir landeten in einem kleinen aufgeweckten Westernstädtchen namens Williams. Aber davon bald mehr 🙂

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